Wo du in Luzern trotz allem noch einkaufen kannst
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Der Anblick der Manor-Filiale in der Weggisgasse ist ein passendes Sinnbild für den «Lockdown». (Bild: cbu)

Lockdown 2.0 läuft ab heute Wo du in Luzern trotz allem noch einkaufen kannst

4 min Lesezeit 3 Kommentare 18.01.2021, 20:02 Uhr

Der zweite Lockdown ist da – und mit ihm die Verwirrung, welche Läden nun offen bleiben und welche ihre Türen wegen Corona bis Ende Februar geschlossen haben. zentralplus bringt Licht in den verwucherten Massnahmen-Dschungel.

Viele Leute haben sich am Samstag zum letzten Mal für die nächsten fünf Wochen mit Kleidung und anderen Artikeln eingedeckt (zentralplus berichtete). Derweil haben Luzerner Geschäfte Konzepte entworfen, um auch während des Lockdowns offen zu haben.

Ein Augenschein in der Stadt Luzern am Montagmittag offenbart eine Beinahe-Geisterstadt. Die sonst belebten Einkaufsgassen sind praktisch ausgestorben, die Geschäfte grösstenteils dunkel. Und die Läden, die offen haben, gehen in der Masse von abgedunkelten Schaufensterfronten fast unter. Mancherorts muss man zweimal hinschauen, um erkennen zu können, ob ein Laden geöffnet hat.

Wie es am Montagmittag in der Stadt ausgesehen hat, siehst du im Video:

Essen ja, hinsetzen nein

Schon im ersten Lockdown durften Restaurants, die Take-Away-Service anbieten, geöffnet haben – im Lokal Platz nehmen durfte man jedoch nicht. Das ist auch bei Lockdown Nummer 2 so.

Immer mehr Luzerner Beizen haben ihre Lehren gezogen und ihr Angebot umgestellt. Ein Blick auf die Website deines Lieblingslokals gibt darüber Aufschluss, was angeboten wird, in welcher Form und in welchem Zeitraum.

So ist zum Beispiel neuerdings das Barbès unter die Take Aways gegangen: Das Lokal für marokkanische Spezialitäten bietet auch einen «food2go»-Service an. Menüs können telefonisch aus einer reduzierten Karte bestellt und dann vor Ort abgeholt werden.

Kleider und Mode

Jetzt wird es verwirrend. Reguläre Kleidergeschäfte sind derzeit geschlossen. Kleider gehören gemäss den Richtlinien des Bundes nicht zu den Artikeln des «kurzfristigen täglichen Bedarfs». Zumindest nicht Jeans, Pullis und Jacken. Unterwäsche hingegen schon.

Viele Kleiderläden bieten mittlerweile Online-Stores an – allen voran natürlich die grossen Ketten wie H&M und C&A. Es gibt in der Stadt Luzern aber auch kleinere Boutiquen, die ohne auskommen müssen.

Eine dieser Boutiquen ist «Die Handlung». Der Concept Store am Bundesplatz, der Kleidung, Schmuck und Kosmetika verkauft. Er bietet nun von Dienstag bis Freitag jeweils von 14 bis 17 Uhr eine Abhol-Theke an.

Wer übrigens meint, der Regelung ein Schnippchen schlagen zu können und Kleider in einem Brockenhaus zu holen, wird enttäuscht: Diese sind nämlich ebenfalls geschlossen.

Die komplizierte Regelung dürfte Online-Modehäusern wie Zalando, die schon im Lockdown im Frühling grosse Gewinne verbuchen konnten, Aufwind geben.

Papeterie & Bürobedarf

Wer seinen Kollegen im Homeoffice oder der Oma im Altersheim einen Brief schreiben möchte, kann dies auch weiterhin tun. Papeterien gehören zu den Läden für Artikel des täglichen Bedarfs und sind deshalb geöffnet.

Telekommunikation

Wer statt Briefe schreiben lieber anrufen möchte und dafür das neuste Handy braucht, kann ebenfalls aufatmen. Verkaufsstellen von Swisscom, Salt und Sunrise sind offen. Ebenfalls Betriebe, die Handyreparaturen anbieten.

Geschlossen sind hingegen Elektronikgeschäfte wie beispielsweise «Bang & Olufsen», die Fernseher oder Audiosysteme verkaufen. Möglich sind jedoch Bestellungen und Lieferungen, die vor Ort abgeholt werden können, sowie kontaktlose Installationen direkt beim Kunden.

Das Elektronik-Fachgeschäft «Bang & Olufsen» bietet seinen Lieferdienst auch während des Lockdowns an. (Bild: cbu)

Reparaturen aller Art

Stichwort Reparaturen: Nebst Elektronikgeschäften dürfen auch Nähateliers, Wäschereien oder Autoreparatur-Werkstätten ihre Dienste anbieten. Einige, wie «Interdiscount», lösen das über eine vorgängige Anmeldung des Kunden per Telefon. Andere, wie «Foto Ecker», behalten den Laden offen, geben aber auf einem Plakat an, welche Dienste zurzeit möglich sind.

Kameras dürfen bei «Foto Ecker» vor Ort keine gekauft werden – Verbrauchsmaterial schon. (Bild: cbu)

Lesestoff für kalte Nächte

Corona hat den Buchhandlungen Auftrieb gegeben (zentralplus berichtete). Und obwohl Bücher keine Güter des «kurzfristigen täglichen Bedarfs» sind, haben sich die Luzerner Buchhandlungen etwas einfallen lassen. So bietet «Stocker Buchhaus» nebst dem Online-Store auch eine Abholung vor Ort an.

Bestellte Bücher können zu vorgegebenen Zeiten vor Ort abgeholt werden (Bild: cbu)

Bei der «Hirschmatt-Buchhandlung» können Bestellungen telefonisch getätigt und auf Anfrage im Laden abgeholt oder für einen «Corona-Solidaritäts-Batzen» von 5 Franken nach Hause geliefert werden. Der Bestell- und Abholdienst wird auch vom «Buchparadies» im Bahnhof-Untergeschoss und dem Comic- und LP-Laden «Comix-Remix» angeboten.

Gartenbau und Baumärkte

Die Böden sind zwar vielerorts gefroren, aber wer jetzt schon im Garten vorarbeiten möchte, kann dies tun. Auch Heimbastler können aufatmen. Geschäfte wie «Coop Bau & Hobby» in Kriens, «Von Moos» am Kasernenplatz oder diverse Floristen bleiben offen.

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3 Kommentare
  1. Daniel Steiner, 19.01.2021, 06:51 Uhr

    In der Schweiz haben und hatten wir nie einen Lockdown sondern eben Shutdown wenn man schon unbedingt den Anglizismern verfallen muss. Ein Lockdown beinhaltet eine Ausgangssperre, die wir bis jetzt nie hatten.

    1. Gery Weber, 19.01.2021, 08:02 Uhr

      Und dennoch wird in der Schweiz halt der Begriff Lockdown verwendet. Versuchen Sie mal Google: 32 Mio Lockdown, 1,6 Mio. Shutdown.

    2. Daniel Steiner, 19.01.2021, 11:22 Uhr

      Stimmt nicht Gern Weber. SRF verwendet nur noch Shutdown, da der Unterschied mal erklärt wurde.

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