Einsprache abgelehnt

82 neue Wohnungen am Reusszopf in Luzern rücken näher

Innenansicht des geplanten Komplexes in Reussbühl. (Bild: Lütolf und Scheuner Architekten, Pyxel GmbH)

Am sprichwörtlichen Eingangstor der Stadt Luzern soll mehr Wohnraum entstehen. Lange lag die Überbauung am Reusszopf aber auf Eis. Jetzt tut sich was.

Nicht nur auf dem Seetalplatz wird fleissig gebaut und geplant. Auch auf der anderen Flussseite, wo die Stadt Luzern beginnt, soll gebaut werden. Genauer gesagt zwischen der Haupt- und Reusszopfstrasse. 82 Mietwohnungen und 1300 Quadratmeter Gewerbefläche plant die Interessengemeinschaft Reusszopf in ihrer neuen Überbauung (zentralplus berichtete).

Zur Bauherrschaft gehören die Baugenossenschaft Reussbühl, zwei private Grundeigentümer und eine Gesellschaft. Sie wollen mit ihrem 47 Millionen Franken teuren Projekt «den Anstoss» zur Entwicklung des neuen Stadtquartiers Reussbühl Ost geben. Und bezahlbaren Wohnraum anbieten, der den heutigen ökologischen Anforderungen entspricht. Als Partner an ihrer Seite steht das Luzerner Architekturbüro Lütolf und Scheuner.

Planung gestoppt wegen Einsprache

Doch das geplante Grossprojekt liegt derzeit auf Eis. Grund dafür ist eine Einsprache vor Kantonsgericht gegen den Bebauungsplan Reussbühl Ost, der vom Stadtparlament 2021 bewilligt worden ist. Erst, wenn der Bebauungsplan rechtskräftig ist, kann die Stadt auch der Überbauung eine Bewilligung erteilen.

Aussenansicht des geplanten Megaprojekts am Reusszopf in Luzern. (Bild: Lütolf und Scheuner Architekten, Pyxel GmbH)

Als die Pläne im Januar öffentlich auflagen, wollte die Interessengemeinschaft die Baustelle noch Anfang 2024 eröffnen. Rund zwei Jahre später sollten die Gebäude fertig sein. Doch wie sich jetzt zeigt, wird der Baustart verschoben. Die Bauherrschaft erklärt gegenüber zentralplus, die Arbeiten könnten frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2024 beginnen.

Grund dafür ist die Einsprache. Denn während sie noch hängig war, wurde die Planung des Projekts vorübergehend sistiert, erklärt die Bauherrschaft. «Die Planung wird dann weitergeführt, wenn der Bebauungsplan rechtskräftig ist.» Ein Hoffnungsschimmer: Schon bald könnte es so weit sein.

Einsprache vom Kantonsgericht abgewiesen

Denn das Kantonsgericht habe die Einsprache im Herbst 2023 abgelehnt, schreibt die Interessengemeinschaft Reusszopf. Zurzeit laufe die Frist für einen Weiterzug an die nächsthöhere Instanz. Sobald die Frist verstrichen und der Bebauungsplan rechtskräftig ist, muss noch ein weiteres halbes Jahr geplant werden. Dann kann es losgehen.

Nun müssen die vier Partner also abwarten, ob die Einsprache ans Bundesgericht weitergezogen wird. Falls nicht, gelingt es vielleicht noch, die Gebäude Ende 2026 fertigzustellen. Bereits jetzt liegen aber die Unterlagen zur Überbauung ein zweites Mal öffentlich bei der Stadt auf. Denn zwischenzeitlich hat sich auch baulich etwas verändert.

Kleine Änderungen beim Trottoir

Nicht verändert hat sich der Bau eines fünfstöckigen Längsbaus, bestehend aus fünf Hausteilen entlang der Reusszopfstrasse. Ausserdem geplant ist ein vierstöckiges Einzelhaus in Richtung Hauptstrasse, sodass in der Mitte eine «hofartige» Atmosphäre mit Spielplatz und Brunnen entsteht.

Ebenfalls gleich bleibt, wie es in den Häusern ausschauen soll. Der Grossteil der Wohnungen wird 3,5 Zimmer haben, einige 2,5- und 4,5-Zimmer-Wohnungen sind auch geplant. Jedes Haus erhält zudem eine Dachterrasse.

So soll die Überbauung bei der Hauptstrasse aussehen. (Bild: Lütolf und Scheuner Architekten, Pyxel GmbH)

In den Unterlagen geändert hat sich nur die Lage des Gehwegs entlang der Reusszopfstrasse. «Das Trottoir wird neu auf dem Grundstück des Kantons geführt, die Veloparkplätze hingegen sind auf dem Grundstück der Bauherrschaft vorgesehen», erklärt die Bauherrschaft. Die neue Lösung sei im Konsens entstanden und habe keinen Einfluss auf den Zeitplan.

Verwendete Quellen
  • Schriftlicher Austausch mit der Öffentlichkeitsarbeit der Baugenossenschaft Reussbühl
  • zentralplus Medienarchiv
  • Unterlagen zur Überbauung, öffentliche Auflage bei der Stadt Luzern
  • Website der Interessengemeinschaft Reusszopf
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10 Kommentare
  • Profilfoto von Experte
    Experte, 04.12.2023, 21:33 Uhr

    Diese Wohnsilos sind unglaublich hässlich. Wer sowas baut, müsste auch gezwungen weden, darin zu wohnen.

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  • Profilfoto von Marie-Françoise Arouet
    Marie-Françoise Arouet, 04.12.2023, 09:57 Uhr

    Wieso „sprichwörtliches“ Eingangstor? Gibt es ein Sprichwort mit Eingangstor, also etwa: „Das Metaphernproblem schlägt dem Redaktor das Eingangstor ins Gesicht“? Und daraus wäre dann im Hinblick auf die Reussbühler Örtlichkeit irgendetwas im Sinne einer Metapher abzuleiten? Etwa dass ein Neubau ein Gesicht hat oder so? Wohl eher nicht. Also bliebe allenfalls das „buchstäbliche Eingangstor“, das von 90% der Schreibenden fälschlicherweise eben als das „sprichwörtliche“ bezeichnet wird. Da kommen wir der Realität näher. Man könnte eventuell den Seetalplatz tatsächlich als das Eingangstor zur Stadt bezeichnen. Allerdings tut das niemand, und die Sache mit dem „Tor“ erweist sich aus zwei Gründen als problematisch. Erstens hat die Gegend so gar keine Anmutung in Richtung eines Stadttores, und zweitens steht, wie Foto zeigt, just genau dort mit dem abgesägten und angeklebten Brückenaufgang ein – naja – Ding, das diese Bezeichnung allenfalls eher verdient hätte.

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    • Profilfoto von brigitte
      brigitte, 04.12.2023, 15:56 Uhr

      Ihr Kommentar bringt es auf den Punkt danke

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    Erika, 04.12.2023, 06:46 Uhr

    Sieht scheusslich aus, zu teuer und zudem wird wieder einmal mehr zu betoniert. Hoffenzlich wehrt aich die Natur

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    • Profilfoto von Daniel Steiner
      Daniel Steiner, 04.12.2023, 09:43 Uhr

      Wie soll es denn Ihrer Meinung nach aussehen und was soll es kosten? (Da Sie ja offenbar bereits wissen was es kostet….)
      Mir fällt auf, dass Sie bei allen Beiträgen auf Zentralplus die über neue Überbauungen berichten immer den gleichen Kommentar absetzen.

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    • Profilfoto von Philipp Brügger
      Philipp Brügger, 04.12.2023, 09:49 Uhr

      Ach, und die alten Hütten die aktuell dort rumstehen sehen toll aus?

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      • Profilfoto von Rudolph
        Rudolph, 04.12.2023, 15:50 Uhr

        Sicher schöner als so ein Haufen Beton

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      Melk Christen, 04.12.2023, 10:02 Uhr

      Ich finde es nicht scheusslich, mir gefällts recht gut. Und ganz sicher ist es richtig, wenn sich da was tut: Es ist eine öde Ecke momentan, und der Wohnraum wird sowieso gebraucht.

      Auf die sich wehrende Natur zu hoffen ist übrigens ganz schön schäbig von Ihnen, Erika: Da werden Menschen drin wohnen. Die haben nichts Derartiges verdient.

      Vielleicht wollen Sie ja es bizzeli an Ihrer Hässigkeit arbeiten? Es täte Ihnen bestimmt selbst am besten, ich bin überzeugt.

      Ich wünsche eine schöne Adventszeit!

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      • Profilfoto von Lütolf M.
        Lütolf M., 04.12.2023, 15:55 Uhr

        Die Natur wird sich wehren, ob Erika nun hässig ist oder lieb. Und ja, ich gebe Erika recht, zu teuer. 47 Mio zu ist Irrsinn. Aber eben, der gesunde Menschenverstand ist leider Mangelware

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        • Profilfoto von Philipp Brügger
          Philipp Brügger, 04.12.2023, 17:58 Uhr

          47 Mio. für 82 Wohnungen und 1500 m² Gewerbefläche is teuer? Na sie haben vielleicht Ideen.

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