Wirtschaft

40 Franken pro Platz: Parkhäuser sind günstiger
Preise der ESAF-Parkplätze könnten Chaos verursachen

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Die Parkplätze des ESAF sind bei der Kollermühle. (Bild: zvg/ Montage: ewy)

Die Parkplätze am «Eidgenössischen» in Zug sind drei- bis viermal so teuer wie in Estavayer vor drei Jahren. Auch Parkhäuser in der Stadt wären günstiger. Die Verantwortlichen rechnen trotzdem damit, dass die offiziellen Parkplätze genutzt werden. Wie können sie ein Chaos verhindern?

Ein Parkplatz für einen Tag am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Zug kostet bis zu 60 Franken. «Ungeheuerlich», sagen die einen. «Sind eben normale Festival-Preise», sagen die anderen.

«Die hohen Parkgebühren sollen noch einige Leute mehr dazu anregen, den öV zu benutzen», sagt OK-Präsident des ESAF, Heinz Tännler. Das Auto soll zu Hause stehen bleiben (zentralplus berichtete).

Bis zu 60 Franken am Tag

Für alle, die doch mit dem Auto anreisen, besteht wegen der hohen Preise die Versuchung, nicht den offiziellen Parkplatz bei der Kollermühle, sondern die Parkhäuser in der Innenstadt zu nutzen. Das würde wohl zu einem Verkehrschaos führen.

Am Samstag oder Sonntag kostet ein Parkplatz am ESAF 40 Franken pro Tag. Am Freitag zahlt man 20 Franken und für eine «Pauschale», also einen Parkplatz von Freitag bis Montag, werden 60 Franken verlangt.

Auf 24 Stunden gerechnet nicht viel günstiger

Bei den Parkhäusern in der Innenstadt unterscheiden sich die Preise stark. Oft gibt es eine 24-Stunden-Pauschale, wobei man in der Regel etwas weniger bezahlt als für die ESAF-Parkplätze.

Am Postplatz bezahlt man für einen ganzen Tag 33 Franken, in der Metalli 35 und im Casino Zug 29 Franken. Es gibt aber auch andere Beispiele. So würde man für den 24-Stunden-Aufenthalt im Foyer an der Gubelstrasse satte 100 Franken bezahlen.

ESAF mietet Parkhäuser für Ehrengäste

Es gibt also günstigere Alternativen zu den ESAF-Parkplätzen, aber sie sind aufgrund der begrenzten Anzahl Parkplätze in Zug rar. Einige Parkhäuser liegen ausserdem im Festperimeter, wodurch deren Verfügbarkeit nicht gegeben sein wird. Gewisse Parkhäuser mietet das ESAF auch für sich.

Das beim Verwaltungsgebäude 1 beispielsweise wird den Bewohnern des Hochhauses «Uptown» zur Verfügung gestellt. «Deren Garage liegt im Zentrum des Festgeländes, dort können sie deshalb nicht mehr parkieren», so Tännler. Andere Parkhäuser wie jene der kantonalen Verwaltung, Siemens und Johnson and Johnson werden für Ehrengäste und Helfer reserviert.

Parkhäuser sind nachts geschlossen

Der OK-Präsident glaubt nicht, dass Besucher das Risiko eingehen, keinen Parkplatz zu finden, um rund zehn Franken zu sparen. Wer mehrere Tage kommt, wird mit den offiziellen Parkplätzen günstiger fahren. Die meisten Parkhäuser schliessen zudem irgendwann in der Nacht. Das ESAF-Parking sei hingegen rund um die Uhr geöffnet und folglich flexibler, betont Tännler.

«Wenn jemand etwas länger parkt, nehmen wir das nicht übel.»

Heinz Tännler, OK-Präsident ESAF

Theoretisch gelte das Parkticket von Mitternacht bis Mitternacht. «Wer will, kann also bereits um vier Uhr morgens kommen und wenn jemand am Abend eine oder zwei Stunden länger parkt, nehmen wir das auch niemandem übel», so Tännler.

Überprüfen könne man die Fahrzeuge dank verschiedener Sektoren auf dem Parkplatz. Besucher mit dem Drei-Tagespass werden einem anderen Sektor zugewiesen als die Freitags-, Samstags- oder Sonntagsgäste. Wenn also ein Wagen beispielsweise am Samstag noch im Freitags-Sektor steht, weiss man, dass der Lenker illegal länger geparkt hat. Dann muss der entsprechende Betrag nachbezahlt werden.

Tickets müssen vorbestellt werden

Falls sich Besucher keinen Parkplatz reservieren, müssen sie den Betrag gleich vor Ort bezahlen. Aufgenommen werden sollen sie trotzdem, so Tännler. Sonst würden wohl alle in die Stadt ausweichen und dort für Chaos sorgen.

«Wir haben auf unserer Website und in der restlichen Kommunikation aber immer wieder klargestellt, dass man die Tickets vorbestellen muss», so Tännler. Man habe auch kommuniziert, dass man der ausgesteckten Route folgen soll, damit werde Chaos vermieden.

«Die Automobilisten sind sehr diszipliniert.»

Heinz Tännler

«Natürlich können wir nicht verhindern, dass jemand, der von Arth-Goldau anfährt, nicht beim Casino parkiert, aber die Automobilisten sind sehr diszipliniert», sagt Tännler. Man habe an anderen Schwingfesten keine negativen Erfahrungen in diesem Bereich gemacht. Allerdings waren frühere «Eidgenössische» weder mitten in der Stadt, noch haben die Parkplätze so viel gekostet.

Zwölf Stunden kosten meist schon viel Geld

Finanziell lohnenswert werden Parkhäuser für Besucher, die nur ein paar Stunden vorbeischauen. Ab zwölf Stunden Parkzeit kommt man in vielen Parkhäusern nämlich nicht mehr viel günstiger weg. Nimmt man eine realistische Parkzeit für Schwingfans von 6 bis 18 Uhr, bezahlt man im Coop City noch 17.50 Franken.

Das ist allerdings das günstigste Angebot. Im Postplatz-Parkhaus bezahlt man immer noch 28 Franken und in der Metalli spielt es nicht mal eine Rolle, ob man zwölf oder 24 Stunden bleibt, die Obergrenze von 35 Franken ist bei Ersterem bereits erreicht.

«Besucher mit Ticket sind gut informiert»

Leute, die zu diesen Zeiten kommen, seien in der Regel ausserdem jene, die in der Arena das «Anschwingen» sehen wollen. Diese hätten ein Ticket und seien im seltensten Fall spontan vor Ort, sagt Tännler. Entsprechend wären das auch eher die Personen, die sich im Internet informiert haben und mit dem öV kommen oder ihr Parkticket im Vorfeld gelöst haben.

«Ich glaube nicht, dass wegen dieser paar Franken viele Leute in ein Parkhaus gehen», sagt Tännler. «Ich lege aber wirklich allen Besuchern noch einmal ans Herz, mit dem öV zu reisen.»

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3 Kommentare
  1. transit, 17.06.2019, 17:12 Uhr

    Anzunehmen ist, dass die parkierten Autos gut kontrolliert werden und viele Bussen verteilt werden. Die Zuger sollen bloss aufpassen dass nicht zuviele Polizisten am ESAF Kontrolle schieben und die «Bösen» im restlichen Kanton zuviele «Freiheiten» haben. Man darf gespannt sein.

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  2. jam, 16.06.2019, 13:20 Uhr

    Ein besserer Ansatz hätte seitens Organisationskomitee nicht gewählt werden können. Wer will, dass möglichst viele Zuschauer mit dem Auto anreisen, stelle Parkplätze gratis zur Verfügung. Wer will, dass möglichst viele Zuschauer mit öffentlichen Verkehrsmitteln ans #ESAF reisen, bewirtschaftet die zur Verfügung stehenden Parkplätze – und lasse sich das entsprechend abgelten. 60 Franken von Freitag bis Montag ist mehr als nur angemessen.

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  3. mebinger, 16.06.2019, 11:37 Uhr

    Hoch lebe das Chaos, vielleicht bändigt es diese sinnlosen Grossanlässe! Es müssen neue Lösungen gefunden werden!

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