Wieso für Luzerner Clubs weiter die alten Corona-Regeln gelten
  • Regionales Leben
Die 100-Personen-Regel bleibt vorerst. Auch für Clubs wie das Rok in Luzern. (Bild: bic)

Fasnacht für Regierung immer noch möglich Wieso für Luzerner Clubs weiter die alten Corona-Regeln gelten

3 min Lesezeit 23.09.2020, 19:08 Uhr

Während das KKL und der FCL ab Oktober wieder mehr als 1’000 Besucher begrüssen dürfen, müssen die Luzerner Clubs und Bars weiterhin mit lediglich 100 Gästen vorlieb nehmen. Hingegen will der Regierungsrat von einer definitiven Absage der Fasnacht noch nichts wissen.

Per 1. Oktober erlaubt der Bundesrat wieder Veranstaltungen mit mehr als 1’000 Personen. Am Mittwoch orientierte Regierungsrat Guido Graf zusammen mit den Präsidenten des SC Kriens und des FC Luzern sowie dem KKL-Direktor und dem Intendanten des Luzerner Sinfonieorchesters (LSO) die Medien über die Regeln, die im Kanton Luzern für solche Anlässe gelten (zentralplus berichtete).

Bei den Vertretern dieser Organisationen, die auf ein hohes Publikumsaufkommen angewiesen sind, war die Erleichterung über den Lockerungsschritt förmlich spürbar. So dürfen im Konzertsaal des KKL beispielsweise wieder sämtliche der rund 1’900 Plätze belegt werden und in der Swissporarena ist eine Stadionauslastung von 51 Prozent oder 7’300 Fans erlaubt – vorerst allerdings nur für Saisonkarteninhaber (zentralplus berichtete). An beiden Orten gilt eine strikte Maskenpflicht.

Weiterhin nur 100 Personen in den Clubs und Bars

Keine Freudensprünge dürften hingegen die Betreiber der Luzerner Nachtclubs und Bars machen. Denn dort gelten auch nach dem 1. Oktober die gleichen Regeln wie bis jetzt. Will heissen, es dürfen weiterhin nur 100 Personen aufs Mal in die Lokale. Zwar wären laut den Regeln des Bundes auch hier wieder mehr Gäste erlaubt. In Zürich habe man jedoch eher negative Erfahrungen gemacht, als man mehr als 100 Personen reingelassen hat – obwohl diese in Sektoren eingeteilt waren. «Je länger und lustiger der Abend wurde, desto eher war die Maske an einem Ort, wo sie nicht hingehört», umschrieb es Graf.

«Sollten sich die Zünfte dazu entschliessen, die Tagwachen vom Schmutzigen Donnerstag und Güdismontag durchzuführen, werden wir ein entsprechendes Schutzkonzept prüfen.»

Guido Graf, Regierungsrat

«Es könnte natürlich der Eindruck entstehen, dass wir nicht alle gleich behandeln», räumte er ein. Es gelte jedoch zu beachten, dass alle Veranstalter mit teils einschneidenden Massnahmen umgehen müssen. Damit sprach der Gesundheitsdirektor unter anderem den Verzicht auf die Pause und den Barbetrieb bei Anlässen im KKL an.

Graf hofft auf Verständnis

«Im Gegensatz zu den Clubs und Bars, die seit Anfang Juni wieder Gäste begrüssen dürfen, hatten die Grossveranstalter in den letzten Monaten keine Möglichkeit, Anlässe durchzuführen», betonte Graf. Hinzu komme, dass der Charakter von Grossveranstaltungen im KKL und Anlässen in Musikclubs schlicht anders sei.

«Bei vielen grossen Anlässen muss man sich hinsetzen und es wird genau kontrolliert, wer welchen Platz einnimmt», erklärte Graf. Ausserdem sei die Publikumszirkulation viel besser zu kontrollieren. «Das bedeutet natürlich keinesfalls, dass es die einen besser oder schlechter machen als die anderen. Weiter arbeiten wir daran, für alle die bestmögliche Lösung zu finden, damit alle ihre Betriebe, wenn auch unter Einschränkungen, weiterhin führen können.» Er wünsche sich deshalb, dass nun nicht versucht werde, die einzelnen Kultursparten gegeneinander auszuspielen, sondern dass gemeinsam Lösungen zum Vorteil aller gesucht werden.

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Regierungsrat würde Schutzkonzept für Tagwache prüfen

Auch zur Luzerner Fasnacht verlor Graf ein paar Sätze. Die beiden grossen Umzüge vom SchmuDo und Güdismontag, der Fasnachtsmäärt unter der Egg sowie die Usgüüglete wurden vergangene Woche abgesagt (zentralplus berichtete). «Der Regierungsrat begrüsst diesen Entscheid sehr. Aufgrund der aktuellen Situation sind wir der Ansicht, dass dies ein kluger und weitsichtiger Entschluss ist.»

Einige wichtige Entscheidungen betreffend Fasnacht 2021 stehen hingegen nach wie vor aus. «Sollten sich die Zünfte dazu entschliessen, die Tagwachen vom Schmutzigen Donnerstag und Güdismontag durchzuführen, werden wir natürlich auch hier ein entsprechendes Schutzkonzept auf Basis der Vorgaben des Bundes prüfen», hielt Graf fest.

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