Wirtschaft
Auch junge Frauen zögern

Luzerner Studie zeigt: Frauen haben Angst vor Geldanlage

Sparen oder Investieren? Frauen entscheiden sich häufig für Ersteres. (Bild: Adobe Stock)

Eine Studie der Hochschule Luzern zeigt, dass Frauen ihr Geld seltener anlegen als Männer. Das kann sich aber negativ auf die Altersfürsorge auswirken.

Eigentlich ist es ein Klischee, dass sich Männer stärker für Finanzthemen interessieren. Doch eine Studie der Hochschule Luzern im Auftrag der Postfinance untermauert dieses Klischee. Die Studie zeigt, dass Männer ihr Geld häufiger anlegen als Frauen.

Rund 60 Prozent der befragten Männer legen ihr Geld an. Bei den Frauen sind es mit 40 Prozent deutlich weniger. Und: Die Differenz besteht nicht nur bei älteren Frauen, sondern auch bei jüngeren. Der für die Studie zuständige Professor Andreas Dietrich sagt gegenüber dem «Sonntagsblick»: «Auch die jungen Frauen, die oft sehr gut ausgebildet sind, legen ihr Geld deutlich seltener an als ihre männlichen Altersgenossen.» Dieses Ergebnis überrasche ihn.

Als Grund nannten die befragten Frauen Desinteresse, Unwissen und Angst. Drei Faktoren, die sich gegenseitig beeinflussen. 45 Prozent der befragten Männer interessieren sich demnach für die Geschehnisse auf den Finanzmärkten, bei den Frauen sind es lediglich 19 Prozent. Darum geben 65 Prozent der Frauen an, zu wenig Bescheid zu wissen über das Thema Finanzanlegen und 60 Prozent fürchten sich davor, Fehler zu begehen. Bei den Männern ist dieser Prozentsatz deutlich tiefer.

Diese Erkenntnisse sind nicht neu. So hat sich zum Beispiel die Luzerner Finanz-Bloggerin Angela Mygind, die sich als «Miss Finance» bezeichnet, zum Ziel gesetzt, Frauen über das Thema Anlage aufzuklären. Denn gerade für Frauen sei es wichtig, ihr Geld nicht nur zu sparen, sondern auch zu investieren.

«Frauen können durch das Anlegen von Geld die eine oder andere finanzielle Lücke in ihrem Lebenslauf schliessen», sagte Mygind in einem früheren Gespräch mit zentralplus. Denn Frauen arbeiten eher in einem Teilzeitpensum und auch ein Grossteil der unbezahlten Care-Arbeit lastet auf den Schultern von Frauen. Im Alter sind deutlich mehr Frauen von Altersarmut betroffen als Männer.

Verwendete Quellen
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