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Wilde Plattentaufe für Zuger Rapcore-Combo Mindcollision
  • Kultur
  • Rezension
(Bild: Marco Faoro)

Unbändige Energie in der Galvanik Zug Wilde Plattentaufe für Zuger Rapcore-Combo Mindcollision

4 min Lesezeit 06.10.2019, 12:57 Uhr

An einem verregneten Samstagabend gab es für die Zuger Band Mindcollision gleich zwei Ereignisse in der Galvanik Zug zu feiern. Seit zehn Jahren bringen die fünf Jungs die Bühnen zum Beben. Vor einer Woche haben sie ihren dritten Longplayer «Delirium» veröffentlicht. Ein Abend voll mit ungezähmter Energie – denn selbst der DJ stürzte sich zu den Fans mitten in den Moshpit.

Nachdem den Zuschauern bereits von zwei Vorbands – Sickret und Defender – ordentlich eingeheizt wurde, wird ein Banner vor der Bühne aufgehängt.

Darauf ein tätowierter Herr mit Mindcollision-Cap, Zigarette und zwei riesigen, emporgestreckten Mittelfingern. Dieser Banner, der schon beim Auftritt am Greenfield-Festival Interlaken letztes Jahr hing, wirkt in der Galvanik umso grösser.

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Als dann kurz nach 22.30 Uhr der Banner fällt, beginnen Mindcollision mit ihrem interessanten Mix aus Rap und Metalcore, kurz Rapcore. Und bereits nach den ersten Takten fängt vor der Bühne der erste Moshpit von feierwütigen Fans an.

Sound wurde weiterentwickelt

Das neue Album «Delirium», das einerseits mit internationalen Features wie Frankie Palmieri von Emmure und Ives Irie von Delinquent Habits begeistert, zeigt auch, dass die fünf Jungs ihren Sound stetig weiterentwickeln. «Die Songs sind ‹hässiger›», wie Bassist William Kläy betonte, klingen immer mehr, als ob sie sich neben den internationalen Grössen des Genres einreihen können, behalten aber trotzdem noch etwas Eigenes.

Es ist das Einknüpfen von Hip-Hop-Beats, DJ-Scratches und hie und da auch mal ein Reggaebeat, der den Mindcollision-Sound so unverkennbar macht. Und dieser kommt auch auf der Bühne zum Tragen: Praktisch jeder Song wird mitgesungen, auch bereits diejenigen des neuen Albums. Selbstverständlich auch alte Klassiker vom vorherigen Album «Urban Playground».

Der Sound klang live sogar noch besser. (Bild: Marco Faoro)

Selbst der DJ stürzt sich zu den Fans

Der Sound klingt live sogar noch ein wenig besser, da zum musikalischen Part auch die unbändige Energie hinzukommt, wenn Sänger Mitch Schuler den nächsten Hook ins Mikrofon schreit und den nächsten Rap-Part mit derselben Attitüde wie der Herr auf dem Banner abliefert. Auch Gitarrist André Murer und Bassist William Kläy verstehen ihr Handwerk und brettern nur so über die Bühne, unterstützt von Patrick Boog, ein rhythmisches Tier an den Drums.

Gewürzt wird das Ganze von DJ Freddy K an den Turntables. Und was macht er, wenn er mal bei einem Part ein paar Takte Pause hat? Er stürzt sich zu den Fans mitten in den Moshpit vor der Bühne und heizt die Stimmung weiter an. Immer wieder schaut man sich gegenseitig an, erstaunt über die intensiven Screams von Mitch Schuler, erfreut über den nächsten auf den Punkt gebrachten, harten Breakdown und die «bösen» Gitarren- und Bassriffs.

Benötigte Verschnaufpause

Dieser kraftvolle Liveauftritt bringt das Publikum ziemlich aus der Puste, da kommt die Plattentaufe in der Mitte des Konzerts gerade richtig. Auf die Bühne wird ein Aquarium gebracht, das bis zur Hälfte mit Eiswürfeln aufgefüllt ist. Nach und nach darf jeder, der etwas zum Album beigetragen hat oder zur «Mindcollision-Family» gehört, eine Flasche Cola in den Tank leeren.

Natürlich fehlt noch etwas: Fünf Flaschen Kraken-Rum werden von den Bandmitgliedern unter tosendem Applaus ins Aquarium gekippt, damit die CD ordentlich getauft werden kann. «All das, was wir hier haben, verdanken wir auch euch Fans», verkündet Schuler. Die Band beginnt, in roten Bechern den Drink ans Publikum zu verteilen, die so ihren Durst stillen können und bereit für die zweite Hälfte des Konzerts sind.

Kraken-Rum wurden in die roten Becher gefüllt. (Bild: Marco Faoro)

Live eine brachiale Wucht

Man könnte meinen, das erste Set wäre bereits alles, doch Mindcollision fährt noch einmal alle Energiereserven hoch, powert sich aus, genauso wie das Publikum. Man merkt: Ein Mindcollision-Konzert ist fast schon eine etwas aus dem Rahmen tanzende Familienfeier.

Auf jedem T-Shirt oder Cap sieht man ein Mindcollision oder das «SRH»-Logo, das Label von Mindcollision. Wer im Moshpit hinfällt, steht innert Sekunden wieder auf den Beinen.

Die Band lebt von ihren Live-Auftritten und den nie müde werdenden Fans, die bestimmt noch eine weitere Stunde abgefeiert hätten. Doch nach einem grandiosen Gastauftritt von einem Freund der Band für die ganz bösen Screams und Growls im Song «Subject Zero» vom neuen Album und einigen Zugaben endet das Konzert und hinterlässt ein glückliches Publikum, das zur Afterparty bereit ist. Denn das grosse Feiern beginnt erst jetzt.

Kraken-Rum für die Plattentaufe. (Bild: Marco Faoro)

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