Wirtschaft
Kein Wasser aus Seen – und dann?

So bereiten sich Luzerner Bauern auf Trockenheit vor

Wegen zunehmender Trockenheit müssen sich Luzerner Obstbauern etwas einfallen lassen. (Bild: Symbolbild: Emanuel Ammon/Aura)

Wegen der tiefen Wasserstände dürfen Luzerner Bauern kein Wasser mehr aus Bächen und Seen verwenden. Solche Situationen werden künftig zunehmen. Vor allem Obstbäuerinnen sorgen deshalb vor.

Der Vierwaldstättersee ist 40 Zentimeter tiefer als sonst (zentralplus berichtete). Die kleine Emme gleicht einem Rinnsal. Das spüren auch die Luzerner Obst- und Gemüsebauern. In der «BauernZeitung» betont deshalb Markus Thali, der Präsident des Luzerner Obstbauvereins: «Jeder muss sich in Zukunft Gedanken zum Wasser machen.»

Eigene Wasserspeicher werden zum Thema

Der Aufruf kommt nicht von ungefähr. Wegen der anhaltenden Trockenheit hat der Kanton Luzern kürzlich den Landwirten untersagt, Wasser aus den Bächen oder Seen zu nutzen, um ihre Felder zu bewässern (zentralplus berichtete). Thali ist deshalb überzeugt, dass die Bauern künftig nicht darum herumkommen, eine eigene Wasserreserve zu besitzen.

Gemäss der Luzerner Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) gebe es derzeit noch wenig Anfragen für den Bau von Speicherbecken. Der Sprecher vom Lawa sei jedoch überzeugt, dass der Bedarf zunehmen wird: «Gerade im Sommer bei Trockenperioden wird die Entnahme von Wasser aus Gewässern immer schwieriger. Um die Qualität und die Erträge der Kulturen zu sichern, sind solche Speicher immer mehr gefragt», wird Thomas Meyer im Artikel zitiert.

Unklarheiten im Bewilligungsverfahren verzögern Bau

Noch gelte es jedoch einige Fragen zu klären. Solche Retentionsbecken, die beispielsweise Dachwasser von Häusern oder Scheunen sammeln, benötigen viel Platz. Und gerade Landwirtschaftsland wie Fruchtfolgeflächen müssen jeweils anderswo kompensiert werden. Meyer kenne so einige Betriebe, die künftig Wasserbecken bauen möchten, aber noch Fragen zu den Auflagen hätten.

Der Präsident des Luzerner Obstbauvereins hofft hierbei auf Lösungen seitens Kanton. Denn im Herbst steht die «Luzerner Offensive Spezialkulturen» in den Startlöchern. Ein Ziel davon sei, die Strukturen der landwirtschaftlichen Betriebe zu verbessern.

Verwendete Quellen
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