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Wer will in diesem drolligen Chamer Häuschen wohnen?
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Sie fahren häufig Zug? Dann ist Ihnen dieses Haus bestimmt schon aufgefallen. Nur, wer wohnt bloss da drin?   (Bild: wia)

Hier ist laute Musik auch in der Nacht erlaubt Wer will in diesem drolligen Chamer Häuschen wohnen?

2 min Lesezeit 30.08.2019, 18:30 Uhr

Praktisch alle Zuger kennen es, das lustige Haus beim Bahnhof Cham. Nun sucht die Gemeinde neue Mieter für das hübsche Anwesen. Die Nachfrage ist gross. Trotz einiger Nachteile.

Es ist wohl eines der bekanntesten Häuser in der Gemeinde Cham. Nicht zuletzt, weil viele täglich mit dem Zug daran vorbeibrausen. Während einer Millisekunde denken sie, «Oh, wie schööön», bevor es wieder aus dem Blickfeld verschwindet.

zentralplus hat darum vor Jahren dort angeklopft, um mit den Bewohnern zu sprechen (zentralplus berichtete). Angetroffen haben wir die herzliche Musikerfamilie Kovarik. Für das Ehepaar (ein Organist und eine Violinistin) und ihre Tochter war das Haus eine ideale Bleibe. Nicht zuletzt, weil sie hier auch mitten in der Nacht ungestört üben können.

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Nun jedoch ziehen sie nach elf Jahren aus. Wegen der Arbeit geht es in den Kanton Zürich, wie die Familie Kovarik erklärt.

Deshalb sucht die Gemeinde, der das Haus gehört, nun nach einem Nachmieter, wie ein Eintrag im Zuger Amtsblatt verrät. 4,5 Zimmer hat das Kleinod, es liegt zentral und dennoch direkt in der Natur. Ausserdem handelt es sich um ein historisch interessantes Gebäude.

Ein geschichtsträchtiges Haus

Tatsächlich diente der Bau einst als Pförtnerhaus der Villette. Sowohl die Villa als auch das Nebengebäude wurden um 1860 vom Architekten Leonhard Zeugheer erbaut. Bewusst hatte der Architekt ein Haus im schweizerischen Stil geplant, das mit seinen Laubsäge-Verzierungen viel Heimatgefühl erzeugt.

In der kleinen Stube sind die Fenster fünfeckig.

Man muss Züge mögen

Nicht zuletzt deshalb erstaunt der tiefe Mietpreis des Anwesens: Bloss 1800 Franken kostet die Miete monatlich (ohne Nebenkosten). Das hat seinen Grund, erklärt Basil Stocker, der Projektleiter Liegenschaften der Gemeinde Cham.

«Da es sich um ein Liebhaberobjekt mit Nachteilen handelt, ist der Preis gerechtfertigt», sagt Stocker. Nachteile – die da wären? Das Haus steht unmittelbar an den Geleisen. Entsprechend ist mit Lärm zu rechnen. Insbesondere gerade jetzt, wo die Strecke «Zugersee Ost» gesperrt ist. Weiter liegt das Haus direkt an einem öffentlichen Fuss- und Fahrweg. Es ist keine Zufahrt mit dem Auto möglich. Ein weiteres Manko: Im Haus gibt es nur eine sehr kleine Küche.

Die Küche ist tatsächlich winzig.

Derzeit seien es etwa 30 Personen, die sich für das Häuschen interessieren. Nach den Besichtigungen bleiben voraussichtlich sieben oder acht Bewerber übrig, vermutet Stocker.

Bei der Vorgabe, wen man gern in diesem Hexenhäuschen zur Miete hätte, gibt man sich bei der Gemeinde sehr offen. So wünsche man sich «eine Familie oder einen Drei- bis Vierpersonenhaushalt, welcher gerne in einem geschichtsträchtigen Haus leben möchte».

Alles an diesem Haus ist putzig.

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