Wirtschaft
Schweizer Stellenmarkt 2022 in Höchstform

50 Prozent mehr Stelleninserate: Luzerner Kassierer freut’s

Zentralschweizer Firmen suchten 2022 deutlich mehr Fachkräfte in der Berufsgruppe Dienstleistungen und Verkauf. (Bild: Unsplash/Wonderlane)

Schweizweit haben Arbeitgeber im Jahr 2022 deutlich mehr Stellen ausgeschrieben. In der Zentralschweiz suchen Firmen in den Bereichen Dienstleistungen und Verkauf händeringend nach Fachkräften.

Aufsehen erregt hat im vergangenen Jahr insbesondere eine Wirtschaftskennzahl: die Inflationsrate. Nach Jahren stabiler oder sogar leicht sinkender Preise kletterte die Teuerung erstmals wieder über den von der Nationalbank angepeilten maximalen zwei Prozent. Die Produkte wurden teurer, mit dem Ersparten lässt sich weniger kaufen.

Dabei gab es auch eine Entwicklung, die für die Arbeitnehmer durchaus positiv ist: Die Arbeitslosenquote sank im Jahr 2022 auf ein Niveau, das die Schweiz seit 20 Jahren nicht mehr kannte. Arbeitnehmerinnen können sich über viele offene Stellen freuen.

Noch nie gab es so viele offene Stellen wie im Jahr 2022

Dies belegen neueste Zahlen des Job Market Index des Personaldienstleisters Adecco. Die Firma hat diese Zahlen in Zusammenarbeit mit dem Soziologischen Institut der Universität Zürich veröffentlicht. Die Studie kommt zum Schluss: Noch nie gab es eine so grosse Nachfrage nach Arbeitnehmern in der Schweiz. Der Arbeitsmarkt befinde sich auf einem «Rekordhoch», schwärmt die Firma.

Die Studie schlüsselt den Anstieg auch auf die verschiedenen Regionen auf. Diese zeigen: In der Zentralschweiz gab es im Jahr 2022 12 Prozent mehr ausgeschriebene Stellen als im Vorjahr. Damit lagen die Zentralschweizer Kantone deutlich unter dem gesamtschweizerischen Anstieg von 23 Prozent.

Jedoch gab es in der Zentralschweiz mit 50 Prozent mehr Stelleninseraten einen starken Anstieg in den Bereichen Dienstleistungen und Verkauf. Zu dieser Berufsgruppe zählen etwa Berufe wie der Coiffeur und die Detailhandelsangestellte.

«Aufholjagd» nach Corona in Gastronomie und Tourismus

Woher kommt dieser starke Anstieg in dieser Berufsgruppe? «Die erhöhte Nachfrage nach Dienstleistungs- und Verkaufsberufen wurde einerseits durch die regelrechte Aufholjagd in der Gastronomie und im Tourismus nach der Aufhebung der Corona-Massnahmen im Frühjahr ausgelöst», so Marcel Keller, Adecco-Schweiz-Chef, in der Medienmitteilung. Anderseits sei die Nachfrage im Inland noch immer sehr hoch, trotz steigender Inflation.

«Die Arbeitgeber sind gezwungen, stärker auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden einzugehen.»

Lucas Zurkirchen, City Vereinigung Luzern

Die Mehrheit der Angestellten darf sich also über den Anstieg an inserierten Stellen freuen. Die Zahlen zeigen aber auch: Firmen suchen händeringend nach Mitarbeitenden. Für viele Firmen in Zug und Luzern wird das zum Problem (zentralplus berichtete).

Das spüren auch die Mitglieder der City Vereinigung Luzern. Laut Lucas Zurkirchen, Leiter Ressort Politik bei der City Vereinigung, müssen sich die Unternehmen den Gegebenheiten des Arbeitsmarkts anpassen. «Die Arbeitgeber sind gezwungen, stärker auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden einzugehen und zu versuchen, als Arbeitgeber noch attraktiver zu werden. Dazu zählen die Führungskultur und das Eingehen auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden».

Verwendete Quellen
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