Wohnen & Bauen
Firmen werden enteignet

Neue Ortsplanung Horw: Einsprachen sind vorprogrammiert

Horw setzt neue Weichen in der Ortsplanung – mit Folgen für zwei ansässige Firmen. (Bild: Emanuel Ammon / Aura)

In Horw steht die Ortsplanungsrevision an. Darin werden unter anderem Baubegriffe harmonisiert und Schlüsselgebiete für mögliche Verdichtungen definiert. Was langweilig klingt, hat für zwei Firmen teure Konsequenzen.

Derzeit liegt in der Gemeinde Horw die Teilrevision der Ortsplanung auf. Was die meisten nicht eines Blickes würdigen, hat jedoch grosse Auswirkungen auf die Bevölkerung und Grundstückbesitzer. Einerseits hat die Gemeinde kantonale Vorgaben umzusetzen – so harmonisierte Baubegriffe, das Ausscheiden von Gewässerraum und neue Berechnungsvorgaben. Bei Neubauten sind beispielsweise künftig die Gebäudehöhe und nicht mehr die Anzahl Geschosse massgebend.

Andererseits nutzt die Gemeinde die Gelegenheit, um ihre Ziele des räumlichen Entwicklungskonzepts 2040 umzusetzen. So etwa, dass kein Bauland mehr eingezont wird. Oder, dass Schlüsselgebiete mit älteren Bauten, wie etwa die Quartiere Riedmatt-Schöngrund und Steinen-Grisige künftig verdichtet gebaut werden sollen, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt.

Freiraum am See auf Kosten zweier Firmen

Doch ein Ziel könnte der Gemeinde juristische Probleme bereiten. Horw plant, die Seebucht im Gebiet Seefeld in einen mehrheitlich öffentlichen Freiraum zu verwandeln. Dafür sollen Grundstücke südlich der Kantonsstrasse in eine Zone für öffentliche Zwecke umgewandelt werden. Und zwar auch jene, auf denen Firmen ansässig sind.

Betroffen davon sind die Sand + Kies AG und die Tschümperlin AG. Besonders letztere tut sich schwer damit. Über eine Schwestergesellschaft hat sie eigentlich geplant, auf dem Areal eine Wohnsiedlung zu bauen. Wird das Grundstück jedoch umgezont, sind die Wohnungen vom Tisch.

Die entsprechende Firma, die Atinova AG, hat deshalb Einsprache eingelegt. «Die Gemeinde kannte unsere langfristigen Pläne. Das Vorgehen der Behörde und die drohende Enteignung sind für uns überraschend und eine unschöne Wende», sagt deren Verwaltungsratspräsidentin Carla Tschümperlin gegenüber dem Nachrichtenportal.

Gemeinde will Land abkaufen oder -tauschen

Die zweite betroffene Firma, die Sand + Kies AG, stecke noch in Abklärungen und prüft das weitere Vorgehen. Mit Widerstand hat der Horwer Bauvorsteher Thomas Zemp (Mitte) bereits gerechnet. Die Gemeinde sei deshalb an einem Landkauf- oder tausch interessiert.

Horw ist nicht die einzige Gemeinde, in der die Ortsplanungsrevision zu reden gibt. Auch in Schwarzenberg und Flühli stösst der neue Bau- und Zonenplan auf Widerstand (zentralplus berichtete).

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