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Regengarantie von Kurt H. Illi wäre heute ein Flop
Hitze und Trockenheit: Diese Probleme drohen Luzern

  • Lesezeit: 2 min
  • Kommentare: 5
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Kurt H. Illi lockte 1992 Touristen mit einer Regengarantie nach Luzern – das war vor den grossen Hitzewellen 2003 und 2018. (Bild: Archivbild: Emanuel Ammon/Aura) (Bild: Archivbild: Emanuel Ammon / Aura)

Dieser Juli könnte als der trockenste seit Messbeginn in die Luzerner Geschichte eingehen. Was passiert, wenn der Regen noch länger ausbleibt? zentralplus sagt dir, was auf uns zukommen könnte.

Der legendäre Verkehrsdirektor hat 1992 versucht, arabische Touristen mit einer Regengarantie nach Luzern zu locken – und machte damit weltweit Schlagzeilen. Heuer wäre dieses Angebot ein Verlustgeschäft.

Im Juli fiel bisher nicht einmal ein Fünftel des Regens, der sonst in Luzern in diesem Monat vom Himmel fällt (zentralplus berichtete). Schon seit Anfang Jahr sind die Niederschlagsmengen unterdurchschnittlich. Und nun droht auch noch eine Hitzewelle.

Verschärft wird die Situation durch geringe Schneemengen im Winter, die wegen des warmen Frühlings bereits früh abgeschmolzen sind. «Daher fehlt das Schmelzwasser, das in anderen Jahren bis in den Sommer hinein die Pegel höher ansteigen lässt», erklärt Edith Oosenburg, Sprecherin der Bundesamts für Umwelt (Bafu). Der Vierwaldstättersee ist bereits 40 Zentimeter tiefer als sonst zu dieser Jahreszeit. Und: «Aufgrund der aktuellen Wetterprognose ist davon auszugehen, dass der Pegel noch weiter sinkt, da bis nächste Woche kein Regen in Sicht ist.»

Hitzewelle 2003 setzte den Wäldern in Luzern zu

Bereits im Juni mussten in Luzern wegen der Hitze Bachforellen abgefischt werden (zentralplus berichtete). So fatal wie 2003 ist es aber glücklicherweise noch nicht. Im heissesten Sommer seit Messbeginn im Jahr 1864 verendeten im Bodensee 24 Tonnen Fische. Die damalige Hitzewelle verursachte einen landwirtschaftlichen Schaden von einer halben Milliarde Franken – und kostete rund 1000 Menschen das Leben.

Durch die entstanden damals grosse Waldschäden, weil sich Borkenkäfer ausbreiteten und Fichten abstarben. Das Holzüberangebot führte zu einem Preiszerfall – wodurch weiterer Schaden von 20 Millionen Franken entstand.

Der Kanton Luzern bereitet sich seit letztem Jahr auf ein solches Szenario vor. Gemäss der 2021 vorgestellten Kantonalen Gefährdungs- und Risikoanalyse (Kataplan) ist eine Hitzewelle die wahrscheinlichste Krise, die auf die Region zukommt (zentralplus berichtete).

Der Kanton Luzern geht in seinen Überlegungen zu den Hitzewellen von einer sechsmonatigen Trockenperiode mit zweiwöchiger Hitzeperiode in der Zentralschweiz aus. Im Kataplan werden über 20 Massnahmen beschrieben, mit denen sich der Kanton auf eine solche Situation vorbereitet. Der Bericht zeigt also auf, welche Schwierigkeiten auf uns zukommen. Fünf Punkte fallen dabei ins Auge.

  • Bei einer Trockenheit ist es nicht gewährleistet, dass im Brandfall genügend Löschwasser innert kurzer Zeit vorhanden ist. Die gesetzlich vorgeschriebenen Löschwasserreserven in den Reservoirs werden zum Teil unterschritten. Das Feuerwehrinspektorat hat deshalb die Einsatzplanung für abgelegene Orte angepasst.
  • Die Wasserversorgung im Kanton Luzern ist kleinräumig organisiert und teilweise ungenügend vernetzt. Das birgt Risiken für die Versorgungssicherheit. Eine Umfrage nach dem Hitzesommer 2018 zeigte, dass rund ein Drittel der Gemeinden Probleme bei der Versorgung der Bevölkerung mit ausreichend Trink- und Brauchwasser hatte. «Sie müssen ihre Wasserversorgung selbst planen und mit ihren Nachbarn abstimmen», sagte Werner Göggel, Abteilungsleiter Gewässer und Boden des Kantons Luzern, kürzlich in der «Luzerner Zeitung». Die Projekte seien aktuell teils noch in einem früheren Stadium.

«Dank den starken Niederschlägen im Juni ist die Situation aktuell noch nicht akut.»

, Chef Bevölkerungsschutz im Kanton Luzern.

  • Der Kanton Tessin hat wegen der Trinkwasserknappheit in einzelnen Gemeinden bereits im Juni Verbote und dringliche Empfehlungen ausgesprochen. Die Bevölkerung soll keine Pools mehr füllen und auf Gartenbewässerung verzichten, wie SRF berichtete. In Luzern ist bislang nicht klar geregelt, ab welchen Pegelständen welche Einschränkungen bei der Trinkwassernutzung nötig sind. Die Regierung plant, dies bis 2027 zu entscheiden.
  • Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald plant ein Projekt, um Landwirte beim Entscheid zu beraten, welche Bäume sie anpflanzen. Diese sollten ausreichend robust gegen die Trockenheit sein – was besonders in Schutzwäldern von entscheidender Bedeutung ist. Auch dieses Projekt hat einen Zeithorizont bis 2027.
  • Offen ist, wer den Lead hätte, wenn Vieh wegen der Wasserknappheit geschlachtet werden müsste. Der Kanton hat sich vorgenommen, die Zuständigkeiten in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft zu klären und ein Konzept zu erarbeiten.

Der Kanton hat also einiges an «Hausaufgaben» zu erledigen, bevor die nächste Hitzewelle kommt. Momentan muss in Luzern noch nicht mit gravierenden Auswirkungen gerechnet werden. Entscheidend wird es sein, wie sich die Lage in den nächsten zwei Wochen entwickelt. «Dank der starken Niederschläge im Juni ist die Situation aktuell noch nicht akut», sagt Vinzenz Graf, Chef Bevölkerungsschutz im Kanton Luzern.

Waldbrandbekämpfung: Zentralschweiz ist gerüstet

Wenn es heiss und trocken ist, steigt die Waldbrandgefahr. Um sich auf dieses Szenario vorzubereiten, hat Luzern gemäss Vinzenz Graf in den letzten Monaten übrigens einiges investiert. Die Zentralschweizer Kantone haben neu ein gemeinsames Konzept zur Planung, Koordination und Beschaffung des Materials für die Waldbrandbekämpfung.

«Alle Feuerwehrkommandanten des Kantons Luzern haben eine entsprechende Ausbildung absolviert», sagte Graf kürzlich gegenüber zentralplus. Akut ist die Waldbrandgefahr aber trotz der Trockenheit im Kanton Luzern (noch) nicht. Gemäss Bund gilt hierzulande derzeit «mässige Gefahr».

Verwendete Quellen
  • Schlussbericht Kantonale Gefährdungs- und Risikoanalyse (Phase I und Phase II)
  • Mailkontakt mit Edith Oosenburg, Sprecherin der Bundesamts für Umwelt (Bafu).
  • Telefonat mit Vinzenz Graf
  • Artikel «Luzerner Zeitung»: «Wasserversorgungen besser vernetzen: Was die Gemeinden aus dem Hitzesommer 2018 gelernt haben»
  • SRF-Bericht: Wasserknappheit im Tessin
  • Naturgefahrenkarte des Bundes
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5 Kommentare
  1. meyerh, 17.07.2022, 17:23 Uhr

    Guten Tag Frau Berger,

    «Heuer dieses das Angebot ein Verlustgeschäft.» Dies ist der zweite Satz ihres Artikels.

    Haben Sie diesen Satz selber so entworfen? Ich verstehe nicht, was Sie uns Lesern und Leserinnen damit sagen möchten. Und ich weiss, es ist Sonntag, da sind sie mit dem Korrektorat etwas eng unterwegs……

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  2. Hegard, 17.07.2022, 08:12 Uhr

    Natur Pur
    2003 Trockenheit
    2005 Über schwemmung
    und……..

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  3. oliver.heeb, 17.07.2022, 07:47 Uhr

    Das Thema Wasser wird global und lokal zu einem der drängendsten Themen der Zukunft. Die Fähigkeit zu komplexem Denken und über den Tellerrand hinaus schauen, ist gefragt. Da und dort wird die Atomkraft erneut ins Spiel gebracht, um einem allfälligen Strommangel entgegen zu wirken. Wie sollen die Anlagen denn gekühlt werden, wenn die Flüsse zu wenig Wasser führen und/oder das vorhandene Wasser zu warm ist?

    Danke für die vorausschauende Berichterstattung in Zentralplus.

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  4. Roli Greter, 17.07.2022, 06:36 Uhr

    Anbetracht der Trockenheit, der geringeren Löschwassermenge und der Umweltbelastung danke ich jeder einzelnen Person die auch ohne Verbot auf Feuerwerk verzichtet 🍀

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    1. Bauer Wermelinger, 18.07.2022, 16:07 Uhr

      Ihr Wunsch wird mit nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit unerhört bleiben. Leider! Denn mittlerweile tummeln sich in unserer Gesellschaft zu viele Sub-Kulturen, welche sich am 1. August einen Nationalfeiertag aneignen und zur Abwechslung ihre Potenzschwäche nicht mit einem Mercedes oder BMW-Kreisli Bahnhof-Luzernerhof-Bahnhof, sondern mit einer Raketen-Batterie von WECO zum Ausdruck bringen.

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