Wirtschaft
Jedes zehnte sei zu viel

Säuli-Kanton Luzern hat zu viele Schweine

Die Preise für Schweine sind so tief wie lange nicht mehr. (Bild: hch)

Jedes dritte Schweizer Schwein lebt im Kanton Luzern. Doch gemäss Luzerner Bauern muss der Bestand um 10 Prozent reduziert werden. Wegen Überbestands ist der Preis für Schweine so tief wie nie.

In keinem anderen Kanton leben so viele Schweine wie im Kanton Luzern (zentralplus berichtete). Doch der wichtigste Betriebszweig der Luzerner Bäuerinnen gerät in Bedrängnis. Die Preise für ihre Schweine sind historisch tief, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt.

Für einen 20 Kilogramm schweren Jager erhalten Schweinezüchter derzeit etwas mehr als 50 Franken – bei einem Preis von 2.70 Franken pro Kilo. Gemäss Markus Kretz, Präsident des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbands (LBV), wäre das Eineinhalbfache nötig, um die Kosten zu decken und Gewinn zu erwirtschaften. Noch vor zwei Jahren hätten sie für dasselbe Schwein rund 140 Franken erhalten (7 Franken pro Kilo).

Grund für die tiefen Preise ist ein Überangebot: Das Angebot übersteigt die Nachfrage. Kretz führt das Problem auf die Corona-Pandemie zurück. Da während der Pandemie kaum jenseits der Grenzen eingekauft worden ist, haben die Schweizerinnen viel Schweizer Schweinefleisch gekauft. Die Bauern haben, um die Nachfrage zu decken, ihren Bestand ausgebaut. Jetzt, da Einkaufstourismus wieder möglich sei, blieben die Bäuerinnen auf ihren Schweinen sitzen.

Da gleichzeitig auch die Preise für die Produktion steigen – etwa wegen teurerem Strom oder Futter – trifft dieses Preistief die Bauern besonders hart. Für Kretz gibt es in dieser Situation nur eine Lösung: Die Bestände müssen um rund 10 Prozent gesenkt werden, wie er gegenüber dem Nachrichtenportal sagt. Das wären rund 40'000 Schweine.

Verwendete Quellen
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