Günstige Wohnungen futsch

Haus in Luzern wird saniert – Mieter müssen raus

Das Haus am Grimselweg 11 in Luzern stammt aus dem Jahr 1976. Die Eigentümerin will das Haus totalsanieren. (Bild: GSW Luzern)

Das Mehrfamilienhaus am Grimselweg 11 in der Stadt Luzern wird komplett saniert. Die 77 Mieterinnen müssen raus. 50 davon sind auf eine günstige Wohnung angewiesen. Für sie will die Eigentümerin eine Lösung finden.

Die Mieter am Grimselweg 11 im Unterlachen-Quartier erhalten gerade dicke Post: Ihr Haus wird platt gemacht. Das teilt die Eigentümerin, die Gemeinnützige Stiftung für preisgünstigen Wohnraum Luzern (GSW Luzern) am Donnerstag mit. Das Haus stamme auf dem Jahr 1976. Innenausbau, Küchen, Bäder sowie sämtliche Leitungen seien alt und müssten dringend saniert werden. Zudem weise das Haus grosse energetische Mängel auf. Im Haus sind 50 1- bis 1,5-Zimmer-Wohnungen, 30 2-Zimmer-Wohnungen und eine 4-Zimmer-Wohnung.

Die Baustellen am Haus seien zu gross, als dass die 77 Mieterinnen während der Arbeiten darin wohnen bleiben könnten, schreibt die Stiftung. Denn sie baue das Haus «bis aufs Betonskelett» zurück, damit sie allfällige Schadstoffe entfernen und entsorgen könnte. Sprich: Alle Mieter müssen sich ein neues Daheim suchen.

Sanierung erst, wenn Härtefälle Lösung gefunden haben

Solche Leerkündigungen wegen Totalsanierungen gaben in Luzern bereits im Frühling stark zu reden (zentralplus berichtete). Die Stiftung betont denn auch, dass sie sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst sei. Den rund 50 Mietern, die nachweislich auf günstige Wohnungen angewiesen seien, helfe sie beim Finden einer Nachfolgelösung.

Zudem können sie nach der zweijährigen Sanierung zurück an den Grimselweg 11. Wie hoch die Mieten nach der Sanierung sind, kann die Stiftung noch nicht sagen. Jedoch hält die Stiftung fest: «Für die meisten Wohnungen werden auch nach der Sanierung die Mietzinsrichtlinien der Sozialen Dienste Luzern eingehalten.»

Erst wenn diese 50 Mieterinnen eine Lösung gefunden hätten, schicke die Stiftung den Mietparteien ihre Kündigung mit 9 bis 12 Monaten Vorlaufzeit. Und erst danach beginne die rund zweijährige Sanierung, verspricht die GSW Luzern. Dies könnte jedoch eine Weile dauern, denn bisher hätten sie noch keine Lösung gefunden. «Die Suche nach Ersatzwohnungen gestaltet sich in der heutigen Zeit der Wohnungsknappheit als schwierig.» Sollten in der Zwischenzeit Wohnungen kurzfristig frei werden, seien sie für Zwischennutzungen verfügbar

Verwendete Quellen
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