Kreativwirtschaft in Luzern

Luzern fördert acht Kulturprojekte mit 81’000 Franken

Solche Flohmis sollen bald mit einem Guide einfacher zu finden sein. Das wird von der Stadt finanziell belohnt. (Bild: Archivbild: Emanuel Ammon/AURA)

Die Kulturförderung vergibt gemeinsam mit der Fachstelle Wirtschaft der Stadt Luzern Fördergelder. In den Jahren von 2016 bis 2023 wurden so 51 Projekte gefördert. Nun stehen 8 neue fest.

«Nachhaltigkeit und Inklusion» lautete das Motto der diesjährigen Ausschreibung. Die Stadt Luzern suchte nach Projekten, Ideen und Produkten, die sich für eine nachhaltige und inklusive Zukunft einsetzen. Ein weiterer Anspruch war die Ästhetik: Die Produkte sollten als schön empfunden werden. 24 Projekte hätten sich für die Förderung beworben – 8 davon habe die Jury nun ausgewählt, wie die Stadt in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Total werden 81’000 Franken gesprochen.

Die höchste Summe, jeweils 15’000 Franken, erhalten die Projekte Velvet Novel Lable und Timelight. Das Projekt Status fluid von Velvet Novel Lable erschafft gemäss der Mitteilung umweltfreundliche Mode. Die Luzerner Marke wolle eine lokale und soziale Lieferkette aufbauen, um Integration und lokales Handwerk im Bereich Redesign zu fördern. Für die Produktion verwende sie keine neuen Textilien, sondern gestalte gebrauchte Kleider und Rohstoff um.

Beim Projekt Timelight handelt es sich um ein «ästhetisches Lichtobjekt». Dieses sei umweltfreundlich, energieeffizient und aus nachhaltigen Materialien produziert. Das Licht solle Zeit greifbar machen und dadurch zur Entschleunigung verhelfen. Es strebe einen nachhaltigen Wandel in der Gesellschaft an und solle für alle sozialen Schichten zugänglich sein.

Musikmagazin, bewegte Bilder und schöner Hörschutz

Drei Projekte erhalten jeweils 10’000 Franken. Eines davon ist das Magazin «Zweikommasieben». Das Geld geht in die Erneuerung der Website. Dadurch solle die Projektposition verstärkt und die Anbindung an die aktuelle digitale Entwicklung geschaffen werden. Das Printmagazin wird es weiterhin geben.

Ebenfalls 10’000 Franken gehen an die Lancierung einer Plattform zu Motion Graphics, also zu bewegten, audiovisuellen Inhalten. Aktuell fehlen laut der Stadt umfassende Nachschlagewerke zur Thematik. Die Plattform will gemäss der Stadt das bislang ungeschriebene Wissen zugänglich machen.

Auf etwas aufmerksam machen will das Projekt Miaswill, nämlich auf lärmbedingten Hörverlust. Dies gehe mittels eines ästhetischen Hörschutzes, der bei zu hohem Lärmpegel Warnungen abgebe. Dieser solle Personen dazu motivieren, ihr Verhalten in Bezug auf möglichen Hörverlust zu ändern.

Secondhand-Guide, Möbelatelier und Reparatur von Kinderkleidern

Mit jeweils 8000 Franken werden ein Secondhand-Guide und ein Möbelproduzent unterstützt. Mit «Lozärn nicht neu» will die Initiantin gemäss der Mitteilung einen Leitfaden fürs Einkaufen aus zweiter Hand im Raum Luzern erschaffen. In gedruckter und digitaler Form informiere der Führer über Vintageläden, Brockis und Flohmärkte in Luzern und Umgebung. Sacha Klemm erhält ebenfalls 8000 für seine nachhaltigen Holzmöbel. Er gestalte Möbel, deren Einzelteile miteinander verkeilen würden. Beschläge und Schrauben würden somit überflüssig.

5000 Franken erhält ein Reparaturatelier für Kinderkleidung. Der Laden Sprössling entwickle ein neues Konzept, durch das die Mitarbeiter in kurzer Zeit Reparaturen durchführen könnten. Das Projekt solle den «üblicherweise arbeits- und kostenintensiven Charakter von Bekleidungsreparaturen» überwinden und die Lebensdauer von Kleidern verlängern.

Projektbeiträge zum letzten Mal ausgeschrieben

Es ist nicht das erste Mal, dass die Stadt Luzern Projekte aus der sogenannten Kreativwirtschaft fördert. Zwischen 2016 und 2023 wurden 51 Projekte unterstützt. Nun habe die Stadt aufgrund neuer Impulse durch die Kulturagenda 2030 solche Projektbeiträge zum letzten Mal ausgeschrieben, schreibt sie.

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5 Kommentare
  • Profilfoto von Marie-Françoise Arouet
    Marie-Françoise Arouet, 23.11.2023, 18:53 Uhr

    Kein einziges der acht Projekte hat mit Kultur zu tun, dafür umso mehr mit korrekter Gesinnung im staatlich verordneten Sinn. In diesem Zusammenhang wäre es sicher interessant, mal etwas über diese „Kulturagenda 2030“ zu recherchieren. Es könnte sein, dass deren „neue Impulse“ den Marsch in Richtung Staatskultur noch verschärfen.

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    • Profilfoto von Hanswurst
      Hanswurst, 24.11.2023, 08:16 Uhr

      „Staatskultur“ kennt man in Europa von den Diktaturen des 20. Jh., ist hier wohl etwas starker Tabak. Wie wäre es mit „Klientelen-Bewirtschaftung“, wohlwissend, dass der Übergang fliessend sein kann.

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      • Profilfoto von Marie-Françoise Arouet
        Marie-Françoise Arouet, 24.11.2023, 10:23 Uhr

        Marie-Françoise schreibt vom „Marsch in Richtung Staatskultur“. An dieser Formulierung sind keine Abstriche zu machen. Hier ist aber den Anfängen zu wehren. Es ist ja nicht zwingend so, dass die Ausführenden solcher „Agenden“ sich immer der gesellschaftspolitischen Konsequenzen und des ideologischen Umfeldes, in dem sie werken, voll bewusst sind. Sobald nicht mehr rein künstlerische Kriterien, sondern allerlei kunstfremde Aspekte herangezogen werden, ist Gängelung und erwartetes Wohlverhalten gegeben.
        Aber auch beim Begriff „Staatskultur“ wird kein zu starker Tubak geraucht. Diese betrifft sämtliche repräsentativen Akte und Landesausstellungen, die Fernsehunterhaltung, Imagekampagnen mittels Kultur und vieles mehr.

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  • Profilfoto von Hanspeter Flueckiger
    Hanspeter Flueckiger, 23.11.2023, 12:23 Uhr

    «Nachhaltigkeit und Inklusion»: Man bedient sich noch so gerne dem Wort «Inklusion». Keines der genannten Projekte hat jedoch etwas mit Inklusion zu tun. Das ist schade und zeigt auf, dass wir in der Schweiz sehr weit davon entfernt sind.

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    • Profilfoto von LD
      LD, 23.11.2023, 18:39 Uhr

      Es gibt wenig Länder, die Inklusion (Einschluss, Integration) soweit treiben, wie wir. Sie ist politische Zielsetzung. Für diese Erkenntnis wollen Sie sich bitte im Umland mal schlau machen. Die Probleme mit der Migration in Frankreich, Italien, Deutschland, Schweden etc. sind mittlerweile abartig geworden und gefährden deren gewachsenen Kulturen.

      Trotz all unseren Bemühungen gibt es grosse Gruppen, die kein Interesse an Integration haben und uns als Gratismilchkuh sehen, unsere Kultur und Rechtsstaat nicht akzeptieren. Inklusion gelingt dann, wenn wir unsere Kultur verteidigen, die bisherige Kuscheljustiz aufgeben und Massstäbe setzen, wer ein Recht erhält mit uns an einer gemeinsamen Zukunft zu bauen. Alle andern haben dort zu bleiben wo sie herkommen. Dort verstehen sie einander, dort sind sie inkludiert. Wir können nicht die ganze Welt retten, wir haben in erster Linie für uns zu sorgen.

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