Wirtschaft
Bund öffnet Rettungsschirm

Axpo: Heinz Tännler teilt Kritik von Cédric Wermuth

Heinz Tännler findet klare Worte für den Rettungsschirm zugunsten der Axpo. (Bild: zvg)

Der Kanton Zug ist Aktionärin des ins Schlingern geratenen Energiekonzerns. Der Zuger Finanzdirektor findet klare Worte für die Notlage der Axpo.

Vier Milliarden Franken. So viel ist dem Bund das Überleben des Energiekonzerns Axpo wert. Diese Woche wurde bekannt, dass die Axpo unter einen Rettungsschirm des Bundes schlüpfen. Das Fortbestehen des Unternehmens ist – zumindest vorübergehend – gesichert.

Der Fall ist damit aber noch nicht geklärt. Denn die finanzielle Notlage der Axpo sorgte schweizweit für Kritik. Ihr wird vorgeworfen, dass sie sich am Strommarkt verspekuliert habe und darum in Schieflage geraten sei. SP-Co-Präsident Cédric Wermuth sagte gegenüber der «Sonntagszeitung»: «Aufgabe der Stromkonzerne ist es, die Wirtschaft und die Bevölkerung mit bezahlbarem, erneuerbarem Strom zu versorgen. Und nicht, an der Börse zu spekulieren.»

Tännler kritisiert Strategie der Axpo

Etwas überraschend teilt der Zuger SVP-Regierungsrat Heinz Tännler die Kritik von Wermuth. Ansonsten haben die beiden das Heu wohl nur selten auf der gleichen Bühne. Der Kanton Zug ist gemeinsam mit Kantonen wie Zürich oder Aargau Aktionärin der Axpo. Diese Kantone verteidigen die Axpo. Nicht so Tännler. Er hält fest: «Die Axpo wurde sinnentleert. Der Stromhandel ist gut und recht. Er hat aber auf Kosten der Versorgungssicherheit Überhand gewonnen. Das ist keine gute Entwicklung.»

Es liege nun an den Aktionären, sprich unter anderem auch an den Kantonen, die Strategie der Axpo zu überprüfen. Tännler findet, jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um die finanziellen Risiken für das Unternehmen zu begrenzen.

Der Zuger Finanzdirektor zeigt sich im Artikel der Zeitung aber auch durchaus selbstkritisch. Denn dass nun der Bund statt die beteiligten Kantone der Axpo aushelfen müssen, sieht Tännler nicht gerne. «Ich verstehe, dass es für die Kantone nicht einfach war, selber eine schnelle Lösung für die Axpo zu finden. Trotzdem haben wir keine gute Figur gemacht. Die Kantone können nicht immer zum Bund springen, wenn es brenzlig wird.»

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