«Wir goutieren Essempfehlungen aus dem Stadthaus nicht»
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Die Referendumsführer wollen «keine Essempfehlungen aus dem Stadthaus». Sie wollen selbst entscheiden. (Bild: flickr/ Martin Abegglen)

Stadt Luzern: Referendum gegen Energiereglement «Wir goutieren Essempfehlungen aus dem Stadthaus nicht»

2 min Lesezeit 1 Kommentar 16.02.2018, 11:20 Uhr

Als Reaktion auf die «Vegan-Initiative» wurde in der Stadt Luzern ein Gegenvorschlag ausgearbeitet. Dagegen bildet sich nun Widerstand. Kritisiert wird die Bevormundung und die Einmischung ins Private.

CVP, FDP, SVP, Luzern Hotels und GastroLuzern ergreifen in der Stadt Luzern das Referendum gegen die Revision des Energiereglements. «Wir goutieren Essempfehlungen aus dem Stadthaus nicht», heisst es in einer Mitteilung. Gegen solche Bevormundungen der Bürger wolle man sich wehren und mit dem Referendum dafür sorgen, dass die Bevölkerung an der Urne entscheiden kann.

Das Stadtparlament hat am 1. Februar einen Gegenvorschlag zur sogenannten «Vegan-Initiative» gutgeheissen. Dieser kam zustande, weil der Stadtrat die Auffassung der Initianten teilte, wonach die Ernährung einen bedeutenden und häufig unterschätzten Teil an Umweltbelastungen ausmache (zentralplus berichtete). Weiter ging mit dem Gegenvorschlag eine Revision des Energiereglements einher. 

Einmischung ins Private gehe zu weit

Entgegen dem Vorschlag des Stadtrats ergänzten SP, Grüne und GLP den Gegenvorschlag mit knapper Mehrheit mit der Bestimmung: «Die Stadt setzt sich im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die Förderung der nachhaltigen Ernährung und die Information über den Einfluss der Ernährung auf das globale Klima und die Umwelt ein.» Für die Referendumsführer geht das zu weit: «Mit solchen Bestimmungen ist der Bogen überspannt.»

Sie sind sich sicher, dass der Stadtrat diesen Auftrag aus dem Reglement entschlossen umsetzen wird. Ein Beleg dafür sei die laufende städtische Plakatkampagne, mit der die Bevölkerung aufgefordert werde, mehr Gemüse und weniger Fleisch zu essen. «Diese behördliche Bevormundung und unnötigen Einmischung ins Private geht zu weit», sagen sie. Mit dem Referendum solle ein Riegel geschoben und solchen Aktionen Einhalt geboten werden. 

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1 Kommentare
  1. Raffaele Keller, 16.02.2018, 11:41 Uhr

    Da es die Stadt Luzern betrifft, werde ich mich dazu nicht an der Urne äussern können.
    Grundsätzlich würde ich aber den Gegenvorschlag unterstützen (ergo das Referendum nicht!), da die Bevölkerung im Allgemeinen zu wenig aufgeklärt, über die Folgen unseres Lebensmittelkonsums ist. Klar, die Frage stellt sich, ob dies tatsächlich Aufgabe einer Stadt ist oder ob hier nicht auf einer anderen Ebene angesetzt werden sollte.
    Von einer „behördlichen Bevormundung und unnötigen Einmischung“ würde ich jedoch keinesfalls sprechen, da diese Aufklärungsarbeit enorm wichtig ist!

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