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Wie soll der FC Luzern auflaufen? 7 Systeme für die neue Saison
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In einem Kurztrainingslager bereitet sich der FC Luzern auf den Saisonstart vor. (Bild: Martin Meienberger/ freshfocus )

Der FCL auf der Suche nach Konstanz Wie soll der FC Luzern auflaufen? 7 Systeme für die neue Saison

7 min Lesezeit 23.07.2017, 12:36 Uhr

Der FC Luzern hat eine Generalüberholung hinter sich: Wichtige Leistungsträger sind fort – dafür hat man Neuzugänge mit viel Potenzial geholt. Zum Saisonstart ist es Zeit für einen Überblick. Wie kann der umgebaute FC Luzern auflaufen?

Es ist so weit: Der FCL startet am Sonntag in die neue Super-League-Saison. Trainer Markus Babbel bezeichnete die letzten Tage als «die schwierigste Vorbereitung, die ich je erlebt habe». Am Donnerstag resultierte diese im Europa-League-Out der Innerschweizer gegen Osijek (zentralplus berichtete).

Auf den Liga-Start hin ist es Zeit, einen Überblick über das FCL-Kader zu geben und aufzuzeigen, wie Chefcoach Babbel in dieser Saison seine Mannschaft aufstellen kann. Dabei fällt auf: Das Team ist jung – und sehr flexibel. Das ist Fluch und Segen zugleich, denn das Hauptziel des Innerschweizer ist eines: Konstanz zu finden. Wir wagen sieben Aufstellungen.

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1. Die Wunsch-Elf

Der FC Luzern hatte viele Wechsel – eine fixfertige Start-Elf zu präsentieren, gestaltet sich entsprechend schwer. Auch weil man kaum Testspiele hatte, in denen sich die Neuzugänge präsentieren konnten. Demhasaj war beispielsweise während der ganzen Vorbereitung verletzt. Dennoch ist davon auszugehen, dass der 21-Jährige neben Juric stürmen wird – sofern der Australier in Luzern bleibt.

Andere Eckpunkte sind klar: Schwegler hat man geholt, damit er spielt, Kryeziu (auch hier: wenn er bleibt) ist Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft und auch Custodio und Rodríguez werden voraussichtlich spielen. Die neue Verteidigung wird rund um Lucas Alves arrangiert werden – ob mit Schindelholz oder Schulz, wird sich zeigen. Ersterer bringt zwar mehr Erfahrung mit, der deutsche Neuzugang spielte aber bereits in der Bundesliga.

Auf Junge zu setzen, ist der Trend beim FC Luzern – dennoch wird eine gewisse Erfahrung dem jungen Team gut tun. Deshalb sollte ein Spieler wie Christian Schneuwly auch weiterhin eine tragende Rolle spielen.

So könnte die Start-Elf des FCL in dieser Saison aussehen.

So könnte die Start-Elf des FCL in dieser Saison aussehen.

(Bild: meineaufstellung.de)

2. Die Dreierkette

Markus Babbel hat in der Vergangenheit gezeigt: Dem System mit den drei Verteidigern ist er durchaus zugetan. Der neue Aggressiv-Leader Christian Schwegler könnte als Innenverteidiger agieren – ihm käme so eine tragende Rolle in der Defensive zuteil. Mit Schneuwly und Lustenberger hätte man defensiv starke Spieler aussen, die auch offensiv Akzente setzen können. Ausserdem würde der FCL so ein Übergewicht im Mittelfeld schaffen, wo mit Kryeziu, Rodríguez und Neuzugang Custodio eine Menge Qualität vorhanden ist.

Ausserdem würde Tomi Juric durch den technisch starken Shkelqim Demhasaj unterstützt. Mit Schneuwly (12) und Lustenberger (4) hat man zwei starke Vorlagengeber auf den Seiten. Denn bei hohen Bälle dürfte der FCL auch nach dem Verlust von Marco Schneuwly gefährlich bleiben: Sowohl Demhasaj als auch Juric sind über 1,90 Meter gross.

Markus Babbel mag das System mit der Dreierkette.

Markus Babbel mag das System mit der Dreierkette.

(Bild: meineaufstellung.de)

3. Die Ausverkaufs-Elf

Das Horrorszenario: Dass der FC Luzern finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, weiss man. Da ist jedes Transferfenster ein potenzielles Risiko, Leistungsträger zu verlieren. Denn finanzkräftige Klubs buhlen immer wieder um FCL-Spieler – so stand Juric im Winter bereits kurz vor einem Zwei-Millionen-Wechsel zu Reading. Der Australier blieb – doch wie lange noch?

Währenddessen träumt Hekuran Kryeziu von den Grossclubs in Europa (zentralplus berichtete). Und Christian Schneuwly war – wie sein Bruder – mit den Vertragsgesprächen im Frühling nicht besonders glücklich. Wie also sieht der FCL nach dem Transferfenster aus, wenn das Worst-Case-Szenario eintritt und alle drei den Verein verlassen?

Der FCL musste bereits zwei Leistungsträger abgeben: Neumayr (zu Kasimpasa Istanbul) und Marco Schneuwly (zu Sion) hinterlassen grosse Lücken. Kommt der Verlust von drei weiteren Stammspielern hinzu, ist eine Platzierung in den Europa-League-Rängen sehr unwahrscheinlich. Auch weil die Neuen erst wieder ins Team eingefügt werden müssen. Dem FCL-Kader fehlt es offensichtlich an Konstanz.

Immerhin hat man mit Custodio einen jungen Spieler mit Super-League-Erfahrung erworben und Demhasaj und Il Gwan Jong haben grosses Potenzial. Nur die Schaltzentrale – das defensive Mittelfeld – wird arg geschwächt werden. Dren Feka kommt aus der U21 des Hamburger SV – ob er der Physis der Super League bereits standhalten kann, ist zu bezweifeln. Gleiches gilt für den jungen FCL-Nachwuchsspieler Idriz Voca. Das heisst, gerade auf dieser Position müsste der FCL im Falle eines Worst-Case-Szenarios auf dem Transfermarkt aktiv werden.

Ende August sieht der FCL vielleicht etwas dezimiert aus.

Ende August sieht der FCL vielleicht etwas dezimiert aus.

(Bild: meineaufstellung.de)

4. Die Neuen

Wie sehr der FCL umgebaut wurde, zeigt sich am besten, wenn man eine Startaufstellung mit den wichtigsten Neuzugängen erstellt. Klar: Dass Itten und Rodríguez bereits beim FCL spielten, kommt den Innerschweizern zugute. Doch mit Custodio, Demhasaj und Jong wurden ganz neue Offensivkräfte ins Team gebracht. Diese müssen ins System eingefügt werden. Das Problem: Die Vorbereitung war viel zu kurz. Das heisst, die ersten Wochen der neuen Saison werden eine Eingewöhnungsphase sein – darunter könnten aber die Resultate leiden.

Dren Feka dürfte als Backup-Option für Hekuran Kryeziu dienen. Der junge Ruben Vargas (18) kommt aus der eigenen Jugend und bekam im Trainingslager in Bayern erste Spielminuten in der ersten Mannschaft – seine Leistungen waren vielversprechend.

Dringend umgebaut werden musste die Defensive. Genau dies hat Sportkoordinator Rémo Meyer frühzeitig getan: Mit Nicolas Schindelholz (Thun), Marvin Schulz (Borussia Mönchengladbach) und Christian Schwegler (RB Salzburg) holten die Luzerner gleich drei Verteidiger, zumindest Schindelholz und Schwegler bringen Erfahrung ins Team. Mit Lucas Alves und Claudio Lustenberger hat man bereits zwei gestandene Verteidiger – die Neuen geben Chefcoach Babbel aber verschiedene Alternativen. Jetzt gilt es, möglichst rasch die beste zu finden – denn eine ständig wechselnde Verteidigung ist nicht stabil. Auch hier ist der Schlüssel: Konstanz.

Die Neuzugänge des FCL in einer Aufstellung dargestellt.

Die Neuzugänge des FCL in einer Aufstellung dargestellt.

(Bild: meineaufstellung.de)

5. Die jungen Wilden

Erfreulich und gut sichtbar ist der Fokus auf junge Spieler beim FC Luzern. Auch hier am einfachsten illustriert mit einer Startaufstellung. Neben jungen Spielern mit Stammplatzpotenzial wie Schulz, Demhasaj, Itten oder Knezevic gibt es einige, die noch keine Leistungsträger, aber bereit für den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung sind.

Beispielsweise hat Ruben Vargas (18 Jahre jung) in der Vorbereitung angedeutet, dass er in Zukunft eine grössere Rolle in diesem Team spielen könnte. Oder Idriz Voca hat im Cup-Halbfinale gegen Sion gezeigt, dass er auf dem geforderten Niveau spielen kann.

Das Durchschnittsalter der präsentierten Elf liegt knapp unter 20 Jahren. Der FC Luzern hat also eine ganze Mannschaft von Newcomern in den Startlöchern – diese Jugendarbeit kann sich sehen lassen. Bemerkenswert sind aber auch die Abwesenden in dieser Jugend-Elf: Hekuran Kryeziu gehört mit 24 Jahren bereits zu den «Alten», das gleiche gilt für Olivier Custodio (22), Francisco Rodríguez (21) oder Lucas Alves (24).

Der FCL setzt auf den Nachwuchs – das sieht man.

Der FCL setzt auf den Nachwuchs – das sieht man.

(Bild: meineaufstellung.de)

6. Die alten Hasen

Die älteste Elf, die der FCL auf den Platz schicken kann, ist im Schnitt knapp 28-jährig. Die Erfahrung ist es auch, was den Innerschweizern an gewissen Orten fehlt: So ist mit Kryeziu und Custodio das Mittelfeld sehr jung – auch wenn Kryeziu bereits sechs Jahre Super League spielt und Custodio als Captain von Lausanne-Sport bewies, dass er Verantwortung übernehmen kann.

Die Erfahrung liegt bei den Luzernern auf der Aussenbahn: Schneuwly, Schwegler, Lustenberger, Schürpf – sie sind die alten Hasen dieser Mannschaft. Mit dem Abgang von Schneuwly (32) und Markus «Mac» Neumayr (31) muss einer der jungen Spieler diese Lücken füllen. Ausserdem hat David Zibung (33) seinen Platz an Jonas Omlin abgegeben, auch er muss noch reifen.

Klar ist: Die oft kritisierte Berg- und Talfahrt zu beenden, muss das grose Ziel des FCL in dieser Spielzeit sein. Doch es wird durch das Fehlen von erfahrenen Spielern sicher nicht einfacher.

Die alten Hasen des FCL sind gar nicht so alt.

Die alten Hasen des FCL sind gar nicht so alt.

(Bild: meineaufstellung.de)

7. Die geballte Offensivkraft

Zugegeben: Markus Babbel wird nicht so spielen lassen. Aber die Aufstellung soll etwas anderes illustrieren: Der FC Luzern hat durchaus offensives Potenzial – trotz der Verluste von «Mac» und Marco Schneuwly.

Cedric Itten wird einen Schritt in seiner Entwicklung machen müssen und anfangen, mehr Tore zu schiessen. Juric muss den frei gewordenen Platz Schneuwlys ausfüllen und zum Topskorer werden. Schliesslich wird der Stürmer heiss gehandelt, diesen Erwartungen muss er gerecht werden. Mit seinen zwei Toren gegen Osijek hat er angedeutet, dass er dazu bereit ist.

In der Offensiv-Aufstellung spielt hier João Oliveira, weil er mit seiner Schnelligkeit der FCL-Offensive ein belebendes Element hinzufügen kann. Mit seinen 21 Jahren muss auch Oliveira in dieser Saison zu mehr Einsatzzeit kommen, um den nächsten Schritt zu machen. Sein Start im wichtigen Europa-League-Rückspiel kann als Versprechen gedeutet werden.

Die geballte Offensive.

Die geballte Offensive.

(Bild: meineaufstellung.de)


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