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Wo Zugs Ausländer zur Schule gehen
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79 Prozent der ausländischen Kinder im Kanton Zug besuchen eine Privatschule. (Bild: Amt für gemeindliche Schulen Kanton Zug, Bildungsstatistik. Bearbeitung: Statistisches Amt des Kantons Zürich)

Zahlen und Fakten zu Zuger Migration Wo Zugs Ausländer zur Schule gehen

5 min Lesezeit 27.05.2015, 11:41 Uhr

Rund die Hälfte Ausländer kommen wegen einer Arbeitsstelle nach Zug. Sie stammen häufig aus Deutschland oder angelsächsischen Ländern, sind besser ausgebildet, arbeiten mehr, sind aber auch mehr doppelt so häufig arbeitslos. Dies zeigt eine neue Zuger Migrationsstudie. Und auch, wie gross der Anteil von Ausländern ist, die ihre Kinder in die Privatschule schicken.

In den letzten 10 Jahren ist die Zuger Wohnbevölkerung besonders stark gewachsen, mit einem Wachstum von 2 Prozent wurde im Jahr 2010  ein Rekordwert registriert. Hauptgrund war die starke Zuwanderung aus dem Ausland aufgrund der guten Wirtschaftslage. Der Ausländeranteil nahm ab 2007 zwar in allen Kantonen deutlich zu; besonders ausgeprägt jedoch im Kanton Zug. Ende 2013 umfasste die ständige ausländische Wohnbevölkerung in Zug 30‘543 Personen. Damit betrug der Ausländeranteil rund 26 Prozent. Seit 1995 hat sich der Anteil damit beinahe verdoppelt.

Gut ein Drittel der Zuger Bevölkerung ab 15 Jahren hat damit einen Migrationshintergrund. Rund 23’000 sind Ausländer der ersten oder zweiten Generation; die übrigen knapp 11’000 Personen sind Schweizer mit Migrationshintergrund.

Mehr Chefs und Kinder

Im Kanton Zug verfügen 43 Prozent der ausländischen Bevölkerung ab 15 Jahren über einen Abschluss auf Tertiärstufe; bei der Schweizer Bevölkerung ist der entsprechende Wert weniger hoch (34 %). In den Nachbarkantonen liegen die Werte jeweils deutlich tiefer. Das hohe Ausbildungsniveau der ausländischen Bevölkerung zeigt sich auch im hohen Anteil der Ausländer, die eine Führungsposition besetzten (Ausländer 22 %; Schweizer 19 %).

Der Anteil der Erwerbstätigen ist bei Ausländern höher als bei der Gesamtbevölkerung. Auch arbeiten mehr als die Hälfte der Ausländer Vollzeit, bei den Schweizern liegt der Wert bei 42 Prozent.

In jedem dritten Zuger Haushalt leben Kinder. Während es bei den Schweizer Haushalten gut 32 Prozent sind, macht der Anteil bei den ausländischen Haushalten 42 Prozent aus. Dagegen ist bei den Schweizern der Anteil der verheirateten Paare ohne Kinder etwas höher als bei den ausländischen Paaren (33 % gegenüber 24 %). Insgesamt ist die ausländische Bevölkerung auch jünger: Vor allem Personen zwischen 15 und 24 Jahren haben hier ein stärkeres Gewicht als bei Schweizern.

Einwanderungsgründe in den Kanton Zug

Einwanderungsgrund der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung

Einwanderungsgrund der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung

(Bild: Staatssekretariat für Migration, Ausländerstatistik; Bearbeitung: Statistisches Amt des Kantons Zürich)

Quelle: Staatssekretariat für Migration, Ausländerstatistik; Bearbeitung: Statistisches Amt des Kantons Zürich

Eine Arbeitsstelle ist landesweit das häufigste Einwanderungsmotiv. 2013 traf dieser Grund auf rund die Hälfte der in den Kanton Zug eingewanderten, ausländischen Person zu. Rund 43 Prozent der Zugezogenen kamen im Rahmen eines Familiennachzugs. Dieser Anteil ist deutlich höher als andernorts. Am meisten kommen dabei aus Nordamerika (11 %), das ist dreimal mehr als im Schweizer Mittel (4 %).

Deutsche als grösste Gruppe

Ende 2013 zählte der Kanton Zug 118‘118 ständige Einwohnerinnen und Einwohner; davon hatten 30‘543 Personen einen ausländischen Pass. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung betrug also gut ein Viertel.

Wie in den anderen deutschsprachigen Kantonen haben sich auch in Zug viele Menschen aus Deutschland niedergelassen. 2013 wohnten 6‘419 Deutsche Staatsbürger in Zug, was einem Anteil von rund einem Fünftel an der ausländischen Bevölkerung entspricht. Weitere grosse Gruppen sind Personen aus Italien (9 %) sowie aus Portugal und aus dem Vereinigten Königreich (jeweils 6 %). Annähernd 3‘200 Personen kamen letztes Jahr aus dem Ausland in den Kanton Zug, wiederum bildeten die Deutschen die grösste Gruppe.

Rund 2‘000 Personen haben letztes Jahr den Kanton Zug in Richtung Ausland verlassen. Etwa jeder Fünfte davon stammt aus Deutschland. Dahinter folgten Schweizer (18 %), Menschen aus dem Vereinigten Königreich (10 %) und der Vereinigten Staaten (7 %).

Bei den restlichen 10 Prozent der Zuzüger handelt es sich um Einwanderungen ohne Erwerbstätigkeit, Aus- und Weiterbildung, anerkannte Flüchtlinge oder Härtefälle.

Deutsche führen Einbürgerungsliste an

Letztes Jahr haben in der Schweiz 34‘061 Personen die Staatsbürgerschaft erworben, 515 davon im Kanton Zug. Im Kanton Zug entfallen rund die Hälfte aller neuen Staatsbürgerschaften auf fünf Herkunftsländer, die meisten davon (19 %) auf Personen aus Deutschland. Fast gleich viele Einbürgerungen entfielen in Zug auf Personen aus Serbien (9 %), dem Kosovo (8 %), der Türkei und Bosnien-Herzegowina (beide 7 %).

Im Kanton Zug ist Deutsch zwar die meist gesprochene Sprache. Allerdings gibt bei den Ausländern nur rund die Hälfte der ausländischen
Einwohner Deutsch als Hauptsprache an, gefolgt von einem hohen Anteil Englischsprachiger (11 %), Italienisch- (6 %), Serbisch/Kroatisch- (6 %) und Portugiesisch-Sprachiger (4 %).

Jeder zweite Auswanderer ein Schweizer

Ausländerinnen und Ausländer wohnen durchschnittlich weniger lang in den Zuger Gemeinden als Schweizerinnen und Schweizer. Knapp die Hälfte der Schweizer Bevölkerung im Kanton Zug ist seit über 10 Jahren in derselben Gemeinde wohnhaft. Die meisten Ausländerinnen und Ausländer sind dagegen erst seit 1 bis 5 Jahren in der Gemeinde ansässig (43 %). Dieser Anteil ist etwas höher als im Landesmittel (40 %). 13 Prozent der Ausländer im Kanton Zug wohnen nur gerade 4 bis 12 Monate  in einer Gemeinde. Ein Zeitraum, der für das Absolvieren von Praktika, Uni-Semestern und Work Exchanges typisch ist.

Mehr Mieter, weniger Niederlassungsbewilligungen

Unterschiede gibt es im Kanton Zug auch bei der Lebenssituation: Acht von zehn Ausländern leben zur Miete; bei den Schweizern sind es gut die Hälfte. Dies hat laut Bundesamt für Statistik aber weniger mit den finanziellen Möglichkeiten zu tun; vielmehr planen Menschen mit Migrationshintergrund häufig eine spätere Rückkehr in die Heimat oder der Aufenthalt in der Schweiz ist zeitlich begrenzt.

Der Kanton Zug zählt 18‘278 Personen oder 60 Prozent der ausländischen Wohnbevölkerung mit einer Niederlassungsbewilligung. Nur gerade in Nidwalden ist der Wert noch tiefer (54 %). Stattdessen hat Zug am zweitmeisten «B-Bewilligungen» ausgestellt. Rund 37 Prozent der Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit besitzen eine solche Aufenthaltsbewilligung. Kurzaufenthalter (L) oder «Vorläufig Aufgenommene (F) sind knapp 1 Prozent, der Anteil Asylsuchender (N) liegt unter 1 Prozent.

Mehr als doppelt so viele Arbeitslose und Sozialhilfebezüger

Im Kanton Zug lag die Arbeitslosenquote im Jahr 2013 mit 2,1 Prozent unter dem Schweizerischen Mittel. Schweizer wiesen eine Arbeitslosenquote von 1,6 Prozent auf, Ausländer eine solche von 3,8 Prozent. Damit gehört Zug zu den Kantonen, in denen die Quoten am wenigsten stark divergieren. Auch die Sozialhilfequote ist bei der ausländischen Bevölkerung höher. 2012 bezogen 3,5 % der Ausländer Sozialhilfe, bei den Schweizern betrug die Quote 1 %.

Die Publikation der Fachstelle Statistik kann online kostenlos bezogen werden (siehe weiterführende Links).

Drei Viertel gehen an Privatschulen

Es fällt auf: Ausländer im Kanton Zug trauen dem staatlichen Schulsystem wenig zu. Nur gerade 23 Prozent der Ausländer im Kanton die gemeindlichen Schulen, den höchsten die Privatschulen mit 79 Prozent.

An den Privatschulen kommen die meisten ausländischen Schülerinnen und Schüler aus dem Vereinigten Königreich (20 %) und den USA (14 %). Rund neun Prozent stammen aus Deutschland, gefolgt von Frankreich (6 %) und den Niederlanden (5 %).

Grosse Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der vertretenen Nationen. 2013 waren 16 Prozent der ausländischen Kinder an gemeindlichen Schulen aus Deutschland, gefolgt von Portugal (11 %), Italien (8 %), Sri Lanka (7 %) und der Türkei (6 %). An den Sonderschulen stammen die meisten der 85 ausländischen Schüler aus Portugal (20 %), gefolgt von Deutschland (14 %), Italien (13 %), der Türkei (7 %) und Bosnien und Herzegowina (6 %).

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