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Widerstand gegen den Mattenhofverkauf

3 min Lesezeit 22.01.2016, 10:53 Uhr

Gegner verschiedener Parteien haben sich diese Woche zum Komitee gegen den Verkauf des Grundstücks Mattenhof an die Eberli Sarnen AG formiert. Was das Komitee vermeldet, gefällt dem Verwaltungsrat der Eberli Sarnen ganz und gar nicht. «Konstruierter Blödsinn», reagiert der Investor darauf.

Laut einer Mitteilung des Komitees, lehne man den Verkauf ab. Die Gegner monieren, die Eberli Sarnen AG werde seit 2012 «massgeblich vom chinesischen Geschäftsmann Yunfeng Gao kontrolliert». Die Stadt verkaufe damit auch das Mattenhofareal an diesen Investor und verliere den Einfluss auf die Entwicklung im neuen Zentrum Mattenhof. 

«Das ist konstruierter Blödsinn»

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An dieser Stelle ist ein redaktioneller Hinweis nötig: Kurz nach der Veröffentlichung dieser Meldung stellte Toni Bucher, Verwaltungsrat der Eberli Bucher AG, klar: «Diese Behauptung stimmt überhaupt nicht. Es besteht keine Verbindung zwischen dem Projekt auf dem Mattenhofareal und Yunfeng Gao.» Für die Finanzierung der Pilatus Arena werde eine Mantelnutzung nötig sein, die grösstenteils Wohnungen enthält. Das Schweizer Gesetz (Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland BewG) schliesse die Beteiligung von Ausländern für den Wohnungsbau explizit aus. «Die rechtlichen Voraussetzungen für eine Beteiligung von Yunfeng Gao sind somit in keinem Fall gegeben.» Yunfeng Gao halte an der Eberli Sarnen AG eine Minderheitsbeteiligung. Die volle Bestimmungsfreiheit der Gesellschaft liege in Schweizer Hand.

Das gegnerische Komitee wiederum kritisiert, dass der Bau der Saalsporthalle trotz Verkauf unsicher bleibe. «Gemäss dem Kaufrechtvertrag zwischen der Stadt und der Eberli Sarnen AG kann Eberli nach dem Kauf mit dem Grundstück machen, was sie wollen», schreibt das Komitee. Um das Grundstück definitiv zu übernehmen, müsse sich Eberli lediglich dazu verpflichten, einen Architekturwettbewerb für eine Saalsporthalle durchzuführen und der Stadt eine Baubewilligung für eine solche Halle vorzulegen. Was Eberli nachher mache, sei nicht mehr in der Hand der Stadt und der Bevölkerung.

Der Verwaltungsratspräsident der Eberli Sarnen AG, Toni Bucher, nimmt dazu ebenfalls Stellung:

«Das ist konstruierter Blödsinn. Ein anderer Bau kommt für uns nicht infrage und würde Treu und Glauben sowie dem Sinn des Vertrages ganz klar widersprechen. Der Kaufrechtsvertrag legt eindeutig fest, dass dieses nur ausgeübt werden kann, wenn das bewilligte Projekt den Bau einer multifunktionalen Halle beinhaltet. Der Prozess bis zum bewilligungsfähigen Projekt mit Architekturwettbewerb etc. ist sehr aufwändig und kostspielig. Die Kosten trägt vollumfänglich Eberli Sarnen. Es wäre unternehmerischer Wahnsinn, ein solch baureifes Projekt dann nicht zu realisieren. Zudem muss laut dem Bau- und Zonenreglement der Gemeinde Kriens auf dem Areal zwingend ein Gebäude mit öffentlicher Nutzung erstellt werden. Sonst ist ein Hochhaus nicht erlaubt.»

«Probleme mit den Parkplätzen» 

Die Gegner monieren weiter: «Das Areal ist optimal mit der S-Bahn-Luzern erschlossen. Events und Sportanlässe führen aber leider fast zwangsläufig zu einem hohen Verkehrsaufkommen auf den bereits heute stark belasteten Strassen rund um den Mattenhof. Bereits zeichnen sich Probleme mit den Parkplätzen und den Zufahrten ab, wenn gleichzeitig auf der Allmend Anlässe stattfinden», so das Komitee.

Die Quersubventionierung der Halle durch die Wohnnutzung führe zudem zu hohen bis sehr hohen Wohnpreisen. Es wurden bisher weder für die Verkehrsproblematik noch für die Ausgestaltung des Wohnraums (Mietpreise und ökologische Aspekte) verbindliche Garantien abgegeben.

Das Komitee ergänzt, dass die Firma Eberli durch den Bau von Wohnungen im gehobenen Bereich mit diesem Grundstück «auf jeden Fall» eine hohe Rendite zu erzielen versuche. Der grüne Grossstadtrat Christian Hochstrasser fasst die Problematik zusammen: «Eberli macht den Gewinn, die Stadt verliert Boden und Einfluss.»

Das Komitee wolle engagiert «aber mit leider sehr bescheidenen Mitteln» versuchen, der Stadtbevölkerung in den nächsten Wochen zu vermitteln, welche negativen Folgen der Verkauf des Grundstücks für die Stadt Luzern hätte.

 

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