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Wer setzt Geld auf den FCL?
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Rund 70 Millionen Schweizer Franken werden jährlich in Sportwetten investiert. Die Quote auf den Meistertitel des FC Luzern ist verlockend. (Bild: Fotomontage les )

Wettbüros schätzen Titelchancen Wer setzt Geld auf den FCL?

5 min Lesezeit 16.07.2015, 09:04 Uhr

Sportwetten sind zwar illegal. Sie gelten aber als gutes Indiz für kommende Sportresultate. zentral+ hat untersucht, welche Chancen dem FCL auf den Meistertitel gewährt werden. Und fand Erstaunliches heraus.

Die Fussballsaison steht vor der Tür. Der FC Luzern eröffnet die neue Saison gegen den FC Sion. Wie immer sind die Erwartungen rund um den FCL gross. Trainer Babbel will die Gier nach Siegen spüren, wie er gegenüber zentral+ erwähnte. Doch wie schätzen Experten die Meisterchancen des FC Luzern ein? Im Gegensatz zu TV-Experten sind die Prognosen von Wettanbietern mathematisch fundiert begründet – schliesslich hängt der Gewinn des Unternehmens davon ab. Das Prinzip ist einfach: Je höher die Quote, umso unwahrscheinlicher wird der Meistertitel eingeschätzt. Sollte es der Club, auf den gesetzt wird, dennoch schaffen, profitieren die Wettenden umso mehr.

Illegale Wettangebote können nicht bestraft werden

Grundsätzlich sind Sportwetten von privaten Anbietern in der Schweiz verboten. Nur die Angebote von Swisslos und Lotterie Romand sind erlaubt, da nicht gewinnorientiert. Da die grossen Wettanbieter aber im Ausland beheimatet sind und die Wetten über das Internet abgewickelt werden, sind der zuständingen Lotterie- und Wettkommission «Comlot» die Hände gebunden, wie Direktor Manuel Richard mitteilt. Die Sportwettenden haben hingegen nichts zu befürchten. Dementsprechend floriert das Geschäft mit den Sportwetten. Rund 70 Millionen Franken werden pro Jahr auf den Ausgang von Sportereignissen gesetzt.

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FCL-Titelchance ungleich bewertet

zentral+ beleuchtet fünf internationale Wettangebote. Die Einschätzung über die Titelwahrscheinlichkeit lässt die Herzen der Wettenden, aber auch der Fans höher schlagen. Die Quote für den FCL – mit dieser Zahl wird im Erfolgsfall der Einsatz multipliziert – liegt zwischen 17 und 26. Es lässt sich also einiges Geld mit einer Wette auf die FCL-Meisterschaft verdienen, je nach Höhe des eigenen Einsatzes. Doch damit steigt bekanntlich auch das Verlustrisiko. Betrachtet man die Wettquote rangmässig, so liegt der FCL im Mittelfeld, vereinzelt reicht es gar zu einem Podestplatz.

Saisonziel: Europa

Beim FCL reagiert man amüsiert auf die Wettquoten. FCL-Mediensprecher Max Fischer erklärt gegenüber zentral+: «Zahlenspielereien sind spannend für die Fans. Wir konzentrieren uns Match für Match auf das jeweilige Spiel. Wir wollen uns mit dem FCL in der vorderen Tabellenhälfte etablieren und damit unsere Ambitionen für den europäischen Wettbewerb hochhalten.»

Schuldenfalle Sportwetten

Die Angebote mögen verlockend klingen. Doch Geld auf den eigenen Fan-Traum zu setzen, sei nicht gefahrlos, warnt Suchtberater Ruedi Studer vom Sozial-BeratungsZentrum Luzern: «Glücksspielende haben die Vorstellung, das Spiel kontrollieren zu können.» Im Kontext von Sportwetten werde dieser Kontrolleinfluss durch die Emotionalisierung des Fan-Seins noch verstärkt. «Zudem haben Wettende das Gefühl, ihre Einschätzung und das Wissen über die Sportart steigere die Gewinnchancen.» Studer gibt zu Bedenken: «Die Wettanbieter wollen schlussendlich Geld verdienen. Das wissen auch die Wettenden. Doch dies wird beim Spiel von den eigenen Glaubensüberzeugungen überlagert.»

10 Franken Einsatz – 160 Franken Gewinn

Als erstes Wettunternehmen kommt «Tipico» unter die Lupe. Wie bei allen folgenden Anbietern werden hier dem FC Basel die grössten Chancen auf den Meistertitel eingeräumt, gefolgt von den BSC Young Boys. Bereits auf Platz drei folgt gemeinsam mit den Grasshoppers der FC Luzern. Bei einem Einsatz von 10 Franken, erhält man im Falle der Meisterschaft 170 Franken. Das macht 160 Franken Gewinn. Das Risiko ist zwar hoch, doch die Verlockung auf den grossen Profit ebenfalls. Mit Faktor 17 gewährt Tipico dem FCL die niedrigste Wettquote aller untersuchten Wettanbieter und schätzt somit die Meisterschaftchance des FCL am Realistischen ein.

Das Siebzehnfache des Wetteinsatzes erhält man bei Tipico im Falle des Meistertitels des FC Luzern. Gemeinsam mit den Grasshoppers liegt der FCL somit auf Platz 3.

Das Siebzehnfache des Wetteinsatzes erhält man bei Tipico im Falle des Meistertitels des FC Luzern. Gemeinsam mit den Grasshoppers liegt der FCL somit auf Platz 3.

Cupsieger chancenlos

Ebenfalls bereits an dritter Stelle wird der FCL bei «Unibet» aufgeführt. Die Wettquote ist mit Faktor 18 nur wenig höher als bei Tipico. Interessant ist ein Blick auf den ersten Gegner des FCL, den FC Sion. Die von Präsident Constantin angekündigte grosse Transferoffensive hat noch nicht stattgefunden, dementsprechend grosszügig wird die Quote auf den Meistertitel für den amtierenden Cup-Sieger ausgelegt. Als wirklicher Meisterschaftskandidat wird Sion also nicht betrachtet.

Unibet positioniert den FCL auch an dritter Stelle. Die Wettquote beträgt 18:1.

Unibet positioniert den FCL auch an dritter Stelle. Die Wettquote beträgt 18:1.

(Bild: Printscreen)

Auf Augenhöhe mit den Zürchern

Ebenfalls das Achtzehnfache des Einsatzes erhält der Wettende beim Anbieter «bet-at-home». Damit liegt der FCL mit den beiden Zürcher Clubs gleich auf. Es lohnt sich auch ein Blick auf die hinteren Regionen. Ein Meistertitel des Aufsteigers aus Lugano wird wesentlich realistischer eingeschätzt, als ein Meistertitel des FC Vaduz. Ein liechtensteinisches Team als Schweizer Meister wäre für den lokalen Fussballfan auch kaum vorstellbar.

Das Achtzehnfache des Wetteinsatzes erhält man bei bet-at-home im Falle des Meistertitels des FC Luzern. Damit liegt der FCL gemeinsam mit den beiden Zürcher Clubs auf Rang 3.

Das Achtzehnfache des Wetteinsatzes erhält man bei bet-at-home im Falle des Meistertitels des FC Luzern. Damit liegt der FCL gemeinsam mit den beiden Zürcher Clubs auf Rang 3.

(Bild: Printscreen)

Gleiche Quote – schlechterer Platz

«Interwetten» führt den FCL nur auf dem fünften Platz. Die Quote ist aber mit Faktor 18 immer noch identisch zu den vorherigen Angeboten. Interwetten gewährt den FC Basel Fans die bisher beste Quote mit 1,5. Damit können auch die Basel Fans 50 Prozent Gewinn mit ihren Wetten erzielen. Angesichts der sechs Meistertitel in Folge eine verlockende Gewinnaussicht. Dafür sinkt die Quote der Young Boys und des FC Sion. Die Quoten von Interwetten lassen durchaus auf ein spannendes Meisterrennen deuten. Verlässt der Kübel das Rheinknie?

Nur auf der fünften Position führt Interwetten den FCL. Mit einer Quote von 18:1 befindet sich die Quote aber im Mittelmass

Nur auf der fünften Position führt Interwetten den FCL. Mit einer Quote von 18:1 befindet sich die Quote aber im Mittelmass

(Bild: Printscreen)

Für die Optmisten

Die beste Wettquote und somit die geringsten Chancen auf einen FCL-Meistertitel wird von «Bwin» errechnet. Der Einsatz würde versechsundzwanzigfacht. Für die hartgesottenen FCL-Fans und Daueroptimisten also das attraktivste Angebot. Für die Rationalisten jenes, welches am meisten Vorsicht verlangt.

Das Sechsundzwanzigfache des Wetteinsatzes erhält man bei Bwin im Falle des Meistertitels des FC Luzern. Mit Faktor 26 und Rang 5 schätzt Bwin den FCL am pessismisstischen ein.

Das Sechsundzwanzigfache des Wetteinsatzes erhält man bei Bwin im Falle des Meistertitels des FC Luzern. Mit Faktor 26 und Rang 5 schätzt Bwin den FCL am pessismisstischen ein.

(Bild: Printscreen)

Abstieg wahrscheinlicher

Bwin ist der einzige Anbieter, der nicht nur Wetten auf den Meisterschaftsgewinn, sondern auch auf den Abstieg anbietet. Für diesen gibt es die kleinere Rendite als für den Meistergewinn. Dies lässt aufhorchen, denn das bedeutet, dass Bwin einen Abstieg des FCL realistischer einschätzt. Doch kein FCL-Fan würde darauf setzen – wie könnte er da noch Daumen drücken.

Nur das Einundzwanzigfache des Einsatzes erhält man im Falle eines FCL-Abstiegs. Somit wird ein Abstieg von Bwin realistischer eingeschätzt, als ein Meistertitel.

Nur das Einundzwanzigfache des Einsatzes erhält man im Falle eines FCL-Abstiegs. Somit wird ein Abstieg von Bwin realistischer eingeschätzt, als ein Meistertitel.

(Bild: Printscreen)

 

 

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