Wirtschaft

Arbeitsmarkt
Probleme von Älteren bei der Stellensuche haben sich verschärft

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Falsche Klischees: Gemäss internationalen Forschungen nimmt weder die Intelligenz noch die Gedächtnisleistung mit dem Alter signifikant ab. Foto: Senioren-Universität Luzern. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Jeder vierte Erwerbslose im Kanton Luzern ist über 50 Jahre alt. Dafür verantwortlich gemacht werden unter anderem die mit dem Alter steigenden Pensionskassen-Beiträge. Momentan beschäftigt sich die kantonale und kommunale Politik mit dem Thema. Der Direktor der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz, Felix Howald, fordert mehr Teilzeitstellen und altersgerechte Arbeitsplätze.

Im Hinblick auf die geplante AHV-Revision fordert die Wirtschaft, das ordentliche Rentenalter anzuheben. Und wird nicht müde, den Fachkräftemangel zu beklagen. Gleichzeitig wird es für ältere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen immer schwieriger, eine Stelle zu finden oder den Arbeitsplatz behalten zu können. 2012 betrafen laut Informationen des Schweizer Ablegers der Outplacement-Firma Lee Hecht Harrisson 41 Prozent aller Kündigungen in der Schweiz Arbeitnehmer über 50 Jahre.

Dies schlägt sich auch in der Arbeitslosenstatistik des Kantons Luzern nieder. Betrug der Anteil der Generation 50 plus im Jahr 2003 noch 16 Prozent, stieg er seither kontinuierlich an. Laut Statistik Luzern Lustat liegt er dieses Jahr bereits bei 25 Prozent. Oder anders gesagt: Jeder vierte Luzerner Arbeitslose ist 50-jährig oder älter.

Die Gründe für die Zunahme sind vielfältig. «Das hat mit den Struturen der Wirtschaft zu tun», sagt Hans Hofstetter, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Luzern. Umstrukturierungen, Umbauten und Abbauten seien häufiger geworden. Damit einher gehe ein gestiegener Kostendruck. «Ältere Arbeitnehmer verdienten in der Vergangenheit tendenziell mit zunehmender Erwerbsdauer mehr, ohne dass die Anforderungen der Arbeit gleichermassen mit stiegen.» Wenn die Arbeitgeber dann plötzlich mehr Leistung verlangen, hat mancher Mühe.

«Widersinniges Gesetz»

Ausserdem steigen mit zunehmendem Alter auch die Beiträge an die berufliche Vorsorge (zweite Säule), was Hofstetter als «widersinnig» bezeichnet. «Es ist nicht logisch, dass man die Arbeit unnötig verteuert.» Was das bedeuten kann, illustriert Hans Hofstetter mit einem Beispiel. «Wenn sich zwei Stellenbewerber mit den gleichen beruflichen Qualifikationen um eine Buchhalterstelle bewerben, der eine ist 35 Jahre, der andere 55 Jahre alt, wird die Wahl wohl aus Kostengründen auf den Jüngeren fallen.» Das Argument der längeren Erfahrung sei da nicht entscheidend.

Firmen, welche einen älteren Mitarbeiter anstellen wollten, könne man Einarbeitungszuschüsse (EAZ) anbieten. 2012 konnten laut Hofstetter im Kanton Luzern 40 Stellensuchende von Einarbeitungszuschüssen profitieren. «War wir nicht tolerieren, ist der Missbrauch dieses Instruments, um Kosten zu sparen. Wir wollen zuerst einen Arbeitsvertrag sehen», erklärt der Dienststellenleiter gegenüber zentral+.

Bei schwieriger zu vermittelnden Personen biete man intensive Betreuung an, die individuell auf den Fall abgestimmt werden müsse. Also beispielsweise ein Einzelcoaching. Personen, die zum Beispiel 20 Jahre in einer Fabrik die gleiche Tätigkeit ausgeübt hätten, bräuchten mehr Betreuung, sagt Hans Hofstetter.

Der Kanton unterstützte auch das 2011 lancierte Politprojekt «Speranza 50+» der vom verstorbenen Otto Ineichen gegründeten Stiftung Speranza. Ziel war eine Unterstützung der Weiterbildung von älteren Arbeitnehmern. Nach zwei Jahren hat die Stiftung im Sommer beschlossen, sich wieder auf jüngere Arbeitslose zu konzentrieren. Die auf die Vermittlung älterer Personen spezialisierte Firma MC-T aus Windisch hat das Projekt übernommen. Sie gleicht mit einer speziellen Software täglich die Profile von Stellensuchenden mit offenen Stellen ab.

Thema auf politischer Ebene

In Luzern wird die schwierige Arbeitssituation der über 50-Jährigen auch auf der politischen Ebene derzeit breit diskutiert – und rückt so vermehrt ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit. «Im Gegensatz zur Jugendarbeitslosigkeit ist die Problematik gar nicht oder wenig bekannt», sagt Romy Odoni (FDP), Präsidentin der kantonsrätlichen Kommission Gesundheit, Arbeit und Soziale Sicherheit.

Auf kantonaler und kommunaler Ebene sind mehrere Vorstösse eingereicht worden.

Zwei stammen vom Verein «50plus outIn work», dessen Präsident Herbert Nell und der Geschäftsführerin Heidi Joos sich stark für das Thema engagieren, sowie einer von SP-Kantonsrat Giorgio Pardini.

In zwei kommunalen Volksmotionen verlangte Heidi Joos, dass die Stadt Luzern Sozialhilfebezügern die Zusatzversicherung der Krankenkasse bezahlt und der anrechenbare Mietzins von 850 Franken angehoben wird. Der Stadtrat Luzern lehnt beide Anliegen ab, doch noch muss die Vorlage in den Grossen Stadtrat.

Befristete Zuschüsse an die berufliche Vorsorge

Die Motion von Pardini, welche inhaltlich mit einer Petition des Vereins übereinstimmt, verlangt dagegen befristete staatliche Zuschüsse für die Pensionskassenbeiträge von älteren Arbeitslosen. Die Initianten begründen ihr Anliegen damit, dass Arbeitslose über 50 nicht nur wegen ihres Alters, sondern auch wegen höheren Pensionskassenbeiträgen diskriminiert würden. «Da altersneutrale BVG-Beiträge auf Bundesebene politisch zurzeit nicht durchsetzbar sind, sind die Kantone gefragt», schreibt Pardini.

Die Initianten beziehen sich auf Programme aus dem Kanton Neuenburg und der Stadt Freiburg, wo eben solche Vergünstigungen an die Pensionskasse bezahlt werden.

Der Luzerner Regierungsrat unterstützt das Anliegen und hat beschlossen, den Vorstoss Pardinis als Postulat erheblich zu erklären. Er hat aber auch klargemacht, dass er die Finanzierung nicht übernehmen will, das sei Gemeindesache.

Konkret rechnet die Regierung mit 235 anspruchsberechtigten Personen pro Jahr und Kosten von 1,4 Millionen Franken.

Und was sagt die Wirtschaft?

Wäre eine Subventionierung ein Anreiz für Firmen, ältere Arbeitnehmer eher anzustellen? Der Unternehmer Olivier Bucheli sagt Ja. «Der BVG-Beitrag kann vielleicht entscheidend sein. Er hebt einen älteren Kandidaten auf dieselbe Augenhöhe des jüngeren Bewerbers.»

Der Adligenswiler ist ebenfalls im Verein 50plus outIn work aktiv. Jedoch nicht als Betroffener, sondern als Unternehmer. Bucheli leitet eine Firma für Brennstoffzellen in Yverdon und eine weitere in der Deutschschweiz. «Ich habe auch schon eine ältere Person  eingestellt. Ich habe signalisiert, dass ich grundsätzlich interessiert sei an seiner Bewerbung und ihn aber auch gefragt, ob er zu einem Lohnverzicht bereit wäre».

Es habe sich um einen Chemiker mit Kenntnissen in Elektromechanik gehandelt. «Sein Spitzensalär, das er zuvor bei einem Grosskonzern bezog, konnten wir uns schlicht nicht leisten». Laut Bucheli einigte man sich gemeinsam auf ein Salär, das 15 Prozent unter seinem letzten Gehalt lag.

Fakt ist auch: Je länger jemand arbeitslos ist, je kleiner wird die Chance, doch noch einen Job zu finden. Im schlimmsten Fall werden die Betroffenen zu Sozialfällen. Damit droht der wirtschaftliche und soziale Abstieg. «Das ist keine schöne Aussicht», sagt ein betroffener Luzerner, der kurz vor der Aussteuerung steht und nicht mit Namen genannt werden möchte.

Sein Selbstbewusstsein sei stark angeschlagen. «Ich habe Angst, in einen Topf geworfen zu werden mit Personen, die aus ganz anderen Gründen Sozialfälle sind.» Schon vor dem Gang aufs Amt graut dem Betroffenen, der eine Kaderposition inne hatte.

Interview mit Felix Howald, Direktor der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ)

Felix Howald, seit 2010 Direktor der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz.

Felix Howald, seit 2010 Direktor der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz.

(Bild: PD)

zentral+: Wie steht Ihr Verband zum Thema der Generation 50+ und ihrer Schwierigkeiten bei der Arbeitsssuche?

Felix Howald: Das Thema ist für uns aus verschiedenen Perspektiven wichtig. Einerseits besteht ein Fachkräftemangel. Es braucht immer mehr gut qualifizierte Mitarbeiter. Die Generation 50 plus bietet da einen Pool, der noch zu wenig genützt wird. Dazu kommen das politisch heisse Eisen der AHV-Sanierung und die Forderung, dass die Leute länger arbeiten.

zentral+: Ist ein höheres Pensionsalter denn überhaupt durchsetzbar?

Howald: Am höheren Pensionsalter führt kein Weg vorbei. Das bedingt aber ein Umdenken bei den Firmen. Sie müssen Möglichkeiten schaffen, dass ältere Leute länger arbeiten können und sich überlegen, wie man diese nutzbringend einsetzen kann. Aber auch beim Gesetzgeber benötigt es ein Umdenken, denn noch vor zehn Jahren sprach man von Pensionsalter 64, Frühpensionierungen, etc. Die heutige Herausforderung besteht darin, sich zu überlegen, wie man die berufliche Vorsorge weniger altersfeindlich gestalten kann. Das heutige Gesetz kann tatsächlich zur Folge haben, dass ältere Leute benachteiligt sind, wenn sich zwei Stellenbewerber mit der gleichen Qualifikation und unterschiedlichem Alter bewerben.

zentral+: Wie ist die Situation in der Zentralschweiz, werden über 50-Jährige ungern angestellt?

Howald: Nein, im Gegenteil. Wenn sie die nötige Qualifikation haben, werden sie oft mit Handkuss genommen. So stellen Firmen zum Beispiel gerne ältere IT-Spezialisten an, weil diese oft an einem längeren Arbeitsverhältnis interessiert sind, während jüngere Mitarbeiter oft nach ein zwei Jahren wieder weg sind. Empirische Studien zeigen ausserdem, dass altersmässig gemischte Teams oft mehr Erfolg haben, erfolgreicher und innovativer sind. Auch in Stellen mit Kundenkontakt sind ältere Mitarbeiter beliebt, weil Kunden oft ihre Seniorität schätzen.

zentral+: Was meinen Sie mit Seniorität?

Howald: Sie haben einen grösseren Erfahrungsschatz, Kompetenz, Gelassenheit und vielleicht sogar eine gewisse Weisheit. Graue Haare sind eben manchmal doch ein Vorteil!

zentral+: Die Industrie und Handelskammer Zentralschweiz hat diese Tage ihren jährlichen  Event «Personalleiterkonferenz» durchgeführt, an dem 90 HR-Verantwortliche von Zentralschweizer Firmen teilgenommen haben. Ein Workshop hiess «Altersgerechte Arbeitsplätze und Prozesse». Wurde dieses Thema gewählt, weil dazu gerade politische Vorstösse laufen?

Howald: Nein. Die zeitliche Koinzidenz ist Zufall. Wir haben die Konferenz schon vor einem halben Jahr geplant. Aber am oben genannten Workshop sagten 90 Prozent der Teilnehmer, dass sie in letzter Zeit Personen über 50 Jahre angestellt hätten.

zentral+: Das tönt alles sehr positiv. Die Arbeitslosenzahlen älterer Arbeitnehmenden sprechen aber eine andere Sprache. Beschränkt sich das Problem daher nur auf einzelne Bereiche?

Howald: In gewissen Branchen gibt es tatsächlich mehr Probleme, zum Beispiel überall dort, wo Schicht gearbeitet wird. Schichtarbeit ist gegen den biologischen Rhythmus und kann ein Problem werden in zunehmendem Alter. Und Personen, die ein Leben lang Schichtarbeit geleistet haben, sind oft nicht bereit, bei einer anderen Arbeit auf den Schichtzuschlag zu verzichten. Allgemein sind körperlich anspruchsvolle Arbeiten im Alter schwieriger; dies betrifft vor allem das Baugewerbe, aber auch die Industrie oder Jobs mit häufiger Reisentätigkeit wie Installateur etc.

zentral+: Man hört immer wieder, dass die mögliche Altersdiskriminierung auch mit den höheren Pensionskassenbeiträgen für ältere Mitarbeiter zu tun habe.

Howald: Es ist sicher notwendig, dass dort eine Anpassung vorgenommen wird. Die Beiträge sollten linearer sein statt mit dem Alter stark ansteigend. Schon heute haben Firmen aber im gesetzlichen Rahmen die Möglichkeit, die Beiträge zu nivellieren und so die älteren Angestellten zu entlasten.

zentral+: Und was halten Sie vom Vorschlag der befristeten staatlichen Subventionierung der Pensionskassen-Beiträge, um so mehr Angestellte über 50 Jahre zu einer Stelle zu verhelfen?

Howald: Als Handelskammer stehen wir dieser Idee eher kritisch gegenüber, denn sie widerspricht unserem Verständnis von einem schlanken Staat mit tiefen Steuern. Das ist nicht unbedingt die Aufgabe der öffentlichen Hand. Aber den Handlungsbedarf bejahen wir. Wenn die Zuwanderungsinitiative der SVP und die Ecopop-Initiative angenommen werde sollte – was ich nicht hoffe – wird es noch mehr ältere Leute brauchen, weil der Fachkräftemangel sich dadurch noch weiter akzentuieren würde.

zentral+: Sie haben gesagt, dass es bei den Firmen ein Umdenken benötigt, damit die Bereitschaft steigt, mehr ältere Mitarbeiter anzustellen. Was müssen diese konkret ändern?

Howald: Es braucht ein Umdenken im Personalmanagement. Konkret sind «altersspezifische» Arbeitsbedingungen gefragt: Möglichkeiten für Teilzeitarbeit, einen grösseren Handlungsspielraum und ein Umfeld, welches das Lernen fördert. Wichtig sind auch eine gewisse Entlastung: Vermeidung konstanter geistiger oder körperlicher Belastungen, keine Schicht- und Nachtarbeit, Belastung durch Hitze, Lärm, Licht etc.

Die Mentalität der Arbeitnehmer muss sich aber ebenfalls ändern. Sie müssen vermehrt bereit sein, mit steigendem Alter auch weniger zu verdienen und bei einem Stellenwechsel Lohneinbussen in Kauf zu nehmen. Man spricht vom sogenannten «Bogeneinkommen». Vor allem Männer sind dazu noch nicht bereit.

zentral+: Man hört manchmal, dass Firmen langjährige ältere Mitarbeiter entlassen und sie durch Jüngere ersetzen. Ist Ihnen ein Fall bekannt?

Howald: Es kann gut sein, dass dies vorkommt. Mir sind keine solchen Einzelfälle bekannt.

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4 Kommentare
  1. Albert, 20.12.2013, 13:15 Uhr

    Diese salbungsvollen Litaneien hören wir schon über 10 Jahre. Solange dank PFZ aus dem unendlichen Reservoir des EWR (EU plus EFTA) unbeschränkt «Frischfleisch» importiert werden kann, werden die Arbeitgeber ihre Haltung zu Ü50-Arbeitnehmern nicht ändern.

    Ich bin weder Sympathisant noch Mitglied der SVP, aber am 09. Februar 2014 kriegt sie meine JA-Stimme zur Masseneinwanderungs-Initiative, desgleichen die Ecopop-Initiative. Bundesrat JSA hat sich letzthin selber auf die Schulter geklopft für die neugeschaffenen Arbeitsplätze. Ich habe es in der Bundesstatistik nachgeschaut: es wurden 3 x so viele Arbeitsplätze für Neu-Immigranten geschaffen wie für bereits hier wohnhafte Menschen – der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht!

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  2. Visitcom 50Plus, 03.11.2013, 20:23 Uhr

    Wenn man mit 50 «wegstrukturiert» wird, verhindert die «Überqualifizierung» zudem neue Chancen für den Wiedereinstieg. Bis 50 erarbeitet und erspart man sich das Geld und ab 50 muss man auf das Ersparte zurückgreifen bis nichts mehr da ist. Es gibt genug über 50-jährige, die sich dann «Selbständig» machen, um an Ihr Pensionskassengeld heranzukommen. Viele schämen sich zur RAV zu gehen oder um Sozialhilfe zu betteln. Was da psychysch durchgemacht und angetan wird ist nicht zu fassen! Es kann nicht sein, dass es sich in diese Richtung weiterentwickelt. Menschen die sich mit diesen Problemen konfrontiert sehen oder Firmeninhaber, die diese für die Schweiz unwürdige Situation verbessern wollen dürfen sich gerne bei Visitcom 50Plus aus Basel melden.

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  3. Leo, 29.10.2013, 10:54 Uhr

    Die anonymisierte Bewerbung ist natürlich nie das Alter verschweigend. Wer z.B. in seinem CV 5 Positionen mit total 30 Jahren Berufserfahrung zeigt ist automatisch mindestens 45, sofern er als 15 jähriger Schulabgänger ins Erwerbsleben einstieg. Wahrscheinliches ist, dass er mindestens 50 jährig ist.
    Zudem geht aus den Zeugnissen auch so vieles hervor. Oder kann ich mich irgendwo einfach mit dem Satz bewerben «ich bin interessiert und fähig, die angebotene Vakanz erfolgreich zu besetzen. Alles andere beim Vorstellungsgespräch». Nein, damit ich eingeladen werde, muss ich zuerst mal schriftlich darlegen, warum ich fähig bin. Und deshalb, vergesst das Märchen mit dem anonymen Bewerber.
    Die heutige Herausforderung besteht darin, sich zu überlegen, wie man die berufliche Vorsorge weniger altersfeindlich gestalten kann. ALTERSFEINDLICH!

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  4. Pedro, 28.10.2013, 07:27 Uhr

    Was, wenn der Auftrag für Personalvermittler lautet: Wir suchen eine Person, die max. 35 Jahre alt ist? Da klemmt dann das Umdenken. Die wollen ja ihren Mandanten auch nicht verlieren. Eine Lösung wäre das anonymisierte Bewerbungsverfahren, dann würde die Qualifikation zählen und die Chance überhaupt zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden, wäre ungleich grösser. Doch nicht nur Personalvermittler sind gefragt, auch Chefs. Vielen ist da eine jüngere noch formbarere Person lieber. Man stellt ja niemanden ein, der einem den eigenen Posten mittels Qualifikation streitig machen könnte oder durch seine kritische Haltung ‹gewohnte, bequeme Abläufe› in Frage stellt. Die aktuelle Altersdiskriminierung gegenüber Jobsuchenden der Generation 50+ führt unweigerlich zur Steigerung der Altersarmut.

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