Wohnen & Bauen
Vorwurf der Geldwäscherei

Oberägerer Villenstreit: Strafanzeige gegen Sika-Erben

Delbst für sehr vermögende Menschen ist es schwierig, ein Grundstück direkt am See zu erwerben – in Oberägeri tobt deshalb ein Streit um mehrere Villen. (Bild: Andreas Busslinger)

Gegen einen Sika-Erben ist bei der Staatsanwaltschaft Zug eine Strafanzeige wegen Geldwäscherei hängig. Hintergrund ist der seit Jahren andauernde Streit um Villen in Oberägeri.

4’800 Quadratmeter allerbestes Land im Kanton Zug, Seelage, drei Grundstücke, eines mit einem Elternhaus, zwei davon mit Villen bebaut. Darum streitet sich in Oberägeri seit Jahren ein Geschwisterpaar (zentralplus berichtete).

Kurz gesagt geht es um folgendes: In den Siebzigerjahren baute ein vermögendes Ehepaar auf dem besagten Seegrundstück in Oberägeri eine Villa. Ihre Kinder wuchsen in der Villa auf. Die Eltern wollten, dass das Grundstück im Familienbesitz bleibt. Es wurde deshalb über eine Firmenkonstruktion verwaltet. Daran besitzen die Geschwister je 45 Prozent und die Enkelin der Eltern, die noch minderjährige Tochter der Tochter weitere 10 Prozent.

Gegen den Willen der Schwester schaffte es der Bruder, die Grundstücke zu verkaufen – und zwar für 16 Millionen Franken an einen Sika-Erben. Viel zu günstig, wie die Schwester meint. Gemäss einem Gutachten läge der Wert zwischen 24,5 bis 27 Millionen Franken.

Staatsanwältin, Banker und Käufer angezeigt

Neben den zivilrechtlichen Auseinandersetzungen hat der Streit auch eine strafrechtliche Komponente. Die Zuger Staatsanwaltschaft soll in den letzten Jahren aber nur wenig unternommen haben, um diesen Vorwürfen nachzugehen (zentralplus berichtete).

Doch nun kommt wieder Bewegung in die Sache. So hat die Schwester die zuständige Staatsanwältin angezeigt, wie «Inside Paradeplatz» berichtet. Sie habe ihrem Bruder und weiteren Beschuldigten den «Steigbügel zu den Geldwäschereihandlungen» hingehalten. Auch gegen einen ehemaligen Top-Manager der Zuger Kantonalbank richtet sie Vorwürfe. Er soll sich der Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäftsführung und der Geldwäscherei schuldig gemacht haben.

Was sind die Villen in Oberägeri wert?

Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, ist zudem vor wenigen Tagen eine weitere Strafanzeige eingereicht worden. Und zwar gegen einen Sika-Erben, den Käufer der Grundstücke. Ihm werde qualifizierte Geldwäscherei vorgeworfen. Die Schwester wirft ihm vor, gewusst zu haben, dass die Verkäufer im Kontext eines Verbrechens stehe.

Der Sika-Erbe selber nimmt beiden Medien gegenüber nicht Stellung. Einer seiner Vertrauten sagte jedoch gegenüber «Inside Paradeplatz», dass der Kaufpreis korrekt gewesen sei. Auch der Anwalt des Bruders nahm in dem Bericht Stellung. «Dass die Liegenschaften für 25 Millionen Franken hätten verkauft werden können, entspringt reinem Wunschdenken (der Schwester) und fand in der Untersuchung keine Stütze», wird er zitiert.

Zum rechtlichen Hintergrund: Mit einer Strafanzeige werden der Staatsanwaltschaft mögliche Vergehen oder Verbrechen gemeldet. Dies bedeutet aber noch nicht, dass sich die Vorwürfe bewahrheiten oder beweisen lassen. Es gilt deshalb grundsätzlich die Unschuldsvermutung bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung der Beschuldigte.

Verwendete Quellen
Deine Ideefür das Community-Voting

Die Redaktion sichtet die Ideen regelmässig und erstellt daraus monatliche Votings. Mehr zu unseren Regeln, wenn du dich an unseren Redaktionstisch setzt.

Deine Meinung ist gefragt
Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Bitte beachte unsere Netiquette.