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Wo nun die Kanti Ennetsee gebaut werden könnte
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Die Firma Pavatex neben der Papierfabrik ist nicht am Projekt beteiligt. (Bild: zvg)

Nach Chamer Volks-Nein: Suche nach Alternativen Wo nun die Kanti Ennetsee gebaut werden könnte

3 min Lesezeit 12.02.2019, 05:17 Uhr

Die Gegner einer neuen Kantonsschule auf dem Röhrliberg in Cham möchten nach gewonnener Abstimmung, dass als Alternativstandort eine bereits bebaute Fläche umgenutzt wird – zum Beispiel das Pavatex-Areal. Aber es gäbe noch eine zweite Möglichkeit auf grüner Wiese, und mit viel Phantasie könnte man sich sogar eine Kanti in Hünenberg vorstellen.

Nein zur Umzonung des Gebietes Röhrliberg/Allmendhof für eine neue Kantonssschule Ennetsee und Nein zum Chamer Standortbeitrag von 20 Millionen Franken an die neue Mittelschule (zentralplus berichtete). Die sonntäglichen Abstimmungsergebnisse haben rings um Cham für Verwunderung gesorgt.

Doch nun, nachdem die Katerstimmung verflogen ist, stellt sich die Frage, wo man allenfalls sonst eine neue Kanti für den Ennetsee bauen könnte. Schliesslich wird mit einem schnellen Anstieg der Gymnasiastenzahlen im Kanton Zug gerechnet. Von heute 2’000 sollen sie binnen 15 Jahren auf 2’370 ansteigen. 500 Mittelschüler pendeln heute schon aus dem Ennetsee nach Zug (zentralplus berichtete).

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Schwieriger Prozess

Von heute auf morgen wird die Realisierung eines Alternativstandorts nicht gehen. «Klar, es ist mühsam, eine Zone des öffentlichen Interesses für Bauten und Anlagen neu einzurichten», sagt Markus Jans, Mitglied des Initiativkomitees 2x Nein zur Kantonschule. Das sehe man ja auch bei der Oeschwiese in Zug, um die seit langer Zeit gerungen wird (zentralplus berichtete).

Doch Jans glaubt, dass es im Fall der Kanti Ennetsee möglich ist und es auch Alternativstandorte zum Röhrliberg gibt. Jans selber hatte 2012 îm Kantonsrat mit einer Motion gefordert, dass man doch die Nutzung des Papieri-Areals für die Kantonsschule prüfen solle. Doch sein Vorstoss wurde abgelehnt.

Pavatex-Werk schliesst

Das Gelände, das der Industriellenfamilie Buhofer gehört, wurde in eine gemischte Zone für Arbeiten und Wohnen umgewandelt – heute wird dort ausschliesslich geabeitet. Jans erinnert sich: «Man sagte uns damals, dass es wegen der Immissionen der Pavatex für einen Schulstandort nicht geeignet sei.»

Nun wird das Werk in Kürze stillgelegt, die Fläche wird frei (zentralplus berichtete). Aufgrund der Machbarkeitsstudie Röhrliberg habe man die gleiche Fläche von einem Architekten auf das Pavatex-Areal umgelegt, sagt Jans. Und festgestellt, dass die Kanti Cham dort ohne weiteres Platz hätte.

«Es scheint mir vernünftiger, eine bisher bebaute Brache zu nützen, als die grüne Lunge im Westen von Cham anzuknabbern», sagt Jans. Allerdings müsste die Gemeinderegierung und der Kanton wiederum mit den Buhofers verhandeln, denn eine ihrer Immobiliengesellschaften hat das Pavatex-Gelände vor einer Weile gekauft.

Beim früheren Kirchbüelhof

Es gibt aber auch einen zweiten Standort in Cham, den sich die Gegnerschaft der Kanti Röhrliberg bereits angesehen hat. Der Verein Mehr Wert Cham, das KriFo, die SP sowie die IG Allmendhof haben das Gelände des Kirchbüelhofs unter die Lupe genommen. Genauer: das Gelände  im Anschluss an die Leichtathletik-Anlage Röhrliberg. Mit etwas Fantasie wäre dort auf dem Gelände auf den Grundstücken der Gemeinde und des Kantons eine Kanti realisierbar.

Hier ist die grüne Lunge Chams schon ein wenig angeknabbert: Beim ehemaligen Kirchbüelhof.

Hier ist die grüne Lunge Chams schon ein wenig angeknabbert: Beim ehemaligen Kirchbüelhof.

(Bild: Screenshot google maps)

«Ruft doch den Tännler»

Für ernsthafte Verhandlungen müsste sich der Regierungsrat wieder gleich ins Zeug legen, wie dies Heinz Tännler (SVP) einst für die Umfahrung Cham-Hünenberg oder für den Kauf des Hofes Villiger getan hat.

Eine solche Tatkraft wünscht sich Jans nun auch für die Kanti Ennetsee am Ort des Pavatex-Werkes. Wenn der Gemeinderat nicht mit den Buhofers sprechen wolle oder könne, «dann soll er doch Heinz Tännler rufen», sagt Jans. Oder aber den aktuellen Vorsteher der kantonalen Baudirektion, FDP-Regierungsrat Florian Weber.

Beim Zythus ist noch nichts entschieden

Stellt sich die Frage, ob unbedingt Cham Standort für eine Kantonsschule Ennetsee werden muss. Rotkreuz wäre wohl zu abgelegen – aber war da nicht etwas in Hünenberg? «Das Zythus-Areal gehört dem Kanton Zug», sagt Gemeindeschreiber Guido Wetli, dem ansonsten keine andere Fläche in den Sinn kommt.

Der Kanton allerdings möchte dort eine gut verdichtete Überbauung realisieren, die Planungsarbeiten sind fortgeschritten. Aber vielleicht wäre eine Kanti Ennetsee eine Option für jenen Teil der Anwohnerschaft, welche gegen das Projekt Sturm läuft? Noch ist am Zythus nichts in Beton gegossen.

 

 

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