Wirtschaft
Expresskurier mit Sitz in Luzern

Seco verbietet Stash definitiv die Sonntagsarbeit

Gemäss Seco-Entscheid bleiben die Stash-Radler auch künftig sonntags den Velosatteln fern. (Bild: Stash) (Bild: Stash)

Wenn dir am Sonntag zu Hause während des FCL-Matches das Bier ausgeht, musst du weiterhin selber zur Tankstelle laufen. Der Expresskurier Stash darf an Sonn- und Feiertagen nicht ausliefern, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) jetzt entschieden hat.

Das Seco lehnt das Gesuch des Kuriers Stash zur Bewilligung der Sonntagsarbeit ab. Mit dem Verbot endet die monatelange Ungewissheit über die Zukunft des Schweizer Expresskuriers, der auch einen Sitz in Luzern hat (zentralplus berichtete).

Stash ist seit Anfang Dezember letzten Jahres in Luzern aktiv. Der Start wurde von einer Hiobsbotschaft für das Unternehmen überschattet. Kurz zuvor hatten verschiedene Medien darüber berichtet, dass der Expresskurierdienst am Sonntag keine Waren mehr ausliefern darf.

Sonntagsarbeit ist nur in gewissen Branchen erlaubt

Der Grund: Sonntagsarbeit ist grundsätzlich bewilligungspflichtig. Stash jedoch hatte keine Bewilligung eingeholt. «Wir sind davon ausgegangen, dass wir das ohne Weiteres dürfen: Wir sind ja nicht anders als alle anderen Lieferdienste, die am Sonntag ausliefern», zitierte der «Tages-Anzeiger» Stash-CEO Benno Burkhardt in einem Artikel.

«Restaurants dürfen zum Beispiel Pizza liefern, Stash aber nicht die Zutaten für eine Pizza.»

Max Meister, Verwaltungsratspräsident von Stash

Er irrte sich, wie sich jetzt zeigt. Von einer Bewilligungspflicht ausgenommen sind nur gewisse Branchen wie die Gastronomie oder die Gesundheitsbranche – und daran hält das Seco fest. Dies bestätigt die Stash-Firmenleitung auf Anfrage von zentralplus.

Unterschriftensammlung verlief im Sande

Der Kurierdienst reagiert enttäuscht. «Restaurants dürfen zum Beispiel Pizza liefern – auch noch zusätzlich mit Wein oder Coca-Cola –, Stash aber nicht die Zutaten für eine Pizza», schreibt Max Meister, Verwaltungsratspräsident von Stash, an zentralplus.

Nachdem die Behörden im November ein Lieferverbot an Sonntagen verhängt hatten, bemühte sich Stash intensiv um eine Ausnahmebewilligung. Das Unternehmen hat sogar eine Onlinepetition gestartet, die schliesslich aber nicht eingereicht wurde. Dies, weil das Seco die Unterschriftensammlung ohnehin «in keinem Fall gewürdigt hätte», wie Max Meister glaubt.

Das Bundesamt für Wirtschaft äussert sich nicht zu den Gründen seines Entscheids. «Konkrete Einzelfälle beziehungsweise laufende Verfahren in diesem Zusammenhang werden nicht kommentiert», heisst es auf Anfrage.

Strenge Ladenöffnungszeiten sind ein Standortvorteil

Stash ist ein Schweizer Expresskurierdienst, der im Juli 2021 gegründet wurde.  Das Geschäftsmodell ist, innerhalb von zehn Minuten Waren des täglichen Bedarfs auszuliefern (zentralplus berichtete). Das Verbot, am Sonntag zu liefern, trifft den Kurierdienst hart. «Es ist grundsätzlich so, dass die Nachfrage nach Stash steigt, wenn andere Läden geschlossen sind», schreibt Meister dazu. «Dies konnten wir auch am Sonntag beobachten und das beweist das Bedürfnis der Bevölkerung, auch am Sonntag einzukaufen. Leider sieht dies das Seco anders.»

Der Markt der Kurierdienste ist sehr umkämpft. In Basel heisst die grosse Konkurrenz Valora, die mit «Avec Now» eine Lieferung innert 15 Minuten verspricht. Es dürfte kein Zufall sein, dass sich Stash bereits aus Basel zurückgezogen hat.

Damit sind die einzigen beiden verbleibenden Standorte von Stash Zürich und Luzern. Dem Unternehmen spielen in Luzern die im interkantonalen Vergleich restriktiven Ladenöffnungszeiten in die Karten. Das erhöht die Chancen, dass der Kurier auch ohne Sonntagsarbeit sein Geschäft in Luzern aufrechterhält.

Autor: Pascal Kaelin

Verwendete Quellen
  • Mailkontakt mit Stash-Verwaltungsratspräsident Max Meister
  • Mailkontakt Medienstelle Seco
  • Artikel im «Tages-Anzeiger» (Paywall)
Deine Ideefür das Community-Voting

Die Redaktion sichtet die Ideen regelmässig und erstellt daraus monatliche Votings. Mehr zu unseren Regeln, wenn du dich an unseren Redaktionstisch setzt.

Deine Meinung ist gefragt
Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Bitte beachte unsere Netiquette.