Wohnatelier für Luzerner Kulturschaffende in Chicago vergeben
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Die Städtepartnerschaft Luzern-Chicago erlaubt es mehreren Luzerner Kulturschaffenden, ein Atelier in Chicago zu nutzen. (Bild: flickr/James Willamor)

Ateliers stehen 2020/2021 zur Verfügung Wohnatelier für Luzerner Kulturschaffende in Chicago vergeben

3 min Lesezeit 26.03.2019, 21:04 Uhr

Eine Städtepartnerschaft zwischen Luzern und Chicago ermöglicht es mehreren Luzerner Künstlern, in der amerikanischen Stadt ein Wohnatelier zu benutzen. Für die Jahre 2020 und 2021 wurden fünf Luzerner Künstlerinnen ausgewählt, darunter Béla Rothenbühler oder Joan Seiler.

Seit dem 1. September 2001 unterhält der Verein Städtepartnerschaft Luzern–Chicago in Zusammenarbeit mit Stadt und Kanton Luzern sowie mit Unterstützung von privaten Sponsoren in Chicago ein Wohnatelier, das Luzerner Kulturschaffenden zur Verfügung gestellt wird. Die Belegung des Ateliers für die Jahre 2020 und 2021 wurde Anfang dieses Jahres ausgeschrieben. Die Ausschreibung richtete sich an Kulturschaffende aller Sparten aus dem Kanton Luzern.

Bis zum 1. März wurden 29 Bewerbungen eingereicht, dies geben die Verantwortlichen vom Verein Städtepartnerschaft Luzern-Chicago diesen Dienstag bekannt. Zur Beurteilung der Eingaben wurde eine Fachjury mit Vertreterinnen von Stadt, Kanton und Verein gebildet.

Viele der Bewerberinnen und Bewerber skizzierten in ihren Dossiers spezifische Ideen und Projekte für den Chicago-Aufenthalt. Neben künstlerischer Qualität sowie professioneller und kontinuierlicher Auseinandersetzung mit dem eigenen Tätigkeitsfeld bewertete die Jury auch das Potenzial gezielter Auseinandersetzung und nachhaltiger Beziehungen mit der Gaststadt Chicago.

Vergeben wurde je ein Atelierstipendium in Chicago an folgende Kulturschaffende:

  • Béla Rothenbühler (1990), Literatur/Theater

Mit der Wahl des Autors und Dramaturgen Béla Rothenbühler würdigt die Jury einen talentierten Textarbeiter, der in den letzten Jahren an einer Vielzahl von Produktionen mitgearbeitet und sich so ein breites Netzwerk in unterschiedlichen Szenen aufgebaut hat. Er arbeitet spartenübergreifend an aktuellen und gesellschaftspolitischen Themen. Bei seinen in der Bewerbung skizzierten Schreibprojekten geht es um lokale Inhalte und spezifisch amerikanische Facetten in der Dramaturgie. Rothenbühlers Ergebnisse werden der Luzerner Theaterszene bestimmt einen Schub verleihen.

  • Sabina Oehninger (1982), Bildende Kunst/Angewandte Kunst

Die Künstlerin und Grafikerin Sabina Oehninger arbeitet im Kunst-Hotspot Gelbes Haus, wo sich in den letzten Jahren auch ein kreatives Netzwerk zwischen Luzerner und Chicagoer Kunstschaffenden entwickelt hat. Ihre vielseitige Arbeit als Künstlerin und ihre Offenheit gegenüber dem Unbekannten hat die Jury überzeugt. Mit dem Stipendium erhält Oehninger die Möglichkeit, ihre spartenübergreifende Kreativität in der ihr bereits bekannten Chicagoer Kulturszene voranzutreiben.

  • Patrick Blank (1970) / Mischa Christen (1972), Fotografie

Die Luzerner Fotografen Patrick Blank und Mischa Christen haben in den letzten zwei Jahren mit ihrer Arbeit zum Thema «Doppelter Fokus» überzeugt. Sie zeigen in ihrer irritierenden Gegenüberstellung einen emotionalen Blickpunkt in zwei Perspektiven. Das Ziel von Blank/Christen ist die künstlerische Weiterentwicklung als Duo zwischen Konfrontation und Kongruenz, also das Ausloten zweier Sichtweisen mit demselben Fokus. Der Blues wird dabei auch seine Rolle spielen. 

  • Joan Seiler (1988), Musik

Die Musikerin Joan Seiler sucht neue musikalische Herausforderungen. Das von ihr skizzierte Thema «People of Color» setzt sich mit dem pulsierenden Schmelztiegel Chicago auseinander. Seiler nimmt politische Themen auf und verarbeitet sie spielend und komponierend. Sie pflügt ein breites musikalisches Terrain, das sie stets erweitert. Der Sound und Herzschlag Chicagos werden ihr Schaffen zusätzlich befeuern.

  • Roland Bucher (1976), Musik

Roland Bucher ist die Rhythmusabteilung des Duos Blind Butcher, das in den letzten zwei Jahren in der Schweiz, in Deutschland oder Frankreich einen ziemlichen Hype ausgelöst hat. Als Mitbewohner im Künstlerhaus Das Gelbe Haus bewegt sich der Musiker in einem durchlässigen, kreativ-künstlerischen Kontext und arbeitet vielseitig und spartenübergreifend. Sein Soloprojekt Noise Table hat die Jury überzeugt. Die Musikstadt Chicago wird Bucher unerhörte Ausdrucksformen entlocken.

Die Jury setzt sich aus folgenden Personen zusammen:

  • Verena Omlin, Kulturförderung Stadt Luzern
  • Pius Strassmann, FUKA-Fonds Stadt Luzern
  • Stefan Sägesser, Kulturbeauftragter Kanton Luzern
  • Anna Balbi, Stv. Leiterin Kulturförderung Kanton Luzern
  • André Schürmann, Verein Städtepartnerschaft Luzern – Chicago

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