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Wo die ehemaligen EVZ-Ausländer heute spielen
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Robbie Earl, Viktor Stålberg und Micki DuPont sind ehemalige EVZ-Söldner, die nun anderswo ihr Geld verdienen. (Bild: Montage sib)

Von Biel über Berlin bis Sibirien Wo die ehemaligen EVZ-Ausländer heute spielen

7 min Lesezeit 2 Kommentare 19.11.2018, 12:38 Uhr

Der Namen Rob Schremp mag so manchem EVZ-Fan bereits entfallen sein. Doch nun meldet sich der US-Amerikaner mit einem aufwühlenden Instagram-Post an seine Fans und begründet dort seinen Rücktritt. Wir nehmen dies zum Anlass, um genau hinzuschauen, wohin es die ehemaligen EVZ-Söldner verschlagen hat.

Das Eishockey-Business ist ein schnelllebiges Geschäft. Vor allem auf den Ausländerpositionen kommt es oft vor, dass sich die Söldner selbst während der Saison die Klinke in die Hand geben. Oft verliert man die Söldner nach dem Abgang schon bald aus den Augen.

Einer, der sich nun wieder ins Bewusstsein der EVZ-Fans ruft, ist Rob Schremp. Der Amerikaner hielt für die Zuger in der Saison 13/14 die Knochen hin, danach führte die Ochsentour nach Skellefteå, Portland, Langnau, Nürnberg und Salzburg. Dort wurde sein Vertrag Ende letzte Saison nicht verlängert.

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Mit einem emotionalen Instagram-Post wandte er sich nun an seine Fans. Der 32-Jährige schreibt von psychischen Problemen, die er jedoch im Griff habe. Er sei während seiner Karriere ganz oben gewesen, habe aber auch in die tiefsten Abgründe gesehen.

Der bewegende Beitrag von Rob Schremp:

 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Rob Schremp (@brodieschremp) amNov 13, 2018 um 7:17 PST

Nachdem sein Agent ihm mitteilte, dass er keine Zukunft im Verein habe, sei der Rücktritt die schwierigste Entscheidung seines Lebens gewesen. Schremp lebt mit seiner Familie nun in Florida und engagiert sich in einem Projekt, das sich der Ernährung für Athleten widmet.

Der Fall Schremp zeigt: Es ist Zeit für eine Liste mit ehemaligen EVZ-Ausländern und wo diese heute unter Vertrag stehen. Berücksichtigt werden nur Spieler, die immer noch aktiv sind. Deswegen vorweg zwei erwähnenswerte Akteure, die inzwischen die Schlittschuhe an den berühmten Nagel gehängt haben.

Pierre-Marc Bouchard

Zwei Saisons lang verzückte der Kanadier mit den goldenen Händen das Herti-Publikum. 128 Punkte in 108 NLA-Spielen sprechen für sich. Er war gar Liga-Topscorer. Doch nach zwei Saisons beim EVZ dann der Schock: Der heute 34-Jährige beendete trotz lukrativem weiterlaufendem Vertrag aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere. Das Risiko für bleibende gesundheitliche Schäden im Falle einer weiteren Hirnerschütterung war zu gross geworden. Heute lebt er wieder in Nordamerika.

Henrik Zetterberg

Der Schwede ist einer der grössten Spieler, die jemals das Trikot der Kolinstädter übergestreift haben. Zetterberg ist Mitglied des Triple-Gold-Clubs. Während der Lockout-Saison 12/13 lief er in 23 Spielen auf Schweizer Eis auf. Ansonsten verbrachte er seine gesamte NHL-Karriere mit 1219 Spielen bei den Detroit Red Wings.

Henrik Zetterberg sorgte für kurze Zeit beim EVZ für Furore.

Henrik Zetterberg sorgte für kurze Zeit beim EVZ für Furore.

(Bild: Facebook/ Detroit Red Wings)

Doch die illustre Karriere fand kürzlich ein jähes Ende, als sich der 38-Jährige aus Sundsvall aufgrund von degenerativen Rückenbeschwerden zum Rücktritt gezwungen sah (zentralplus berichtete).

Nach den unfreiwilligen Rücktritten kommen wir nun zu den Ex-Söldnern des EV Zug, die immer noch auf dem Eis stehen.

Janne Niskala

Der Finne glänzte während der Saison 05/06 als Offensivverteidiger im Trikot des EVZ. In der Quali standen 29 Punkte in 44 Spielen zu Buche. Dafür offenbarte der als Wunschspieler von Rauman Lukko geholte Niskala teilweise defensive Defizite.

Nach nur einer Saison zog es ihn wieder zurück nach Skandinavien zu Färjestad. Weiter ging es nach Nordamerika, wo er es für die Tampa Bay Lightning auf sechs NHL-Spiele brachte. Über Schweden und nach mehreren Stationen in der KHL kam der 37-Jährige 2014 zurück zu seinem Stammverein Lukko, wo er bis heute spielt.

Micki DuPont

Inzwischen ist der Kanadier 38 Jahre alt. Doch an Produktivität hat der Verteidiger seit seiner EVZ-Zeit nicht viel eingebüsst. 2008 aus der AHL geholt, avancierte er auf Schweizer Eis auf Anhieb zu einem Schlüsselspieler, der vor allem im Powerplay oft für den entscheidenden Pass verantwortlich war.

Nach zwei Saisons, in denen jeweils die Halbfinals erreicht wurden, zog es DuPont weiter zu den Flughafenstädtern nach Kloten. Bei den Flyers schaffte er es gar zweimal in den Final – ein Titel blieb ihm in der Schweiz jedoch verwehrt. Dies schaffte er in Berlin bei den Eisbären, mit denen er 2005 und 2006 den Meistertitel holte.

Inzwischen spielt er wieder in der Bundeshauptstadt, dem Ort seines ersten Europa-Abenteuers. Mit den Eisbären traf er übrigens in dieser Saison in der Champions Hockey League auch auf den EVZ.

Linus Omark

Omark ist ein Hockey-Schillerfalter. Einer, der an guten Tagen zum Besten fähig ist, die EVZ-Fans bisweilen staunend zurückliess. In seiner einzigen Saison in der Kolinstadt (12/13) wurde er gleich Liga-Topscorer. Doch dem Schweden geht manchmal der ultimative Biss ab. Auch beim EVZ konnte er die Leistungen aus der Qualifikation in den Playoffs nicht mehr ganz reproduzieren.

So kennen ihn auch die EVZ-Fans noch – Omark als Goalgetter: 

 
 
 
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Green derby today🙏🏻

Ein Beitrag geteilt von Linus Omark (@limpan67omark) amOkt 18, 2018 um 12:38 PDT

Nach einer Saison versuchte er sich ein weiteres Mal in der NHL – erfolglos. Nach einer Kurzvisite in Schweden landete Omark in der KHL. Zuerst bei Jokreti Helsinki, seit 2015 läuft er für Salavat Yulaev Ufa auf. Dort ist er seit Jahren Topskorer des Teams. So hat der 31-jährige Weltmeister von 2017 doch noch sein Glück gefunden.

Eero Kilpeläinen

Nach dem Abgang von Keeper Jussi Markkanen 2013 war der EVZ auf Torhütersuche und dachte, mit Brian Boucher einen valablen Nachfolger gefunden zu haben. Der entpuppte sich jedoch als wenig sattelfest zwischen den Pfosten. Trotz laufendem Vertrag konnte daraufhin Eero Kilpeläinen von Jokerit Helsinki losgeeist werden.

Der Finne erwies sich jedoch auch nicht gerade als Torwart-Titan und so wurde in den Playoffs lieber auf Michael Tobler und Gianluca Hauser gesetzt. So verliess der heute 33-Jährige die Schweiz Ende Saison bereits wieder in Richtung Heimat (KalPa). Dort fand er zurück zu alter Stärke. Auf die Saison 17/18 wagte Kilpeläinen den zweiten Schritt ins Ausland – diesmal ins schwedische Örebro. Dort ist er jedoch nicht mehr unumstrittener Stammkeeper, muss sich den Platz mit Stefan Steen teilen.

Robbie Earl

Diesen Spieler muss man hierzulande eigentlich niemandem mehr vorstellen. Der US-Amerikaner spielt seit 2012 in der Schweiz, unterbrochen von einem kurzen Schweden-Abstecher. Egal, ob Rapperswil-Jona, Zug oder Biel. Der 33-Jährige hat überall zuverlässig gescort. Für den EVZ waren es in 91 Spielen 80 Punkte.

Robbie Earl im Trikot des EVZ. Aktuell reitet er mit den Bielern auf einer Erfolgswelle.

Robbie Earl im Trikot des EVZ. Aktuell reitet er mit den Bielern auf einer Erfolgswelle.

(Bild: evz)

Nach je einmal Abstiegsrunde und Playoff-Viertelfinal-Aus wechselte Robbie Earl 2015 vom EVZ zu Färjestad. Nach nicht einmal einer Saison kehrte der Routinier bereits wieder in die Schweiz zurück zum EHC Biel. Mit den Seeländern ist er zurzeit die Nummer eins der Liga.

Daniel Sondell

Wieder ein Offensivverteidiger und Powerplay-Spezialist in der Liste. Der 34-Jährige spielte vor seinem EVZ-Engagement – 2014 bis 2016 – ausschliesslich in Schweden und Finnland. Doch lange Anlaufzeit brauchte er bei den Zugern nicht. Der Schwede war von seiner Ankunft in der Zentralschweiz bis zu seinem Abschied gesetzt.

Dann wurde er von Lugano-Sportchef Roland Habisreutinger aus seinem laufenden Vertrag herausgekauft. Dies mit wenig Erfolg: Für die Südtessiner stand er ganze achtmal auf dem Eis, bevor er in Salzburg anheuerte, denn der HCL löste seinen Vertrag auf. Auch in der Mozart-Stadt blieb er nur kurz, bevor der Ruf der Heimat lockte. Nun steht Sondell in seiner zweiten Saison bei Luleå unter Vertrag und ist erstmals seit seiner EVZ-Zeit wieder unumstrittener Stammspieler.

Jarkko Immonen

Immonen wurde in seiner Heimat Finnland bei JYP gross. Nachdem er sich in der NHL bei den New York Rangers nicht durchsetzen konnte, kehrte er zu seinem Stammverein zurück. Nach zwei erfolgreichen Saisons lockte Bars Kasan aus der KHL. Dort konnte er seine starke Form halten und führte Finnland 2011 zum ersten WM-Titel seit 16 Jahren.

Immonen bei seiner Ankunft in der Schweiz:

Er wechselte innerhalb der Liga zu Torpedo Nizhny Novgorod und von dort 2015 zum EV Zug. In seiner zweiten und letzten Saison drehte er nach einer durchwachsenen Qualifikation in den Playoffs auf und hatte entscheidenden Anteil am ersten Playoff-Final der Zuger seit dem Titelgewinn 1998.

Sein Vertrag wurde jedoch nicht verlängert und so kehrte der 36-Jährige dorthin zurück, wo alles angefangen hat: zu JYP. Mit dem Team aus Jyväskylä ist er amtierender Titelträger in der Champions Hockey League. Auf dem Weg zum Triumph spielte JYP unter anderem auch gegen den EVZ.

Viktor Stålberg

Der aktuellste Akteur in dieser Liste ist der Schwede Stålberg, der sich vom EVZ vor rund zwei Wochen trotz laufendem Vertrag in Richtung Sibirien zu Avangard Omsk abgesetzt hat. Der 32-Jährige hat sich damit in seinem alten Verein und unter seinen Fans nicht nur Freunde gemacht (zentralplus berichtete).

Der Stanley-Cup-Champion von 2013 verliess die Schweiz mit Gattin und einjährigem Sohn fast Hals über Kopf, nachdem er für die Kolinstädter in 61 Meisterschaftsspielen genauso viele Punkte verbuchte.

EVZ-Crack Viktor Stålberg: Am Dienstag muss er seine Chancen nutzen.

Viktor Stålberg trug bis vor kurzem noch das EVZ-Trikot.

(Bild: Felix Klaus)

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2 Kommentare
  1. Manuel Ziegler, 20.11.2018, 08:53 Uhr

    Stalberg hat einen Sohn und keine Tochter 😉

    1. Redaktion Simon Bertschi, 20.11.2018, 09:09 Uhr

      Da haben Sie natürlich absolut recht. Ist geändert, danke.