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Wird der «Löwen» verkauft und abgerissen?
  • Wirtschaft
Sihlbrugg: Geht's dem Restaurant Löwen (im Hintergrund) bald an den Kragen? Rechts die expandierende Emil-Frey-Garage. (Bild: mam)

Sihlbrugg: Zuger Auto-Meile expandiert Wird der «Löwen» verkauft und abgerissen?

4 min Lesezeit 10.12.2017, 09:35 Uhr

Autoriese Emil Frey AG hat im Frühling die «Auto Iten» in Sihlbrugg übernommen. Ab Januar 2018 wird Emil Frey neu auch die Marken Jaguar und Landrover vertreten, denn die Huber Premium-Cars im Zentrum Zugs schliesst. In Sihlbrugg braucht Frey also Platz – man munkelt von einem möglichen Deal mit den Nachbarn.

Im «No man’s land» Sihlbrugg werden ab 2018 noch mehr Automarken angeboten. Die Emil Frey übernimmt ab 2018 die Vertretung der Luxusautomarken Jaguar und Landrover von der Huber Premium Cars in Zug. Und ebenfalls deren Chef und Mitarbeiter.

Die Huber Premium-Cars an der Chamerstrasse 18 gebe es Ende Jahr nicht mehr, heisst es bei der Stadtzuger Garage auf Anfrage. Die Emil Frey AG hat die Garage nicht gekauft. Frey übernimmt aber die Vertretung der beiden Luxusautomarken und die Mitarbeiter Hubers.

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Die Schliessung der Zuger Garage betrifft auch die Garage British Premium Cars in Knonau. Diese war bisher die Werkstatt der Garage Huber. Beide Unternehmen arbeiteten als Partner zusammen, sind aber unabhängig.

Bei British Premium Cars erklärt ein Mitarbeiter auf Anfrage, ein Teil der Mitarbeiter werde ebenfalls nach Sihlbrugg abwandern. «Wegen des Know-hows.» Die Garage werde sich künftig auf klassische englische Autos konzentrieren. Von den Marken Jaguar und Landrover werde man nur noch ältere Modelle reparieren.

Emil Frey AG bietet ab 1. Januar in Sihlbrugg mehr Marken an, steht in grossen Lettern geschrieben.

Auto Iten wurde zur Frey-Garage

Im Auto- und Garagengewerbe bewegt sich also einiges. Die Emil Frey AG übernahm im März 2017 bereits die Garage Auto Iten des verstorbenen Max Iten.

Frey verkaufte bis jetzt Neuwagen und Occasionen der Marken Opel, Alfa Romeo, Jeep, Cadillac, Corvette, Camaro und Chevrolet. Ab 1. Januar kommen neu die englischen Luxusmarken Jaguar und Landrover dazu: Ein Transparent verkündet am Dach mit grossen Lettern, dass Frey ab 2018 mehr Marken anbietet.

Der Gedanke liegt nahe, dass die Garage mehr Platz braucht. Direkt neben dem Autohaus befindet sich das Restaurant Löwen. Es kursiert das Gerücht, dass die Emil Frey AG das Grundstück dem Besitzer abkaufen will.

Besitzer der Liegenschaft mit der Adresse Zugerstrasse 1 im Neuheimer Teil von Sihlbrugg ist Mauro Ceotto. Die Rede ist davon, dass man die Liegenschaft abreissen und dort eine Garagen-Erweiterung planen könnte.

Das Restaurant Löwen im zugerischen Sihlbrugg.

Niemand will etwas wissen

Alles nur Gerüchte? Es wäre nicht das erste Mal, dass über den Verkauf des «Löwen» spekuliert wird. Geschäftsführer Herbert Annen von der Emil Frey AG in Sihlbrugg sagt auf Anfrage: «Ich weiss nichts davon.» Er verweist an den Frey-Hauptsitz in Zürich. Dort heisst es, es liefen momentan keine Verhandlungen. Man habe genug Platz für die neuen Marken und den Showroom in Sihlbrugg.

Im Restaurant Löwen fällt Geschäftsführer Michael Schierling aus allen Wolken, als zentralplus ihn nach solchen Plänen fragt. «Das kommentiere ich nicht», sagt er. Er habe noch nie von solchen Plänen gehört. Man solle sich an den Hausbesitzer wenden.

«Sie sind nicht der Erste, der fragt», sagte eine Mitarbeiterin aber immerhin gegenüber zentralplus. Im Garagengewerbe und auch im Umfeld der kantonalen Gebäudeversicherung redet man davon. Ist also doch etwas dran? Ein Anruf letzte Woche beim Grundbuch- und Vermessungsamt Zug ergibt, dass Mauro Ceotto nach wie vor als Eigentümer des «Löwens» eingetragen ist. Ceotto war früher Geschäftsführer bei Auto Iten. Der Hausbesitzer war trotz diversen Kontaktversuchen von zentralplus per Telefon und Mail für eine Auskunft nicht erreichbar.

Liegenschaft wirkt runtergekommen

Gab es vielleicht Gespräche, und diese verliefen im Sand? Dass das Restaurant Löwen verkauft werden könnte – jetzt oder erst später, ist nicht abwegig. Es hatte seine Blüte vor Jahrzehnten, das sieht man dem Haus an.

Von aussen wirkt das Gebäude ziemlich heruntergekommen. Auch im Inneren sieht man das Alter: Im Erdgeschoss ist das Mobiliar seit Jahren dasselbe, die Türen und der rote Plättli-Bodenbelag sind verschlissen, hier wurde offensichtlich lange nicht mehr investiert.

In den letzten Jahren gab es verschiedene Pächterwechsel. Im Internet figuriert das Lokal in einem alten Eintrag immer noch als «Restaurant Mövenpick Löwen». Das waren die goldenen Zeiten, als das Restaurant für Familienfeiern sehr beliebt war. Später wurde das Lokal von der Gastrokette Gamag übernommen. 2009 bis 2012 führte Adriane Zemp, Mitarbeiterin der Zuger Spago-Gruppe, das Lokal.

Heute leitet Michael Schierling, der früher für Mövenpick arbeitete, den «Löwen» zusammen mit seinem Team. Die Karte ist gross. Immer noch wird ein Sonntagsbrunch angeboten, für den das Lokal bekannt ist. Die Spezialität ist das Poulet in verschiedenen Variationen. Der Kaffee ist sehr günstig, er kostet bis elf Uhr bloss zwei Franken fünfzig.

Gut gebrüllt: Das ausgestopfte Namenstier des «Löwen» in Sihlbrugg.

Gut gebrüllt: Das ausgestopfte Namenstier des «Löwen» in Sihlbrugg.

Im Parterre gibts lokale und internationale Spezialitäten in einem rustikalen, urchigen Ambiente. Im ersten Stock befindet sich das Gourmetlokal mit dem Namen «Lion d’Or» (Goldener Löwe) mit schön gedeckten Tischen. Über Mittag ist die Karte oben und unten die gleiche.

zentralplus machte die Probe aufs Exempel und kehrte ein. Unser Fazit: Gutes, anständig gekochtes gutbürgerliches Essen. Man fühlte sich ein wenig einsam im ersten Stock, denn die zwei Journalisten waren die einzigen Gäste. Dafür wurden sie persönlich und zuvorkommend bedient. Abends sei jeweils mehr los im «Löwen», sagen Stammgäste.

Apropos Löwe: Ein ausgestopftes Exemplar des Königs der Tiere steht im ersten Stock beim Fenster und brüllt die Gäste scheinbar an. Und auf der Terrasse steht eine Frauenstatue aus Stein. Alles recht originell, wenn auch verstaubt. Das Lokal wirkt, wie wenn es irgendwann stehengeblieben wäre.

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