«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!»
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Der Protestzug erreicht die Pilatusstrasse. (Bild: lob)

Über 1000 Schüler an Luzerner Demo «Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!»

3 min Lesezeit 1 Kommentar 05.04.2017, 18:39 Uhr

Über 1000 Schüler sind am Mittwoch auf die Strasse gegangen, um gegen die geplanten Sparmassnahmen im Kanton Luzern zu demonstrieren. Mit Plakaten, Transparenten und Musik machten die Jugendlichen ihrem Unmut Luft. Der Marsch vom Helvetiaplatz bis zum Regierungsgebäude blieb nicht ohne Folgen.

Zusammenlegung von Klassen und Rektoraten, Pensenerhöhungen und Lohnkürzungen für Lehrpersonen bis hin zur Schliessung der Kantonsschule Musegg – all dies könnten die Folgen von Sparmassnahmen im hiesigen Bildungsbereich sein. Luzerner Schüler haben darauf keine Lust.

«Viele Organisatoren und Teilnehmer sind Maturanden, die kurz vor dem Abschluss stehen», erklärt Serafin Curti, Präsident des Verbands Luzerner Schülerorganisationen (VLSO). «Gerade sie wollen ein Zeichen setzen, bevor sie die Kantonsschule verlassen. Ein Zeichen, dass es so nicht geht.» Dem Aufruf der VLSO zur Demonstration sind rund 1000 Schüler gefolgt.

Kurz nach 13 Uhr fanden sich die Demonstranten beim Helvetiaplatz ein. Der friedliche, aber laute Zug marschierte dann weiter über die Pilatusstrasse zum Regierungsgebäude der Stadt. Auch diverse Politiker unterstützten die jungen Demonstranten mit Reden, darunter die Luzernerin Judith Schmutz (Co-Präsidentin Junge Grüne Schweiz) und Tamara Funiciello (Präsidentin JUSO Schweiz).

Daneben richteten sich auch Remo Herbst (Präsident Verband für Luzerner Mittelschullehrer) sowie der grüne Kantonsratspräsident Andreas Hofer an die Anwesenden, beide fanden für deren Engagement und Einsatz lobende Worte.  

Transparente, Plakate und Sprechchöre

«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!», skandierten die Teilnehmer der Demonstration immer wieder. Immer wieder in der Kritik steht die umstrittene Unternehmenssteuer-Politik. Laut diversen Rednern ist deren Scheitern schuld daran, dass nun in der Bildung überall gekürzt werden muss.

Auf vielen Transparenten wird bemängelt, dass der Wert von Bildung so einfach beziffert wird. Auch Remo Herbst vom VLM griff in seiner Rede diese Problematik auf: «Bildung ist mehr als nur ein Kostenfaktor in der Finanzpolitik, es geht um die Zukunft der Gesellschaft.» Für diese zukünftige Gesellschaft wollen die Demonstranten laut sein, für sie wollen sie kämpfen.

#KeLoscht auf Bildungsabbau: Das Motto an vorderster Front.

#KeLoscht auf Bildungsabbau: Das Motto an vorderster Front.

(Bild: lob)

 

Demos via soziale Medien organisiert

Nicht nur in Luzern, auch in anderen Schweizer Städten wie Zürich, Genf, Basel und Aarau gingen Schüler auf die Strassen. Vernetzt und organisiert haben sich die diversen Gruppen vor allem via WhatsApp und Social Media: «Wir sind auf die anderen zugegangen», sagt VLSO-Präsident Serafin Curti. Man habe sich Kontakte und Informationen selber bei Schulen und Vereinen besorgt.

«Die Demo war in einfachen Worten absolut geil.»

Serafin Curti, Demo-Organisator

Mit der Zeit entstand ein kantonsübergreifendes Netzwerk, der eigens kreierte Hashtag #KeLoscht stand sogar kurzzeitig auf Platz eins bei Twitter. Die neuen Kanäle scheinen der Aktion zum Erfolg verholfen zu haben. Zum Start der Kundgebung ist von der grössten übergreifenden Schüler-Demo der Geschichte der Schweiz die Rede.

Protestaktion für Organisatoren ein voller Erfolg

So schnell sich die grosse Masse an Demonstranten am Helvetiaplatz eingefunden hatte, so schnell löste sie sich wieder auf. VLSO-Präsident Curti kommentiert: «Wir sind sehr zufrieden. Über 1000 Personen sind unserem Aufruf gefolgt. Die Demo war in einfachen Worten absolut geil.»

Zwei Aspekte freuen Curti am meisten: Zum einen, dass die Demo friedlich geblieben sei. Dies bestätigte auf Anfrage auch die Luzerner Polizei. Alle Teilnehmenden hätten sich an die Vorgaben gehalten, es lägen keine Meldungen betreffend Zwischenfällen vor.

Zum anderen sei erfreulich, dass man sich nun garantiert Gehör verschafft habe. Kurz nach Ende der Demonstration fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Gespräch zwischen der VLSO-Delegation und zwei Luzerner Regierungsräten statt. Mit dem Versprechen, man werde die Sache anschauen, wollen sich die Vertreter der VLSO dabei nicht zufrieden geben. «Es wird weniger und es wird wieder fairer – das möchte ich gerne hören», schliesst Curti.

In der Bildergalerie sehen Sie weitere Fotos der Demo:

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1 Kommentare
  1. Mark Helbling, 05.04.2017, 19:59 Uhr

    Es ist richtig, die Kosten für die Bildung sind gestiegen. Dies kommt aber leider meist nicht dem Unterricht und somit den Lernenden zu gute, sondern das Geld verschwindet in verschiedene prestigeträchtigen Projekten, Studien und in einer aufgeblähten Administration. Gespart wird dann aber «an der Front».

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