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Armee verbietet App
Whatsapp steht bei Luzerner Polizei auf schwarzer Liste

  • Lesezeit: 3 min
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Whatsapp und Polizei: Das sind zwei klar voneinander abgegrenzte Welten in Luzern.
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Whatsapp und Polizei: Das sind zwei klar voneinander abgegrenzte Welten in Luzern. (Bild: Pexels/Alok)

Die Schweizer Armee verbietet den dienstlichen Gebrauch von Whatsapp. Kurznachrichtendienste dieser Art sind bei der Luzerner Polizei schon länger verboten – zumindest für sensible Inhalte.

Seit Kurzem ist bekannt: Den Angehörigen der Schweizer Armee ist es verboten, während des Diensts via den Kurzmessenger Whatsapp untereinander zu kommunizieren. In Zukunft chatten Soldaten via die Schweizer App Threema, berichtet der «Tages-Anzeiger».

Grund dafür: Die Daten waren beim Messenger Whatsapp, der dem US-amerikanischen Meta-Konzern gehört, nicht mehr genügend sicher. Bei Threema, so erklärt es die Armee selbst, blieben die Daten in der Schweiz.

Eine Wendung, die nicht überraschend und beinahe etwas spät gekommen ist. Immerhin sind die datenschutztechnischen Baustellen bei Whatsapp schon seit einigen Jahren bekannt.

Luzerner Polizei setzt auf exklusiven Polizeimessenger

Etwas anders sieht es in Sachen Kommunikationsmittel bei den Zentralschweizer Sicherheitsbehörden aus. Bei der Luzerner Polizei ist eine dienstliche Kommunikation via Whatsapp grundsätzlich kein Thema. «Die Luzerner Polizei verfügt über verschiedene Kommunikationsmittel. Nebst der Festnetztelefonie wird mittels Mobiltelefonie, über einen polizeispezifischen Messenger, ‹Instant Messenging Police› (IMP) wie auch per Mail kommuniziert», erklärt Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, auf Anfrage von zentralplus.

Dabei handle es sich um ein System, das es erlaubt, ähnlich wie bei Whatsapp, untereinander zu kommunizieren. «Im Polizeieinsatz spielt zudem Polycom, also Funk, eine zentrale Rolle», so Wigger.

«Es ist den Mitarbeitenden per Dienstbefehl untersagt, andere Messanger als IMP für Chats mit sensiblem, schützenswertem Inhalt zu nutzen.»

Urs Wigger, Mediensprecher Luzerner Polizei

Doch inwiefern ist das IMP-System datenschutztechnisch besser als herkömmliche Kommunikationsdienste wie Whatsapp? Wigger erklärt: «Bei IMP handelt es sich um ein geschütztes, polizeispezifisches System. Der Betrieb der benötigten Infrastruktur erfolgt innerhalb der Schweiz und exklusiv für die Polizei, um dem Datenschutz die höchste Priorität einräumen zu können.»

Whatsapp ist ausdrücklich verboten

Apps wie Whatsapp, Telegram oder Signal sind dagegen ein Tabu. «Es ist den Mitarbeitenden per Dienstbefehl untersagt, andere Messenger als IMP für Chats mit sensiblem, schützenswertem Inhalt zu nutzen. Beispielsweise sind Inhalte mit Personendaten oder polizeitaktischen Angaben als sensibel und somit als schützenswert zu betrachten», so Wigger weiter.

Damit der Datenschutz eingehalten wird, zählt die Polizei auf das Mitwirken ihrer Angestellten. Zu diesem Zweck werden sie laut Wigger entsprechend geschult und sensibilisiert. Dies soll sie dazu befähigen, die richtigen Kommunikationsmittel zu wählen und so ihre Verantwortung als Angestellte des Polizeikorps wahrzunehmen.

Der Datenschutz ist bei den Sicherheitsbehörden ohnehin ein aktuelles Thema. «In Zusammenarbeit mit dem Bund sind diverse nationale Projekte lanciert, welche unsere Kommunikation krisenresistenter und noch sicherer machen sollen», sagt Urs Wigger. Stichworte hierfür seien beispielsweise das Sichere Datenverbund System (SDVS) oder das Mobile Sicherheitskommunikationssystem (MSK). Der Sprecher der Luzerner Polizei bezeichnet diese Projekte als wegweisend, um die Kommunikation zu modernisieren.

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4 Kommentare
  1. Karl, 09.01.2022, 07:20 Uhr

    Threema werbung…….
    Gab es doch schon einmal vor einem jahr ….

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  2. Michel von der Schwand, 08.01.2022, 17:32 Uhr

    Aber man ist auf Facebook und Instagram präsent. Genau mein Humor! Die Verblödung stoppt auch nicht bei Staatsangestellten.

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  3. Hegard, 07.01.2022, 12:29 Uhr

    Das das Whatsapp und Facebook Missbraucht wird ist nichts neues genauso Cookies.
    Wo Masse ist gibt’s auch Betrüger und Hacker.Ich verwende von Anfang das Threma app,bin aber einsam einer von den wenigen von meinen Kollegen.
    Aber auch bei solchen IT Firmen gibt sich keine Garantie,wie man Kürzlich bei einer Baarer IT Firma erkannte.Desshalb
    Ist es 5 vor 12 das die Schweiz das IT
    Massiv aufrüsten würde

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    1. Michel von der Schwand, 10.01.2022, 11:18 Uhr

      Aber immer schön das neuste IPhone im Hosensack. Satire geht anders.

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