Zum Steuern sparen in Zug

Wohnungsinserat: 1000 Franken für Scheinwohnsitz

Eine Wohnung nur für den tiefen Steuerfuss? Das wird in Zuger Wohnungsinseraten angeboten. (Bild: Symbolbild: ewi)

Der Kanton Zug ist weitherum für seine tiefen Steuern bekannt. Das geht so weit, dass auf Immobilienplattformen Wohnungen als Scheinwohnsitze angeboten werden. So etwa für ein WG-Zimmer in der Gemeinde Risch.

Auf der Immobilienplattform «Flatfox» ist vor kurzem ein WG-Zimmer in einer 4-Zimmer-Wohnung in Buonas angeboten worden. Kostenpunkt: 1000 Franken pro Monat. So weit, so gewöhnlich. Der Clou kam weiter unten im Inserat: Gemäss der «Zuger Zeitung» war von «Wohnsitz-Steuerdomizil» die Rede. In der Wohnung zu leben, war laut dem Inserat gar nicht erst möglich.

Die Masche ist nicht neu: Bereits vor gut einem Jahr berichtete zentralplus über solche dubiosen Wohnungsinserate, die ihren künftigen Mieterinnen zumindest unterschwellig einen Wohnsitz oder eine Aufenthaltsbewilligung versprechen (zentralplus berichtete). Ein Versprechen, das die Vermieter nicht halten können, wie die Zuger Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut damals gegenüber zentralplus festhielt.

Der steuerliche Wohnsitz ist gemäss Zivilgesetzbuch da, wo eine Person ihren persönlichen und beruflichen Lebensmittelpunkt hat. Bezweifeln Zuger Gemeinden den tatsächlichen Aufenthalt einer Person, stellen sie weitere Abklärungen an, wie die Zeitung schreibt. Wer also mit einem Zuger Wohnsitz Steuern sparen will, muss auch tatsächlich da wohnen. In der Wohnung in Buonas ist das aber nicht möglich. Zudem: Nachdem die Zeitung mit den Inserenten Kontakt aufnehmen wollte, ist die Anzeige verschwunden.

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2 Kommentare
  • Profilfoto von Taxer
    Taxer, 18.01.2024, 11:41 Uhr

    Welches Interesse sollte der Kanton Zug oder die Gemeinden haben den Steuerzahlern nachstellen, die nicht wirklich dort leben? Eher müsste dies dort geschehen, wo die Steuern nicht bezahlt werden z.B. LU oder AG. Wäre eigentlich eine einfache Sache mit Handyortung usw. Nur kämen diverse Regierungsmitglieder mit Scheinwohnsitzen dann auch an die Kasse, darum macht man’s nicht und lässt sich über den Finanzausgleich bezahlen.

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  • Profilfoto von Mike
    Mike, 18.01.2024, 07:07 Uhr

    Schade gilt das nicht auch bei Firmen, denn da gibt es sehr, sehr viele «nur Briefkästen»

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