Wirtschaft
Tierschutz ist alarmiert

Schweine sollen in Luzerner Ställen zu wenig Platz haben

Die Luzerner Schweinebauern stehen seit längerem unter Druck. Nun schaltet sich auch der Tierschutz ein. (Bild: Symbolbild Markus Bachmann/AURA)

Der Schweizer Tierschutz (STS) hat sich zum Tierwohl der Schweizer Schweine besorgt geäussert. Luzerner Schweinebauer stehen aber nicht erst seit Kurzem unter Druck.

Weil der Preis für Schweinefleisch historisch tief liegt, zögern viele Luzerner Schweinebauern mit der Schlachtung ihrer Tiere. Gleichzeitig müssen sie ihren Schweinen ab einem Gewicht von 110 Kilogramm erheblich mehr Fläche zur Verfügung stellen. Der STS zweifle daran, dass die Schweine in den Ställen aktuell genug Platz vorfinden würden, so das «NZZ magazin».

Der Veterinärdienst des Kantons Luzern hat sich derweil an die Schweinebauern gewendet und sie aufgefordert, die Mindestabmessungen gemäss Tierschutzgesetz einzuhalten. Bei den Kontrollen sei keine Zunahme von zu engen Platzverhältnissen festgestellt worden, so Martin Brügger, Chef des Luzerner Veterinärdiensts.

Reduktion der Bestände ist die einzige Lösung

Eine Reduktion des Schweinebestands um zehn Prozent sei die einzige Möglichkeit, um dem Überangebot an Schweinefleisch entgegenzuwirken, erklärte Markus Kretz, Präsident des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbands (LBV), im November 2022 (zentralplus berichtete). Zehn Prozent, das wären alleine im Kanton Luzern, wo ein Drittel aller Schweizer Schweine gehalten werden, rund 40'000 Tiere.

Das Überangebot an Schweizer Schweinen ist auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Die geschlossenen Grenzen hätten zu einer erhöhten Nachfrage nach Schweizer Schweinefleisch geführt, wie die NZZ schreibt. Die Branche habe daraufhin den Bestand erhöht. Mit der Öffnung der Grenzen hätten Schweizerinnen wieder mehr ausländisches Schweinefleisch konsumiert. Das Resultat: ein Überangebot an Schweizer Schweinefleisch.

Verwendete Quellen
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