Boom von Business-Apartments

Eine Wohnung für 3000 bis 4000 Franken in Luzern?

Wohnen für nur kurze Zeit, Putzfrau inklusive. Solche Angebote für Geschäftsleute boomen in den Städten. (Bild: Symbolbild: Adobe Stock)

Das Geschäft mit befristeten Wohnungen boomt. Doch nicht nur für Touristen, sondern auch für Geschäftsleute. Mitten in der Stadt Luzern entstehen so Angebote mit horrenden Preisen.

Der Markt für möblierte Wohnungen auf Zeit trägt kuriose Blüten. So finden Interessierte etwa eine 85-Quadratmeter-Wohnung in Luzern für 3000 bis 4000 Franken. Abhängig davon, ob sie noch Zusatzleistungen wie einen regelmässigen Putzservice dazu wollen. Was nach viel klingt, ist in der Branche von sogenannten «Business-Apartments» akzeptiert, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Gemäss einem Monitoring des Immobilienberatungsunternehmen Wüest Partner 2018 kostete ein Apartment mit Service im Durchschnitt 2500 Franken. Also durchschnittlich gut 40 Prozent mehr, als eine vergleichbare «normale» Wohnung.

In Zürich finden sich jedoch ganz andere Extreme: etwa 110 Quadratmeter an der Bahnhofsstrasse für 14'532 Franken pro Monat. Trotz solcher hohen Mieten wächst der Markt für Business-Apartments. Laut Urs Rey von Statistik Stadt Zürich wachse das Angebot in Zürich jährlich um rund 300 Apartments, wie er der Zeitung sagt. Doch Anbieter wie Numa aus Berlin hätten auch andere Städte wie Genf, Basel, Luzern und Lugano im Visier, wo sie nach «Gebäuden in Bestlagen» suchen. Bereits seit längerem in Luzern aktiv ist beispielsweise der Anbieter Glandon Apartments (zentralplus berichtete).

Der Mieterinnen- und Mieterverband sieht diese Entwicklung kritisch. Wie dessen Vizepräsident und Luzerner Nationalrat Michael Töngi (Grüne) festhält, würden mit Business-Apartments in Ballungszentren ein Geschäft mit hoher Rendite gemacht. Eigentlich müssten die Mieterinnen die hohen Preise anfechten – was wegen der kurzen Aufenthaltsdauer jedoch unrealistisch sei. Zudem entziehen die Apartments dem Markt Wohnraum in Wohnzonen, wie Selina Lehner, Projektleiterin Real Estate der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften der Zeitung sagt. Oder die Anbieter kauften Hotels und Büros und nutzten diese um, was zusätzlichen Wohnraum schaffe. Doch zu hohen Mietpreisen.

Verwendete Quellen
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