Wer sind die Autoposer eigentlich? Der Luzerner Stadtrat soll es herausfinden
  • Politik
Übermotorisierte Fahrzeuge beschäftigen nun auch die Politik. (Symbolbild: Toine G/Unsplash)

Forderung aus dem Stadtparlament Wer sind die Autoposer eigentlich? Der Luzerner Stadtrat soll es herausfinden

2 min Lesezeit 10 Kommentare 30.06.2020, 12:10 Uhr

Die Auto- und Motorradposer sind ein bisschen wie die «Brämen». Sie tauchen vor allem in den Sommermonaten auf, sind lästig und man hört sie schon von weitem kommen. Der Stadtrat soll nun aber noch Genaueres zu dieser Spezies in Erfahrung bringen.

Nach nationalen Schlagzeilen wird die Tuning-Szene in diversen Kantonen zunehmend zum Politikum. Nun wird auch der Luzerner Stadtrat aufgefordert, sich der übermotorisierten Karossen und ihren Besitzer anzunehmen.

In einer gemeinsamen Interpellation fordern Mitglieder der SP/Juso-Fraktion und der GLP-Fraktion eine «Bestandsaufnahme». Diese soll unter anderem Aufschluss darüber geben, wie sich die Szene verändert hat und wie sie sich derzeit in Luzern manifestiert.

Hauptsache man hat ein Publikum

Unter anderem soll der Stadtrat eruieren, welche Strecken derzeit besonders beliebt sind. Das dürfte relativ schwer zu beantworten sein. Gemäss Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, gibt es in der Stadt – und im gesamten Kanton – diverse «Hotspots».

Die bekannteste Route fürs Schaulaufen der Boliden führt zwischen Luzernerhof und Bahnhof über die Seebrücke. «Eine weitere beliebte Strecke führt durch das Hirschmattquartier. Dort gibt diverse Restaurants und Cafés und somit auch ein ‹Publikum› für das Posen», sagt Wigger.

Über 100 Fahrzeuge einkassiert

Gemäss den Postulaten befindet sich ein neuer «Aufdröhn-Hotspot» eingangs der Baselstrasse bei der Bahnunterführung. In der Unterführung wird das Röhren der Motoren noch verstärkt. Auch dieser Ort sei der Polizei bekannt, so Wigger.

Er verweist darauf, dass die Polizei regelmässig getunte Fahrzeuge aus dem Verkehr zieht. So wurden bereits in den ersten fünf Monaten dieses Jahres gegen 100 Fahrzeuge, die nicht dem Strassenverkehrsgesetz entsprochen haben, aus dem Verkehr genommen (zentralplus berichtete).

Vermieter sollen unter die Lupe genommen werden

Die Grossstadträte wollen zudem auch wissen, welche Rolle die Autovermieter in dieser Szene spielen. Manche der getunten Fahrzeuge sind nur stundenweise gemietet. Die Stadtparlamentarier wollen deshalb  wissen, um welche Vermietungsfirmen im Einzugsgebiet der Stadt Luzern es sich konkret handelt.

Weiter wird die Idee von Lärmblitzern ins Feld geführt. Über solche wird derzeit auch in den Kantonen Genf und Aargau diskutiert. Zudem soll der Stadtrat die gesetzlichen Vorschriften nach Möglichkeiten ausloten, «welche die dröhnende Fahrweise im Siedlungsgebiet und die Manipulation von Auspuffanlagen verbieten», wie es im Vorstoss heisst.

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10 Kommentare
  1. Kurt Flury, 11.07.2020, 16:09 Uhr

    Könnte dem Stadtrat sofort sagen, wer die Röhrer und Knaller sind.

  2. Roli Greter, 01.07.2020, 05:50 Uhr

    @Margrit Grünwald
    Auffallend ebenso, Leute aus der Stadt Luzern fahren mit lauten Autos nach Zug und Zürich zur Arbeit und parkieren ihr Fahrzeug in der Nähe von Wohnungen. Ein grosses Problem stellen auch die überempfindlichen Städter dar. Scheinbar sind da immer noch zu hohe Ansprüche im Kopf…

  3. El Sass, 30.06.2020, 20:14 Uhr

    Das ist eine Plage. Die Motorräder sind sogar noch schlimmer. Ebenfalls eine beliebte Strecke ist die lange Gerade der Haldenstrasse zwischen Verkehrshaus und Dietschiberg.

  4. Andy Bürkler, 30.06.2020, 17:41 Uhr

    Lasst doch den Secondobuben ihren Spass.
    Ist gut fürs Geschäft und stört ausser ein paar linken Spiessern eigentlich niemanden.

    1. Hans Peter Roth, 30.06.2020, 18:27 Uhr

      Vielleicht werde ich eines Tages meine Lautsprecherboxen unter Ihrem Schlafzimmerfenster aufstellen und nachts kräftig wumsen lassen. Warum? Weil es Spass macht.

    2. CScherrer, 30.06.2020, 19:19 Uhr

      Ewig gestrige Denkweise! Zum Glück erkennt die Mehrheit der Stadtbevölkerung, dass das Auto nichts mehr in der Innenstadt zu suchen hat. Moderne Städte verbannen den motorisierten Schwachsinn, begangen von ein paar geistigen Tieffliegern.

    3. Andy Bürkler, 30.06.2020, 19:28 Uhr

      @CScherrer: Immer die gleiche Leier von Ihnen.
      Was wollen Sie denn mit einer autofreien Stadt? Ich kann mir nichts Toteres und langweiligeres vorstellen.
      Gehe Sie doch ins Friedental spazieren. Ist schon ruhig dort.

    4. digiradio, 30.06.2020, 22:32 Uhr

      @Andy Bürkler: Mit links hat dies überhaupt nichts zu tun – und mit Spiesser erst recht nicht. Vielmehr ist es eine Frage des fehlenden Respekts. Als Anwohner frage ich mich schon lange, weshalb wir uns diese Auswüchse Tag für Tag gefallen lassen müssen. Es wird endlich Zeit, dass Polizei und Politik auch in den Innerschweizer Kantonen durchgreifen. Wozu sonst haben wir Gesetze, wenn diese von pubertierenden Ignoranten täglich missachtet werden?

  5. Margrit Grünwald, 30.06.2020, 16:04 Uhr

    Auffallend auch, Leute aus den Kantonen Zug, Schwyz und Obwalden fahren mit lauten Autos nach Luzern zur Arbeit und parkieren ihr Fahrzeug in der Nähe von Wohnungen. Ein grosses Problem stellen die schweren Motorräder dar. Scheinbar sind da immer noch zu hohe Dezibel erlaubt. Geparkt sind auch diese auch in Wohnquartieren.

    1. CScherrer, 30.06.2020, 19:20 Uhr

      Fällt tatsächlich auf. Gut, dass die Stadt reagiert und weiter Parkplätze abbaut.

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