Wohnen, Arbeit, Freizeit – wie soll sich die Stadt entwickeln?
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Die Stadt Luzern im Sommer. (Bild: les)

Stadt Luzern bittet Bevölkerung um Mitwirkung Wohnen, Arbeit, Freizeit – wie soll sich die Stadt entwickeln?

3 min Lesezeit 05.01.2018, 10:04 Uhr

Von heute 82’000 auf 96’000 Einwohner soll die Stadt Luzern bis 2035 wachsen. Wie kann man diesen Anstieg bewältigen? Der Stadtrat will die Bevölkerung in diese Frage miteinbeziehen.

Wie soll sich die Stadt Luzern in den nächsten 15 Jahren räumlich entwickeln? Welche Nutzung – Wohnen, Arbeiten, Freizeit – ist wo sinnvoll? Wie lässt sich die Siedlungsentwicklung mit einer stadtverträglichen Mobilität und genügend vielfältigem Freiraum verbinden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Raumentwicklungskonzept. Es ist auch eine Grundlage für die Zusammenführung der beiden Bau- und Zonenordnungen der Stadtteile Littau und Luzern. 

Bis Freitag, 6. Februar 2018, findet eine öffentliche Mitwirkung zum Entwurf des Raumentwicklungskonzepts der Stadt Luzern statt. Das Konzept zeigt, wie sich die Stadt räumlich entwickeln soll. Unter anderem will der Stadtrat die Quartiere und ihre Zentren stärken, wie es in einer Mitteilung heisst. An vier öffentlichen Quartiergesprächen und an einem Fachgespräch wird der Entwurf präsentiert und diskutiert (siehe Box).

14’000 zusätzliche Einwohner und 14’000 zusätzliche Arbeitsplätze 

Der Kanton Luzern rechnet für die Stadt Luzern bis 2035 mit einem Bevölkerungswachstum von 14’000 Personen oder 18 Prozent. 2035 würde die Stadt Luzern somit rund 96’000 Einwohner zählen. Um das heutige Verhältnis von einem Arbeitsplatz zu einem Einwohner beizubehalten, sollen auch die Arbeitsplätze im gleichem Umfang wachsen. Würden alle Möglichkeiten in den heute gültigen Bau- und Zonenordnungen ausgeschöpft, könnte die Stadt von heute 82’000 auf 93’000 Personen anwachsen.

Bei der Zusammenführung der beiden Bau- und Zonenordnungen der Stadtteile Littau und Luzern muss folglich noch ein Potenzial für 3’000 Personen geschaffen werden. Der Stadtrat will dieses Wachstum nicht mit Einzonungen, sondern mit innerer Verdichtung ermöglichen. Dort, wo es sinnvoll und verträglich ist, soll bei Erneuerungen dichter und allenfalls höher gebaut werden können.

Quartiergespräche zum Raumentwicklungskonzept

Die Gespräche finden an folgenden Daten statt:

Dienstag, 23. Januar 2018, Restaurant Don Carlos, Ruopigenplatz 14

Mittwoch, 24. Januar 2018, Zentrum St. Michael, Blattenmoosstrasse 14

Montag, 29. Januar 2018, Laboratorium, Sternmattstrasse 3

Dienstag, 30. Januar 2018, Würzenbachsaal, Schädrütistrasse 26

Die Gespräche beginnen jeweils um 17.30 Uhr und dauern bis 20 Uhr.

Informationen und Anmeldung: www.rek.stadtluzern.ch 

Um trotz Wachstum eine hohe Lebensqualität zu erhalten, hat der Stadtrat im Raumentwicklungskonzept sechs Ziele formuliert:

  • Der Stadtrat will ein vielfältiges Wohnraumangebot schaffen. 

  • Es sollen attraktive Arbeitsplätze für unterschiedliche Qualifikationen entstehen. 

  • Die Siedlungsentwicklung muss hohen städtebaulichen, architektonischen und 
energetischen Ansprüchen genügen. Die spezifischen Qualitäten und Charakteristiken der 
Quartiere sollen erhalten und gestärkt werden. 

  • Im Zusammenhang mit der inneren Verdichtung ist es zentral, dass die Stadt über vielseitig nutzbare und attraktive Freiräume verfügt. 

  • Innerhalb der Stadt sollen die Wege kurz respektive die Geh- und Fahrzeiten gering sein. 
Wohnen, Arbeiten, Freizeit sollen in kurzen Distanzen zueinander stattfinden. 

  • Der Stadtrat will die Quartiere und ihre Zentren stärken. Hier spielt sich das Alltagsleben 
der Bewohner sowie der Werktätigen ab. Das Raumentwicklungskonzept zeigt, wo es bereits gut funktionierende Quartierzentren gibt, welche weiterentwickelt werden sollten und wo es neue Quartierzentren braucht.

Strategie und Reglemente werden angepasst

Die konsequente Umsetzung der Mobilitätsstrategie sei für das räumliche Wachstum eine zentrale Voraussetzung, heisst es in der Mitteilung. Nur mit der Förderung der flächeneffizienten Verkehrsmittel – öffentlicher Verkehr, Fuss- und Veloverkehr – werde es möglich, die Zunahme der Mobilitätsbedürfnisse zu bewältigen. Die Abstimmung von Siedlung und Mobilität ist für den Stadtrat ein zentraler Punkt. Er überarbeitet deshalb parallel zum Raumentwicklungskonzept die Mobilitätsstrategie. Beide werden voraussichtlich Ende Juni 2018 im Grossen Stadtrat behandelt.

Das Raumentwicklungskonzept sei auch eine Grundlage für die Zusammenführung der beiden Bau- und Zonenordnungen von Littau und Luzern. Da jene von Luzern erst vor dreieinhalb Jahren – im Juni 2014 – vom Regierungsrat genehmigt wurde, werden für den Stadtteil Luzern nur Anpassungen an die übergeordneten Vorgaben gemacht. Die BZO für den Stadtteil Littau stammt aus dem Jahr 2009 und wird deshalb einer Gesamtrevision unterzogen. Ziel ist es, dass die zusammengeführte BZO 2023 in Kraft tritt. 


 

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