Wie Corona eine Zuger Familie auf die Probe stellte
  • Gesellschaft
Für die alleinerziehende Mutter in Zug war der Lockdown eine grosse Herausforderung. (Bild: Symbolbild Adobe Stock)

Kesb-Einsatz während des Lockdowns Wie Corona eine Zuger Familie auf die Probe stellte

3 min Lesezeit 17.08.2020, 05:00 Uhr

Die Corona-Krise bringt Familien in schwierigen Situationen in zusätzliche Nöte. Ein Fall aus Zug zeigt, wie das Leben im Lockdown auch neue Kräfte entfachen kann.

Der Lockdown bedeutete auch für die Zuger Kesb und die von ihr betreuten Menschen eine grosse Herausforderung. «Besonders bei emotional schwierigen Situationen sind direkte Begegnungen unabdingbar», schreibt die Zuger Kesb in einem aktuellen Newsletter. Doch genau diese wichtige Komponente fiel im März monatelang weg.

Im anschliessend ausgeführten Beispiel wird eindrucksvoll geschildert, was die eingeschränkten persönlichen Kontakte, die Umstellung auf Videotelefonate und E-Mails, für die Behörden und die Klienten bedeutete.

Die Situation war zuvor schon angespannt

Die Ausgangslage: Die Eltern dreier Kinder im Alter von 5, 10 und 13 Jahren sind schon länger getrennt. Die Kinder wohnen bei der Mutter, die mit psychischen Problemen und finanziellen Schwierigkeiten kämpft.

Die Kesb begleitet die Familie, um die überforderte Frau und ihre Kinder zu unterstützen – welche die Hilfe laut der Zuger Kesb dankbar annehmen. Der Fünfjährige wird unter der Woche bei einer Tagesfamilie untergebracht, die älteren Kinder besuchen die Regelschule und die familienergänzende Betreuung.

Dann kam der Lockdown

Mit der Ausrufung der ausserordentlichen Lage durch den Bundesrat, verknüpft mit der Aufforderung, zuhause zu bleiben, wird auch das Leben der Familie auf den Kopf gestellt. Die Tagesfamilie kann die Betreuung nicht mehr übernehmen, Fernunterricht für die älteren Kinder sei schlicht nicht in Frage gekommen.

«Gefordert ist diese Familie so oder so – aber sie hat in der Krise neue Kräfte entwickelt.»

Aus dem Bericht der Zuger Kesb

Die Suche nach Lösungen beginnt: In Videokonferenzen, Telefonaten, E-Mails werden Strategien besprochen, um die ohnehin angespannte Situation nicht prekärer werden zu lassen.

Neue Lösungen müssen her

Die Muttter habe sich schon nach wenigen Tagen einverstanden erklärt, die Betreuung des jüngsten Kindes per sofort selbst zu übernehmen. Bei der Kesb habe man nun gehofft, dass die emotionale Verbindung zwischen den beiden so stärker werden könnte.

Für die älteren Kinder wurde eine Pflegefamilie gefunden, so konnte sich die Mutter ganz auf die neue Situation mit dem jüngsten Kind konzentrieren.

Keine Entscheidungen über die Köpfe hinweg

Die Kesb habe in dieser Phase bewusst keine Entscheidungen über den Kopf der Eltern hinweg treffen wollen. Vater und Mutter seien immer miteinbezogen worden. Auch die Fremdbetreuung der älteren Kinder sei im Einverständnis beider Elternteile eingeleitet worden.

Bei der Betreuung des jüngsten Kindes erhielt die Mutter Unterstützung von der Familienbegleiterin per Video.

Seit die Schulen wieder besucht werden können, sei nun auch in der Familie wieder ein Stück Normalität eingekehrt. Die beiden älteren Kinder besuchen die Primarschule, der Kleinere regelmässig die Tagesfamilie.

Der Bericht endet mit einem positiven Fazit: «Gefordert ist diese Familie so oder so – aber sie hat in der Krise neue Kräfte entwickelt.»

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