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Wer übernimmt beim EVZ jetzt Verantwortung?
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Crack am Puck: Lino Martschini. (Bild: Martin Meienberger / meienberger-photo.ch)

Schlüsselspieler fallen verletzt aus Wer übernimmt beim EVZ jetzt Verantwortung?

3 min Lesezeit 14.10.2018, 19:05 Uhr

Ein arg dezimierter EV Zug konnte sich am Berner Wochenende gegen die beiden Spitzenteams SC Bern und EHC Biel tapfer schlagen und den Tabellenführer aus dem Seeland zu Hause gar souverän bezwingen. Ohne einige Schlüsselfiguren müssen andere Spieler mehr Verantwortung übernehmen – unter ihnen Eigengewächs Lino Martschini.

Unglückliche Umstände in Form einer Verletzungsmisere führen dazu, dass das Vertrauen des EVZ in seine jungen Spieler gleich zu Beginn der Saison intensiver als wohl beabsichtigt auf die Probe gestellt wird.

In der Verteidigung müssen die durchschnittlich 23 Minuten, die Captain Raphael Diaz pro Spiel abspult, ersetzt werden. Im Angriff fällt mit Dario Simion sowie den Ausländern Garrett Roe, David McIntyre und Viktor Stålberg ein offensiv potentes Quartett aus, was insbesondere die Qualität auf der so wichtigen Center-Position ausdünnt.

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Sven Leuenberger darf sich beweisen

Nach dem unkonventionellen Experiment mit Carl Klingberg als Center in Bern durfte sich gegen Biel Sven Leuenberger erstmals auf seiner angestammten Position in Szene setzen. Er führte eine Formation mit seinen Altersgenossen Fabian Haberstich und Dominik Volejnicek, der drei Jahre nach seinem Debüt erstmals wieder in der National League Auslauf erhielt, an.

«Ich gehöre sicher zu den Spielern, die jetzt versuchen, intern eine grössere Rolle zu übernehmen.»

Lino Martschini, Stürmer EV Zug

Deutlich mehr Verantwortung als dieses Trio erhielten Academy-Ausländer Pontus Widerström, welcher seinen ersten Treffer erzielte, Yannick Zehnder sowie Verteidiger Livio Stadler, der voller Selbstvertrauen aufspielte und seine bisher wohl beste Darbietung ablieferte.

Auf den Schultern des Kollektivs

Die Jungen decken freilich nur einen Teil der Eiszeit ab, welche durch die Ausfälle neu aufgeteilt werden muss. Der Rest wurde im Kollektiv auf verschiedene Schultern übertragen. Durch das gesamte Line-up hindurch füllen nun alle Spieler etwas grössere Schuhe aus. So ist beispielsweise ein Sven Senteler mit seinem Siegtreffer gegen den EHC Biel in die Rolle des Matchwinners geschlüpft und ein Santeri Alatalo bekommt am meisten Eiszeit.

Doch die Absenzen wirken sich nicht nur auf dem Eis, sondern auch daneben spürbar aus. Gemäss Lino Martschini hat sich Reto Suri in der Kabine an das Team gewendet. Der Assistenz-Captain ragt also momentan nicht nur auf dem Eis mit seinem Kampfgeist, seinem Zug auf das gegnerische Tor und unermüdlichem Einsatz in allen Situationen heraus.

«Sich an Punkten zu messen, ist immer etwas heikel.»

Lino Martschini

Sondern auch teamintern, indem er als Leader mehr Verantwortung übernimmt und das Team ohne Captain Diaz und Assistent McIntyre anführt. Auch Martschini selber kann jetzt zeigen, dass er nicht nur als Identifikationsfigur bei den Fans ankommt, sondern diese Rolle auch innerhalb der Mannschaft einnehmen kann. Eine Rolle, die ihm eines Tages als spielerisch herausragendes Eigengewächs ohnehin zugedacht wird.

Martschini ist sich der Verantwortung bewusst

«Ich gehöre sicher zu den Spielern, die jetzt versuchen, intern eine grössere Rolle zu übernehmen, der Mannschaft zu helfen und zu führen», bestätigt der 25-Jährige seinen Willen, auch neben dem Eis zu den Leadern zu gehören.

Die beste Art, um der Mannschaft zu helfen und seine Leaderqualitäten zu unterstreichen, folgt dem Credo «leading by example». So versucht Martschini «mit Leidenschaft und Kampfgeist» als Vorbild zu dienen und seine Teamkollegen mitzureissen.

Zugs Torschütze Dominic Lammer (links) und Sven Senteler jubeln nach dem 0:2. Enttäuschung bei Genfs Daniel Vukovic und Torhüter Robert Mayer

Sven Senteler (vorne) erzielte den Siegtreffer gegen den EHC Biel.

(Bild: Pascal Muller / EQ images)

Bisher gelingt ihm dies passabel. Der Flügelstürmer rackert wie üblich vorbildlich und scheint Gefallen am offensiveren System zu finden, insbesondere am aggressiveren Forechecking, das er voller Elan ausführt.

Ausbeute bereitet (noch) keine Sorgen

Gleichwohl entspricht seine offensive Ausbeute noch nicht den hohen Erwartungen, die an ihn gestellt werden. Sorgen macht er sich deswegen keine. «Sich an Punkten zu messen, ist immer etwas heikel. Manchmal fallen die Pucks bei guten Spielen nicht rein, manchmal treffe ich, obwohl ich eine durchschnittliche Partie spiele. Wichtig ist, dass wir uns als Mannschaft verbessern. Wenn ich treffe, ist das umso schöner für mich. Aber wichtig ist, dass wir als Team Erfolg haben.»

Mit dem Treffer gegen Biel konnte er sich für seinen Einsatz belohnen und vielleicht jene zusätzliche Portion Selbstvertrauen tanken, welche für einen erfolgreichen Lauf nötig ist. In Absenz anderer Top-Shots sind Martschinis Tore momentan jedenfalls noch mehr gefragt als ohnehin schon.

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