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Wo Zuger Businessmänner das Hüpfen lernen
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Manchmal muss gehüpft werden: Marcel Denner und Fabio Ceci von der Investorin Credit Suisse testen die Trampolins.

Am Freitag eröffnet die Zwischennutzung «Freiruum» Wo Zuger Businessmänner das Hüpfen lernen

4 min Lesezeit 08.08.2019, 15:22 Uhr

Am Freitag wird Zug reicher. Um eine riesige Zwischennutzung, mit vielen kleinen Gastro-Betrieben, einer Sporthalle und neuen Co-Working-Spaces. Der «Freiruum» öffnet für zweieinhalb Jahre seine Tore. Ein charismatischer Ort, der seinem Namen jedoch nicht ganz gerecht wird.

EVZ-Garderobe. Der Raum, in dem die Medienkonferenz einen
Tag vor der «Freiruum»-Eröffnung stattfindet, heisst zwar so. Er dürfte jedoch
deutlich besser riechen als das Original.

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Vielmehr handelt es sich um einen der verschiedenen Sitzungsräume in der neuen Zuger Zwischennutzung, der diesen verspielten Namen trägt. Am Tag vor der grossen Eröffnung ist noch nicht ganz alles fixfertig. Noch fehlt hier und da ein Schriftzeichen, noch muss ein Kabel montiert werden.

Gebaut für die Ewigkeit? Nicht doch!

Dass es sich «nur» um eine knapp zweieinhalbjährige Zwischennutzung handelt, ist kaum erkennbar. Trotz robustem Industriecharme wirken die Foodstände, Sitzgelegenheiten und Sitzungsräume, als wären sie für Jahrzehnte erstellt worden.

Und das hat seinen Grund. Das Ganze soll Gattung machen. Zuger anziehen, nicht nur einmal, sondern immer wieder. Dies ist nämlich nicht nur ein Ort, an dem Businessleute von den umliegenden Firmen Pause machen können. Nein, hier wird ebenfalls Business betrieben. Von Sportanbietern, Gastronomen und Eventveranstaltern. Auch wenn es sich bei den Food-Anbietern zumeist um kleinere Betriebe handelt, abgesehen vom EVZ, der im «Freiruum» unter dem Namen «Kolins Kitchen» künftig Burger und Pommes verkauft.

Mittlerweile sorgen stehende und hängende Pflanzen für eine gute Atmosphäre in der Foodhalle.

Kein Plastik, alles Porzellan

Jedenfalls ist am Tag vor der Eröffnung bereits ersichtlich: Man ist bereit für das Volk. Die schicken Porzellantassen sind neben der Kaffeemaschine gestapelt, am hawaiianischen Paia-Poké-Stand sind die riesigen Reiskocher montiert und der ganze Raum ist hübsch geschmückt mit Pflanzen, stehenden sowie hängenden. – Auch diese werden zum Verkauf angeboten.

Bei der Kahawa-Kaffeebar wird nicht nur Kaffee verkauft, sondern auch gleich geröstet.

Baustellen gibt es nur noch wenige. Der Verein «Zuger helfen Zugern» wird in einer Ecke eine Tauschbörse einrichten. Noch hängt dort jedoch erst das Grundgerüst. Patrick Bützer, der beim Projekt involviert ist, erklärt: «Das Ziel ist es, die Facebook-Tauschplattform an einem physischen Ort umzusetzen.» Wer etwas braucht, nimmt’s mit. Wer etwas zu geben hat, bringt es her. «Ein ähnliches Projekt findet aktuell im Hertizentrum statt. Das funktioniert gut.»

Noch fehlt es dem Bio-Laden an Geld

Auch beim «Kraftmarkt», einem geplanten Bio-Markt, der auf No-Waste setzt, herrscht noch gähnende Leere. Die Initianten hoffen auf grosse Unterstützung per Crowdfunding. Ein Blick auf die Webseite zeigt jedoch: Von den erhofften 75’000 Franken hat man erst knapp 13’000 Franken erreicht. Unverpackte Lebensmittel, regionaler Bezug. Das passt ganz gut ins Konzept.

«Wir legen grossen Wert auf Nachhaltigkeit. Wir verwenden kein Wegwerfgeschirr und keine Petflaschen. – Ausser aus Sicherheitsgründen im Sportbereich», so Markus Kargler, der den Betrieb des «Freiruums» im Namen der Firma Point Break leitet.

Gefahrlos zum Hobby-Akrobaten werden

Ab Freitag kann nicht nur gefuttert, sondern auch geturnt werden. Die Boulderhalle ist schon fixfertig, die Klettergriffe noch gänzlich frei von Magnesiumabdrücken. Beim Rundgang durch den Sportbereich trifft man jedoch bereits jetzt auf den einen oder anderen Gast, der es sich nicht verkneifen konnte und ein Paar Hüpfer auf den fix installierten Trampolins wagt.

Noch sind sie unangetastet, die Klettergriffe der neuen Boulderhalle.

Die Highlights hier: Ein Basketballkorb über einem Trampolin, um endlich einmal erfolgreich «dunken» zu können, sowie ein Trampolin, auf dem man gefahrlos wilde Kunststücke vollführen kann. Gelandet wird nämlich auf einem grossen, weichen Luftkissen.

Der «Freiruum», das ist keine neue Idee, erfahren wir vom Zuger Kommunikationsberater Werner Schaeppi. Er hat Pläne des Landis-&-Gyr-Areals aus dem Jahr 1995 ausgegraben. Tatsächlich. In einer Vision von damals, wie das Areal künftig aussehen könnte, waren bereits verschiedene Bereiche mit «Freiraum» gekennzeichnet. Unter anderem genau an dem Ort, an dem der heutige «Freiruum» realisiert wird.

Markus Kargler, der Betriebsleiter des «Freiruum».

Aber wo ist denn nun dieser Freiraum?

Zweifelslos. Der «Freiruum» passt zu Zug. Blickt man sich in der Zwischennutzung um, fällt jedoch eines auf. So richtig viel freien Raum gibt es hier nicht. Jedes Angebot hat seinen ordentlichen Platz. Vielleicht gibt es sie jedoch dennoch. Die Möglichkeiten für kleinere, weniger privatwirtschaftlich orientierte Angebote, sich Raum zu verschaffen. Für spontane Yogalektionen zwischen den Bänken, einer Kunstaktion junger Engagierter oder einer Lesung zwischen Boulderwänden.

Die Zwischennutzung «Freiruum» am Zählerweg 5 in Zug eröffnet am Freitag, dem 9. August, um 18 Uhr.

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