«Es ist ein Rätsel, wieso die Städte immer linker werden»
  • Politik
Fabian Reinhard gibt sein Amt als Präsident der FDP Stadt Luzern im September ab. (Bild: jal)

Präsident der FDP Stadt Luzern tritt ab «Es ist ein Rätsel, wieso die Städte immer linker werden»

7 min Lesezeit 18 Kommentare 20.08.2021, 04:59 Uhr

Die Stadt sei eigentlich ein gutes Terrain für die FDP, sagt Fabian Reinhard. Der abtretende Präsident des Stadtluzerner Freisinns hält den rotgrünen Trend in den Zentren für umkehrbar. Seine Partei müsse die liberalen Rezepte für urbane Probleme einfach besser verkaufen, sagt er. Doch was sind diese Rezepte?

Viel spricht man in letzter Zeit über den Zustand der FDP. Von internen Flügelkämpfen ist die Rede, von Wahlniederlagen und Abwärtstrend, ja gar vom drohenden Verlust des zweiten Bundesratssitzes. Der neue Hoffnungsträger, der dem Gegensteuer geben will, heisst Thierry Burkart. Der Aargauer Ständerat soll neuer Parteipräsident und Nachfolger von Petra Gössi werden.

Zu einem personellen Wechsel kommt es auch bei der FDP in der Stadt Luzern. Nach rund fünf Jahren gibt Fabian Reinhard das Amt an der Parteispitze ab. Von ähnlich dramatischen Worten wie auf nationaler Ebene ist aber nichts zu hören.

Das hat seinen Grund: Obwohl der nationale Trend entscheidend sei, konnte die Stadtluzerner FDP unter Fabian Reinhard ihre neun Sitze im Parlament halten. Im Unterschied zu anderen Städten, wo die Grünliberalen der FDP Wähler abluchsten, avancierte der Freisinn in Luzern zur stärksten bürgerlichen Fraktion. Kurz: Die FDP in der Stadt Luzern ist von Kriechgang und internen Streitereien weit entfernt.

Wer urban ist, könnte liberal ticken

Kein Wunder widerspricht Reinhard dem «obersten Städter», dem Solothurner Stadtpräsidenten und FDP-Nationalrat Kurt Fluri. Er hatte im März in der NZZ behauptet: «Die FDP versteht die Städte nicht.»

Doch Fabian Reinhard sieht gerade im urbanen Raum einen guten Nährboden für liberale Erfolge. «In die Stadt ziehen Menschen, die etwas bewirken wollen, sei es unternehmerisch, kulturell oder an einer Hochschule», sagt der 39-Jährige. Vom «Mindset» her passe das gut zu seiner Partei.

«Es ist für mich ein Rätsel, wieso die Städte immer grüner und linker werden.»

Als Gründungsmitglied der Gruppe FDP Urban gehört er zu jenen, die früh realisierten, dass die FDP in den Städten einen anderen Kurs einschlagen muss als auf dem Land. «Es ist für mich ein Rätsel, wieso die Städte immer grüner und linker werden», sagt der IT-Unternehmer, der in seinem modernen Altbau-Büro als Prototyp des urbanen liberalen Politikers durchgehen könnte.

Wie sehen denn die Rezepte der FDP aus?

Doch durchschlagenden Erfolg hatte das Projekt FDP Urban bislang nicht. Das lässt sich auch in der Stadt Luzern beobachten. Obwohl bei den Wahlen stabil, fuhr die FDP in den letzten Jahren mehr Niederlagen als Siege ein. Das ist sicher den neuen Mehrheitsverhältnissen im Parlament zuzuschreiben. Aber nicht nur: Es sind auch die Linken – und nicht die Liberalen –, die mit ihren Ideen wichtige Debatten vorantreiben und die politische Agenda bestimmen.

Ein Beispiel ist die Wohnraumpolitik. Die SP war es, die mit ihrer Initiative für mehr genossenschaftlichen Wohnbau an der Urne Erfolg feierte und auch jetzt wieder in der Airbnb-Debatte den Ton angibt (zentralplus berichtete).

«Wir können nicht allen eine preiswerte Traumwohnung in der Neustadt versprechen. Das ist schlicht nicht machbar.»

Fabian Reinhard räumt ein, dass die Bürgerlichen in den letzten Jahren «teilweise zu defensiv» waren. Als urbane Partei müsse auch die FDP zu diesem Thema eine Haltung haben. Für ihn ist klar: «Wohnungen in der Stadt sind teuer, dies ist aber eine Begleiterscheinung des Erfolges.» Um das zu begründen, holt er etwas weiter aus. Lange seien die Schweizer Städte nicht das Erfolgsmodell gewesen, das sie seit rund zwei Jahrzehnten sind. Der wirtschaftliche Aufschwung brachte Wachstum und höhere Preise für Immobilien. «Wenn die Stadt attraktiv ist, steigen auch die Wohnungspreise. Aber ein viel grösseres Problem haben wir erst, wenn Luzern wieder schrumpft.» 

Vize-Parteipräsident Maurus Zeier (links) und Parteipräsident Fabian Reinhard treten beide im September zurück.

Dass die linken Parteien bezahlbaren Wohnraum für alle fordern, hält er für populistisch. «Wir können nicht allen eine preiswerte Traumwohnung in der Neustadt versprechen. Das ist schlicht nicht machbar.» Mit staatlichen Subventionen für Genossenschaften Abhilfe zu schaffen hält Reinhard für den falschen Weg. Das verschiebe das Problem nur – denn statt dem Marktpreis entscheide dann eben die Mitgliedschaft über den Zuschlag für eine Wohnung. «Ist das fairer?», fragt Reinhard rhetorisch.

Nach seiner Ansicht braucht es neue Wohnungen – aber nicht zwingend nur innerhalb der Stadtgrenzen. «Es ist kleinräumig und provinziell, wenn wir nur das Stadtgebiet betrachten. Kriens, Emmen und Horw gehören genauso zum Zentrum – und dort wird aktuell stark gebaut.»

Wo der FDP-Präsident noch Luft nach oben ausmacht

Ähnliche Scheuklappen ortet er im Tourismus oder bei der Verkehrspolitik. «Wir diskutieren zu oft: Bist du für oder gegen den Tourismus? Bist du für das böse Auto oder das gute Velo?», sagt Reinhard. Stattdessen müsse die Stadtpolitik in beiden Fällen die negativen Begleiterscheinungen wie Lärm, Unfälle oder Abgase möglichst minimieren. Sei es mit besserer Infrastruktur oder mit technologischen Lösungen.

Dass dies eher abstrakte Ansätze sind statt politische Gassenhauer, ist Fabian Reinhard bewusst. «Viele Probleme sind komplex – entsprechend gibt es keine einfachen Lösungen», betont er. Die liberalen Rezepte seien zudem teilweise weniger gut fassbar und darum weniger attraktiv. Als Wirtschaftspartei sieht die FDP ihre Aufgabe nicht nur darin, populistische Versprechen zu machen, sondern auch die finanzielle Grundlage zu sichern.

Gleichzeitig macht er Luft nach oben aus, was die Vermarktung betrifft. Die FDP müsse ihre Positionen noch besser schärfen und erklären. «Offensichtlich gelingt es uns noch zu wenig zu zeigen, wieso die liberalen Rezepte für die Städte die richtigen sind», sagt der Luzerner.

Kritik an Stadtluzerner Politik

Mit dem Parkplatz-Referendum immerhin konnten die Bürgerlichen kürzlich einen ihrer grössten Erfolge in der laufenden Legislatur feiern. Die Bevölkerung lehnte den weitergehenden Vorschlag ab, den SP und Grüne im Parlament gezimmert hatten (zentralplus berichtete). Es sei auch ein wichtiges Signal an die Linken, sagt Reinhard, dass sie Vorlagen nicht nach Belieben verschärfen könnten.

Der aktuellen Politik in Luzern, insbesondere im Stadtparlament, stellt er keine guten Noten aus. Zu oft gehe es nur um Symbolpolitik statt um konkrete Lösungen. Als Beispiel erwähnt er den Klimanotstand oder die abgebildeten Figuren auf den Verkehrsschildern. Oder um Details, wie sich bei der Diskussion um das WC-Papier auf der Verwaltung zeigte. «Es wird zu viel Identitätspolitik betrieben, die teils in einen absurden Wettbewerb um den politischen Opferstatus ausufert. Das ist unversöhnlich und bringt uns politisch nicht weiter.» Als Liberaler hadere er damit, Menschen in Schubladen zu stecken, statt sie zum Handeln zu ermächtigen.

«Insbesondere vom Stadtpräsidenten wünsche ich mir, dass er die Bevölkerung mit seinen Visionen begeistert.»

Am meisten aber stört Reinhard, dass SP und Grüne trotz Linksrutsch bei den letzten Wahlen weiterhin Oppositionspolitik betreiben würden. «Die Linken beharren nach wie vor oft auf Maximalforderungen, obwohl sie jetzt Verantwortung tragen.» Auch beim Stadtrat spüre er zu wenig Mut und Führungsqualitäten. «Insbesondere vom Stadtpräsidenten wünsche ich mir, dass er die Bevölkerung mit seinen Visionen begeistert.»

Lucas Zurkirchen und Marija Bucher-Djordjevic sollen die Stadtluzerner FDP im Co-Präsidium führen.

Gleichzeitig räumt er ein, dass auch die Bürgerlichen ihre neue Rolle noch nicht richtig gefunden haben. Mit ihrem Selbstverständnis als staatstragende Partei und als jahrelanger Teil der Mehrheit falle es der FDP schwer, die eingeübten Verhaltensmuster umzustellen. «Wir müssen davon wegkommen, direkt schon den Kompromiss vom Kompromiss zu fordern.»

Bis sich das einpendelt, braucht es seine Zeit. Es sei aber wichtig, dass sich die Blöcke im Parlament annäherten, findet Reinhard. Denn für die wichtigen Themen – und davon kommen in nächster Zeit einige auf die Stadt Luzern zu – brauche es mehr als Zufallsmehrheiten.

Die bösen Briefe nahmen nicht überhand

Als Grossstadtrat wird der Unternehmer weiterhin im Parlament mitwirken. Das Zepter an der Spitze der städtischen FDP gibt er im September aber weiter. Mit Marija Bucher-Djordjevic und Lucas Zurkirchen soll es erstmals ein Co-Präsidium übernehmen (zentralplus berichtete). Ihnen wünscht Fabian Reinhard in erster Linie das liberale Feuer, das auch der designierte FDP-Schweiz-Präsident Thierry Burkart dieser Tage derzeit oft anspricht.

Dass man für die Arbeit als Parteipräsident einen Preis zahlt, will Reinhard nicht verleugnen. Trotzdem habe er die Arbeit sehr gerne gemacht. Das Bonmot vom Parteipräsidenten als Strassenlaterne («Oben musst du leuchten, unten pisst dich jeder an») treffe überhaupt nicht zu. Böse Briefe oder Mails könne er nach seinen fünf Jahren an einer Hand abzählen, sagt Fabian Reinhard. Denn obwohl es öffentlich vielleicht anders wirke: Die Partei sei mehr als Flügelkämpfe und politische Auseinandersetzungen. Sondern für viele auch einfach eine Heimat.

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18 Kommentare
  1. Heinrich Vogelsang, 20.08.2021, 17:50 Uhr

    «Die FDP in der Stadt Luzern ist von Kriechgang (…) weit entfernt.»

    Aha. Also war der Verlust von zwei Sitzen im Kantonsrat ein Erfolg?

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  2. Marita, 20.08.2021, 14:32 Uhr

    Verteuerte Wohnungen durch Spekulation spalten die Gesellschaft. Herr Reinhard sagt es gleich selber: Am Rande der Citys sollen jene mit mittlerem und kleinem Portemonnaie leben, diese haben in der schönen Stadt kein Anrecht zu wohnen. Die FDP mischt im Finanz- und Bauwesen an vorderster Front mit? Für den Mangel an günstigen Wohnungen ist sie in grossem Masse mit verantwortlich. Geld regiert den Wohnungsmarkt. Mitglieder dieser Partei dürfen sich entsprechend an der Vererbung von millionenschweren Immobilien erfreuen.

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  3. Kaufmann, 20.08.2021, 14:28 Uhr

    Herr Reinhard wirkt in der Regel echt verbissen.
    Jetzt zeigt er die Zähne bis zu den Ohren!
    ….. wie wirkt das auf dich als Betrachter ?
    Er will «liberal ticken» besser verkaufen, vermarkten …. !
    Genügt das? …..
    Was sind die konkreten Inhalte?

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  4. Kurt Heller, 20.08.2021, 12:58 Uhr

    Dieses Frage, wieso die Städte immer linker werden, beantwortet dieses Interview mit Fabian Reinhard. Blabla statt Probleme benennen und Lösungen aufzeigen.

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    1. Celine Gwerder, 20.08.2021, 15:13 Uhr

      Welches sind denn die Probleme und die Lösungen? Kennen Sie sie?

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  5. Melchior Hoffmann, 20.08.2021, 09:55 Uhr

    Dass sich auch linke Politiker:innen mit so manchem Chabis profilieren wollen: geschenkt. Wenn Herr Reinhards einzige Antwort auf die Problematik des fehlenden bezahlbaren Wohnraums aber ist, dass man doch bitte nach Kriens oder Emmen ziehen soll, dann ist das einfach nur billig und dumm. Nicht nur nimmt er sich damit als Stadtpolitiker aus der Verantwortung, denn er versucht gar nicht erst eine Lösung zu finden. Auch weiss er ganz sicher tatsächlich ganz genau, dass auch alle anderen Gemeinden lieber nur sogenannt «gute Steuerzahler» anziehen möchten und sich darum ebenfalls nicht aktiv dafür einsetzen werden, günstigen Wohnraum anzubieten.
    Zwar wird tatsächlich gerade ziemlich viel gebaut – aber was nützt das der alleinerziehenden Mutter, dem Rentner oder einfach all jenen, die unterdurchschnittlich entlohnt werden? Nichts, denn sie können sich diese neuen Wohnungen nicht leisten, auch nicht ausserhalb der Gemeindegrenzen. Sie haben aber dennoch alle ein Zuhause verdient, welches sie nicht in konstante finanzielle Nöte bringt. Insofern scheint mir Herrn Reinhards ach so unverständliches Rätsel damit auch bereits gelöst: Die FDP interessiert sich nicht für Geringverdiener, denn ist man einer, so macht man ja irgendwie etwas falsch und ist darum grundsätzlich einfach selber schuld, weil halt zu faul oder zu dumm oder «was interessiert mich das überhaupt, ich will mein Geld nicht mit dem Gesocks teilen». Und die Leute merken das eben, dass die FDP sich nur für die Wirtschaft und Gutverdiener interessiert. Und viele goutieren dieses desinteressiert Unsoziale der FDP zum Glück nicht.

    PS: Zwar haben auch Baugenossenschaften nicht auf alle Fragen die perfekte Antwort. Aber immerhin stehen sie allen offen, sowohl jenen mit kleinem wie jenen mit grossem Budget. Das halte ich sehr wohl für deutlich fairer, als nur auf die reine Macht des individuellen Salärs zu setzen. «Haben» alleine soll eben nicht über alles entscheiden, ganz sicher nicht bei Grundbedürfnissen wie einem Dach über dem Kopf.

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  6. remo.genzoli, 20.08.2021, 09:52 Uhr

    Als in der Stadt lebender «Luxussozialist» und somit scheinbar Forderer «preiswerter Traumwohnungen» (nur knapp 40% der CH-Bevölkerung kann sich eigenes Wohneigentum leisten!), könnte ich Herrn Reinhard und seiner FDP schon ein paar Tipps geben, was zu tun wäre: Z.B. weniger neoliberale Abzockermentalität und weniger Steuerdumping. Klar, ist das kompliziert, man muss ja die eigene Klientel bei Laune halten, aber eigentlich doch ganz simpel, oder?

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    1. Leo, 20.08.2021, 12:06 Uhr

      Gerade dank tiefen Unternehmenssteuern geht es dem Kanton Luzern noch relativ gut. Diese Firmen und Vermögende zahlen nämlich immer noch ein Vielfaches vom Steuersubstrat der Caritasbeschäftigten. Die Steuerprogression lässt grüssen.

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      1. Leo, 20.08.2021, 16:32 Uhr

        Das Amt für Statistik veröffentlicht diese Tatsache immer wieder, meine werten Damen und Herren.

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      2. remo.genzoli, 20.08.2021, 16:53 Uhr

        @Leo
        Der Unternehmenssteuersenkungs-Fetischmus im Kanton LU hat ganz klar bei weitem nicht das gebracht, was den Steuerzahlenden seit Jahren gepredigt und versprochen wird, im Gegenteil.
        Der «Trickel-Down-Effekt», dass Steuersenkungen für Reiche «nach unten durchsickern», ist ein Mythos. Richtig, «die Steuerprogression lässt grüssen», aber nur für die Reichen, denn die Progression flacht nach oben massiv ab und ist bei den mittleren Einkommen am steilsten. Es macht z.B. einen grossen Unterschied, ob ein versteuerbares Einkommen von 100k mit 30% besteurt wird oder eines von 1mio mit nur 35%. Von den «Steuerschlupflöchern» und anderen Tricks, die einem ganzen Heer von Juristen und Steuerberatern Brot geben und somit die existenzbedrohende Steuerbelastung der Reichen erträglich machen, ganz zu schweigen. Und richtig, die Reichen liefern einen grossen Teil des Steuersubstrats ab. Diese Tatsache ist doch simple Arithmetik und ich als «Charitasbeschäftigter» habe damit kein Problem, sollte ich….?

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      3. Leo, 20.08.2021, 21:08 Uhr

        @remo.genzoli:
        Im Gegenteil? Das ist einfach nur billige Polemik. Firmenansiedlungen wie Adidas, Organon oder Tupperware strafen Ihrer Behauptung lügen. Diese Firmen schaffen zweifellos Stellen im Kanton.

        Und dann schreiben Sie noch, es mache einen grossen Unterschied, ob ein versteuerbares Einkommen von 100k mit 30% besteuert werde oder eines von 1mio mit nur 35%. Da gibt es keinen Unterschied. Es sei denn Sie sind diebisch veranlagt. Jemand der 5% mehr steuern zahlt, zahlt sowohl absolut als auch relativ mehr Steuern. Da flacht überhaupt nichts ab, ausser Ihre Mathematik.

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      4. remo.genzoli, 20.08.2021, 23:26 Uhr

        @Leo
        Aha, und wenn dann der Argumentationsnotstand eintrifft, zerrt man als ultima ratio noch schnell die Arbeitsplatzmoralkeule aus dem Schrank. Und doch, 30.000.- Steuern auf ein Einkommen von 100.000.- sind einschneidender als 350.000.- auf ein Einkommen von 1 Mio., denn mit den verbleibenden 650.000.- lässt sich vermutlich noch gut leben. Das sind dann die Konsequenzen der abgeflachten Progression, bzw. im perversesten Fall der Pauschalbesteuerung.

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      5. Leo, 21.08.2021, 07:28 Uhr

        @remo:
        Die Arbeitsplätze wurden geschaffen. Fakt. Der Argumentationsnotstand liegt auf Ihrer Seite.

        Mathematisch ist da keine Abflachung vorhanden. Der Hochlohnbezüger zahlt nicht nur relativ mehr, sondern darüber hinaus noch eine deftige ebenfalls progressive Vermögenssteuer, die Sie zu vergessen scheinen. Dass unser System diverseste Umverteilungen eingebaut hat, passt wohl einfach nicht in Ihre verzerrte Enteignungsideologie.

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  7. David L, 20.08.2021, 09:17 Uhr

    Ein «7 Minuten Lesezeit»-Artikel der mit der Frage startet, was die «liberalen Rezepte» seien.
    Und bis zum Ende des Artikels hat man kein einziges konkretes «liberales Rezept» gehört.
    Möglicherweise kann die FDP ihre «Rezepte» nicht besser verkaufen, weil sie gar keine hat?

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  8. Rudolf 1, 20.08.2021, 08:18 Uhr

    Im Gegensatz zu Herrn Reinhard merken die Leute eben, dass ökologische und soziale Massnahmen dringend sind, so die Sicherung bezahlbaren Wohnraums. Das ist kein Rätsel.

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    1. Matilda Grimm, 20.08.2021, 09:18 Uhr

      @Rudolf: Das sind eben gerade die üblichen linkspopulistischen Floskeln. Was heisst «bezahlbar»: Sprechen wir von einer Einzelperson, die 100% arbeitet oder nur Teilzeit – oder einem Studenten? Geht es bei einer 3-/4-Zr-Wohnung um eine Person, ein Paar, mit oder ohne Kinder? Bei Paaren darf man von zwei Haushaltseinkommen ausgehen (das gehört zum urbanen Lifestyle) – da sind 2500-3000 Fr. Miete absolut bezahlbar. Aber der Punkt ist eben, gerade bei den Links-Grünen, dass sie lieber nur Teilzeit arbeiten. Und trotzdem günstig und zugleich gediegen wohnen möchten.

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      1. remo.genzoli, 20.08.2021, 16:00 Uhr

        @ Grimm
        Für mich ist der mediane CH-Bruttodurchschnittslohn (ca. CHF 6300.-) die Messlatte und der Ausgangspunkt und nicht Ihre politischen Feindbilder mit deren von Ihnen unterstellten Lebensentwürfen, haltlosen Behauptungen und kruden Vorwürfen.

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    2. Leo, 20.08.2021, 09:23 Uhr

      Die Leute können sich keine Neubauwohnungen leisten. Mit oder ohne «soziale» Massnahmen. Das ist in der Tat SP-Populismus für ihre staatlich alimentierte Wählerschaft.

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