Wie die Luzerner Clubs dieses Wochenende Party machen
  • Regionales Leben
Die Bar59 führt den Betrieb fortan als «Mini-Disco».

Masken- und ID-Pflicht Wie die Luzerner Clubs dieses Wochenende Party machen

3 min Lesezeit 1 Kommentar 17.07.2020, 20:00 Uhr

Die Clubs und Bars gehen mit neuen Auflagen ins Wochenende. Die Betreiber stellen sich den aktuellen Herausforderungen. Und Kulturhäuser in der Sommerpause arbeiten bereits intensiv am Herbstprogramm.

Ab Freitag gilt das neue Regime in den Luzerner Clubs und Bars: Statt 300 sind nur noch 100 Gäste zugelassen. (zentralplus berichtete). Die vom Kanton am Mittwoch kommunizierte Vorsichtsmassnahme hat den Betreibern Umtriebe verursacht. Bereits organisierte Veranstaltungen mussten umgekrempelt oder abgesagt werden, die weitere Planung ist stark erschwert.

Das ROK in Luzern bleibt weiterhin am Freitag und Samstag ab 22 Uhr geöffnet, wie die Betreiber auf ihrer Facebook-Seite schreiben. Neu gelte aber eine Maskenpflicht. Gäste, die keine eigene Maske haben, können beim Eingang gratis eine beziehen. Das Contact Tracing wird weitergeführt.

Eine Maskenpflicht gibt es neu auch beim Roadhouse. Diese gilt für Donnerstag, Freitag und Samstag ab 22 Uhr. Masken werden am Eingang verkauft. Auch setzt man zusätzlich auf eine obligatorische Registrierung. Und ohne Smartphone und ID/Pass bleibt der Partygängerin der Einlass verwehrt.

In der Bar59, die an diesem Wochenende Flashback-Partys feiert, wird man sich den Umständen anpassen. Aber: «Verstehen tun wir diesen Entscheid nicht», wie Betreiber Nicolas Gomez sagt. «Der Zugang zu Clubs und Bars in Luzern wurde nicht begrenzt, weil sie die Auflagen nicht im Griff haben – sondern zum Schutz der kantonalen Tracing-Stellen vor Überlastung», vermutet er.

Gomez bemängelt die fehlende Hilfe des Kantons bei der Umsetzung der bisherigen Schutzkonzepte. «Wir mussten uns selbst um ein Einlass-System kümmern, das die Anforderungen erfüllt.» Dass dies mit Kosten verbunden sei, erkläre sich von alleine.

Noch vor wenigen Wochen fanden Gespräche statt

Anfang Juli fand auf Initiative einiger Kultur-Veranstalter ein runder Tisch mit Vertreterinnen des Kantons statt. Dabei wurde die geplante Erweiterung der Schutzmassnahmen rund um das Contact-Tracing diskutiert.

Im Vorfeld der am Mittwoch publizierten Verfügung wurden die Massnahmen mit den Kultur-Veranstalterinnen allerdings nicht diskutiert. Regierungsrat Guido Graf sagte am Mittwoch gegenüber zentralplus lediglich: «Die von den Massnahmen betroffenen Betriebe wurden vorgängig über die Verschärfung der Regelungen informiert.»

«Kommt früh, bleibt lang und unterstützt eure lokalen Bars, Clubs und Restaurants.»

Nicolas Gomez, Betreiber Bar59

«Wir wurden gar nicht miteinbezogen», ärgert sich Gomez. Man sei lediglich vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Auch der Südpol bezeichnet dies als problematisch.» Die IG Kultur hat vor diesem Hintergrund bereits am Mittwoch gefordert, dass kantonale Massnahmen künftig im Dialog mit den Interessenverbänden erarbeitet werden (zentralplus berichtete).

Gute Stimmung – trotz Auflagen

Trotz allem scheint den Gästen in der Bar59 die Feierlaune nicht vergangen zu sein. «Die Stimmung an den letzten paar Wochenenden war sehr schön», berichtet Betreiber Nicolas Gomez. Die Gäste seien zwar vorsichtiger als üblich, was er auch begrüsst. Aber von menschenleeren Clubs könne keine Rede sein.

Für Gomez ist der Betrieb in der Bar59 aktuell eine «Schadensbegrenzung». Er zeigt sich kämpferisch: «Wir stehen weiterhin hinter dem Tresen. Bis auf Weiteres halt als Mini-Disco.» Sein Aufruf: «Kommt früh, bleibt lang und unterstützt eure lokalen Bars, Clubs und Restaurants.»

Sommerpause wird zur Planung genutzt

Andere Kulturhäuser – wie zum Beispiel der Südpol – haben im Moment Sommerpause. Dort wird man die Auswirkungen der neuen Regelung in den kommenden Tagen und Wochen analysieren.

Trotz der Einschränkungen sei die Motivation aber nach wie vor da: «Wir setzen alles daran, dass Kultur auch unter Berücksichtigung der neuen Regelungen erlebbar sein kann», schreibt der Südpol in einer Stellungnahme. Der Schutz der Besucher, Künstlerinnen und Mitarbeitenden habe aber höchste Priorität.

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1 Kommentare
  1. Heiko, 19.07.2020, 01:27 Uhr

    völlig unverständlich, dass sich niemand aus der Gastro über den nun ja auch dem Bundesratsrausch von beliebigen Zwangsmassnahmen und Anordnungen ohne jeglichen Hintergrund verfallenen Luzerner Kanton beschwert und alle immer noch faschistoid mitlaufen

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