Wohnen & Bauen
Leeres Haus an der Haldenstrasse

Beim ehemaligen El-Cartel fahren bald die Bagger auf

Ein Transparent verdeckt den Eingang, dahinter offenbart sich ein ausgehöhltes Haus. (Bild: mik)

Wo früher Luzernerinnen im El Cartel durch die Nacht getanzt haben, herrscht seit drei Jahren gähnende Leere. Das ändert sich bald. Gemäss der Eigentümerin starten ab 15. Januar die Bauarbeiten an der Haldenstrasse 21.

Im Rücken des prestigeträchtigen Grand Hotel National wirkt das Haus an der Haldenstrasse 21 wie eine verlotternde Bruchbude. Der Putz bröckelt ab und ist dreckig, der Eingang nur durch das Transparent einer Tiefbaufirma bedeckt. Die Türen fehlen ganz, womit sich ein Blick auf ein ausgehöhltes Inneres und blanke Deckenträger offenbart. Um die Ecke ragen orange Kabel aus den verstaubten Fenstern.

Kaum zu glauben, dass in diesem Lokal einmal junge Luzerner zu Latin-Musik tanzten, als ob es kein Morgen gäbe. Seit dem Wegzug des Nachtclubs «El Cartel» vor drei Jahren steht das Gebäude leer (zentralplus berichtete). Eigentümerin ist die Glanzmann Dreifuss Viesel AG mit Sitz in Meggen. Wie ein Verwaltungsratsmitglied gegenüber zentralplus bestätigt, soll es an der Haldenstrasse 21 schon bald vorwärtsgehen.

«Am 15. Januar beginnen wir zu bauen», sagt Franz Glanzmann am Telefon. Eingereicht haben sie das Baugesuch bereits im Frühjahr 2021 – was eine Einsprache nach sich zog. Doch wie Glanzmann damals gegenüber der «Luzerner Zeitung» sagte, sollte diese keine verzögernde Wirkung haben.

Abklärungen haben Arbeiten an der Haldenstrasse 21 verzögert

Trotzdem sieht das Gebäude eineinhalb Jahre später immer noch aus wie zuvor. Glanzmann erklärt das mit verschiedenen Abklärungen, die länger gedauert hätten als geplant. So etwa im Bereich Denkmalschutz. Währenddessen waren die Eigentümer jedoch nicht untätig. In der Zwischenzeit hätten sie den Innenbereich komplett rückgebaut. Was etwa die beobachteten blanken Holzträger und Rohre an der Decke erklärt.

Kaum zu glauben, dass hier mal Nachtschwärmer ein und aus gingen.
Kaum zu glauben, dass hier mal Nachtschwärmer ein und aus gingen. (Bild: mik)

Mitte Januar gehen nun auch die restlichen Arbeiten los. Gemäss den damals präsentierten Plänen will die Glanzmann Dreifuss Viesel AG die Liegenschaft komplett sanieren – samt neuer Heizungen, Wasserleitungen und Elektrik. Zudem will sie den Mittelteil des Gebäudes aufstocken.

Ob im Erdgeschoss künftig noch getanzt wird, ist unklar. Für die unterste Etage ist in den Plänen eine Laden- oder Gastrofläche vorgesehen. Gegenüber der Zeitung erwähnte Glanzmann damals eine zusätzlich nutzbare Aussenfläche, die ein künftiges Restaurant als Terrasse nutzen könnte. Was da letztlich reinkommt, ist jedoch noch immer offen. «Noch ist nichts definitiv», so Glanzmann.

Unten wird geschäftet, oben gewohnt

Im ersten und zweiten Stockwerk sind hingegen Wohnungen geplant. Laut Konzept sind 15 Wohnungen für die kurzfristige Vermietung vorgesehen. Angesprochen werden sollen vor allem Personen, die nur einige Zeit in Luzern wohnen oder aus dem Ausland zurückkehren. Dabei eigne sich der Standort an der Haldenstrasse 21 perfekt für Business-Apartments: Sowohl See, Bahnhof und Stadtzentrum sind bequem zu Fuss erreichbar. Zudem finden die Gäste direkt gegenüber ein Fitnesscenter und eine Wellness-Oase.

(Noch?) keine Traumwohnungen in Sicht.
(Noch?) keine Wohnungen in Sicht. (Bild: mik)

Noch lassen die dreckigen Fenster die künftigen Business-Wohnungen bloss erahnen. Verläuft jedoch alles nach Plan, sollten die Bauarbeiten bis Ende nächstes Jahr abgeschlossen sein, so Glanzmann.

Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Franz Glanzmann, Verwaltungsratsmitglied der Glanzmann Dreifuss Viesel AG
  • Augenschein vor Ort
  • Artikel der «Luzerner Zeitung»
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