Wohnen & Bauen
Bauprojekt Grosszunacher

Mitten in Kriens bauen Vater und Sohn vier neue Wohnhäuser

Alfred (links) und Daniel Schnyder auf ihrem Grundstück Grosszunacher in Kriens, wo bald 36 Wohnungen entstehen. (Bild: ewi)

Im Herzen der Stadt Kriens befindet sich, umringt von Gebäuden, eine grosse Wiese. Doch mit der ländlichen Idylle ist es bald vorbei. Vier neue Wohnhäuser entstehen hier in den nächsten Jahren.

Wer ein Luftbild der Stadt Kriens betrachtet, erkennt auf den ersten Blick vor allem viel graue Farbe – Siedlungsgebiet. Doch ein zweiter Blick zeigt mitten in diesem Mosaik aus Gebäuden und Strassen eine grosse grüne Fläche. Dabei handelt es sich um die Grosszunacher-Wiese, die heute noch landwirtschaftlich genutzt wird.

Sie ist eine der letzten grösseren Grünflächen im Krienser Zentrum. «Früher sahen wir noch bis zur Allmend runter», erinnert sich Alfred Schnyder, der 74-jährige Eigentümer des Grundstücks. Heute reicht der Blick immerhin noch knapp 100 Meter weit, bis zur nächsten Überbauung hin.

Grundstück Grosszunacher bleibt in Familienbesitz

Doch das wird sich bald ändern. Denn hier fahren bald schon die Bagger auf. Vier neue Wohnhäuser und ein kleiner Geräteschuppen entstehen auf dem westlichen Teil der Wiese in den nächsten Jahren. Das zeigt ein Gestaltungsplan, der aktuell bei der Stadt Kriens öffentlich aufliegt.

«Das Grundstück befindet sich seit sechs Generationen im Besitz unserer Familie. Ein Verkauf kam daher nicht infrage.»

Alfred Schnyder, Eigentümer des Areals

Bauherrin ist die Zunacher Immobilien AG. Eine Firma, bestehend aus Alfred Schnyder und dessen Sohn Daniel. Ein Familienprojekt. Auch der östliche Teil der Wiese – diese Parzelle gehört Alfred Schnyders zwei Jahre jüngerem Bruder – wird in den nächsten Jahren überbaut. Der entsprechende Gestaltungplan ist aber noch nicht fertig.

Auf der heute noch landwirtschaftlich genutzten Wiese stehen schon die Bauprofile. (Bild: ewi)

Dass das zentrale Areal im Interesse der Verdichtung eines Tages überbaut wird, steht schon seit längerer Zeit fest. Die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche ist nicht mehr zeitgemäss. Für Alfred Schnyder war klar, dass er das Grundstück selber bebauen will: «Das Grundstück befindet sich seit sechs Generationen im Besitz unserer Familie. Ein Verkauf kam daher nicht infrage.»

36 neue Mietwohnungen sind geplant

Ein ursprünglicher Bebauungsplan sah vor, zwei weitere Riegelbauten auf die Wiese zu stellen, als Pendant zu den drei schräg stehenden Riegeln im Osten des Areals an der Brunnmattstrasse. Bei der Planung habe man diese Idee aber wieder verworfen, sagt Michael Kuhn auf Anfrage von zentralplus. Kuhn ist Architekt beim Luzerner Architekturbüro Iwan Bühler Architekten, das den nun aufliegenden Gestaltungsplan entworfen hat. «Wir wollten nicht einfach zwei weitere Riegel auf das Areal pflanzen, sondern ein natürlich gewachsenes Areal entwickeln.»

Soll heissen: Auf dem westlichen Teil der Wiese entstehen vier fünfeckige Gebäude mit vier bis fünf Geschossen. Diese Struktur soll die heterogene Baustruktur im Quartier aufnehmen. Denn mit den Einfamilienhäusern im Westen, den Riegelbauten im Osten und dem grossen Altersheim im Süden der Wiese gibt es heute verschiedenste Gebäudeformen auf einem kleinen Raum. «Mit diesem Projekt wollen wir diese verschiedenen baulichen Massstäbe aufgreifen», ergänzt Kuhn.

«Wir bewegen uns immer im Spannungsfeld zwischen den Vorgaben der Gemeinde und dem Ziel, nicht mehr Parkplätze als nötig zu realisieren.»

Michael Kuhn, Architekt

In den vier neuen Häusern sind voraussichtlich 36 Mietwohnungen geplant. Das Richtprojekt sieht vorwiegend grossräumige Wohnungen mit drei Zimmern und mehr vor. Die Grundrisse sind aber noch nicht in Stein gemeisselt und werden erst mit dem definitiven Bauprojekt konkret. Grosse Abweichungen vom Richtprojekt sind jedoch nicht zu erwarten.

Familien dürfen sich über viele Spielflächen freuen

Mit den grossen Wohnungen spricht das Projekt vor allem Familien an: «Für Familien ist es heute immer schwieriger, eine Wohnung zu finden», begründet der Eigentümer Alfred Schnyder. Dass das Bauprojekt familienfreundlich wird, zeigt auch die Gestaltung des Aussenraums. So werden deutlich mehr Spielflächen realisiert, als gemäss Planungs- und Baugesetz vorgeschrieben sind.

In jüngster Vergangenheit geschah bei verschiedenen Neubau-Projekten in Kriens genau das Gegenteil und die Realisierung von genügend Spielplätzen ging vergessen (zentralplus berichtete). Weiter sieht der Gestaltungsplan viele Grünflächen und Bäume auf dem Areal vor. Damit soll die «landwirtschaftlich geprägte Geschichte des Ortes» spürbar bleiben.

Noch ungeklärt ist zum jetzigen Zeitpunkt das Preissegment der neuen Wohnungen. Architekt Kuhn will dazu keine Auskunft geben, während Alfred Schnyder versichert, dass die Wohnungen preiswert sein werden. Die mögliche Vorfreude auf günstige Wohnungen dürfte dieser Satz aus dem Gestaltungsplan jedoch dämpfen: «An ruhiger Lage, optimal besonnt und mit Sicht in die Berge, bietet das Grundstück beste Voraussetzungen für hochwertige Wohnansprüche.»

Viele Parkplätze trotz Nähe zur Bushaltestelle

Und wie ist das Areal künftig erschlossen? Klar ist bereits jetzt, dass ein Grossteil der Parkplätze in einer unterirdischen Einstellhalle gebaut werden. Gemäss Mobilitätskonzept sind für die neuen Mieterinnen 43 Parkplätze vorgesehen – also mehr als einer pro Wohnung. Hinzu kommen sieben oberirdische Parkplätze für Besucher.

Ein ziemlich grosses Angebot für Autofahrerinnen angesichts der zentralen Lage des Areals. Die Bushaltestelle Schachenstrasse liegt nur rund 100 Meter entfernt. Michael Kuhn relativiert: «Das Angebot orientiert sich am Parkplatzreglement der Stadt Kriens. Und dieses sieht an dieser Lage mindestens einen Parkplatz pro Wohnung vor.» Definitiv seien die 50 neuen Parkplätze zudem noch nicht. Auch hier wird erst das konkrete Bauprojekt zeigen, wie viele Parkplätze tatsächlich realisiert werden. Zudem ist mit rund 150 Abstellplätzen für Velos und einer kleinen Veloreparatur-Station auch das Angebot für Velofahrer gross.

«Wir bewegen uns bei solchen Situationen immer im Spannungsfeld zwischen den Vorgaben der Gemeinde und dem Ziel, nicht mehr Parkplätze als nötig zu realisieren», sagt Kuhn. Letztlich liege die Entscheidung beim Bauherrn. Gerade bei grösseren Investoren sei in den letzten Jahren ein Umschwung hin zu weniger Parkplätzen erkennbar gewesen. So verzichtet beispielsweise die EWL auf ihrem Areal an der Industriestrasse in Luzern freiwillig auf über 40 Parkplätze (zentralplus berichtete).

Verwendete Quellen
  • Persönliches Gespräch mit Alfred und Daniel Schnyder
  • Telefonat mit Michael Kuhn
  • Öffentliche Auflage der Stadt Kriens
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