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Wenn Mama die Ferien fürs Jassen verschiebt
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60 jassen, vier gewinnen. Vorausscheidung für den Donnschtig-Jass in Cham. (Bild: wia)

Chams Kampf um den «Donnschtig-Jass» Wenn Mama die Ferien fürs Jassen verschiebt

3 min Lesezeit 11.03.2015, 11:41 Uhr

Cham will eine Berggemeinde niederringen. Und hat dazu am Dienstagabend die besten Champions ausgemacht. Wer holt sich die Fernseh-Ehre? Wem gebührt der TV-Ruhm? Die Karten sind ausgeteilt.

Eine ernste Angelegenheit, die sich im Restaurant Kreuz in Cham abspielt. Und gespielt wird wirklich. An 15 Tischen, jeweils vier Menschen gegeneinander. Worum geht’s? Um die Möglichkeit von Ruhm und Ehre, um einen gemeindlichen Sieg, ja gar um Chams Image, das aufpoliert werden könnte.

Statt 59 sind 60 gekommen

Die vier besten Jasser dieses Turniers treten nämlich im Sommer gegen die Konkurrenten aus Oberägeri an, und wenn Cham auftrumpft, beherbergt die Zuger Seegemeinde eine Woche später den Donnschtig-Jass. Ein Sendeformat, das sich seit Jahrzehnten bewährt hat, und das dem Schweizer Fernsehen jeweils Traumquoten beschert. Ein mediales Vorspiel zum geplanten Schwingfest?

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«Wir haben unsere Sommerferien extra noch nicht gebucht, falls jemand aus der Familie beim Donnschtig-Jass teilnehmen kann.»

Marianne Rogenmoser, Mutter zweier Jass-Buben

Nun haben sich also 59 Chamer für die Vorausscheidung des «Differenzlers» angemeldet, gekommen sind 60. «Die grosse Präsenz freut uns sehr», sagt die Chamer Kommunikationsverantwortliche Silja Husar. «Und dank dem Überraschungsgast braucht’s auch keinen Ersatzjasser.»

Die Unwissenden müssen das Feld räumen

Zwischen den Graumelierten sind auch einige Teenager zu sehen. Und hier und dort huscht auch mal eine aufgeregte Mutter zwischen den Tischen durch. Eine solche Mutter ist Marianne Rogenmoser. Ihre beiden Söhne spielen mit, und spontan musste auch ihr Mann für einen Jugendlichen einspringen, der nicht die geringste Ahnung vom Jassen hat und deshalb das Feld räumen muss. Rogenmoser erklärt: «Wir haben unsere Sommerferien extra noch nicht gebucht, da die Möglichkeit besteht, dass jemand aus unserer Familie beim Donnschtig-Jass teilnehmen kann.»

«Erschwert wird das Ganze, da wir erst eine Woche vor der Live-Sendung wissen, ob der Anlass bei uns durchgeführt wird.»

Silja Husar, Kommunikationsverantwortliche von Cham

Nach einer Phase höchster Konzentration wird’s plötzlich immer lauter. Die ersten vier Runden scheinen geschafft zu sein. Plötzlich Silenzio. Der Gemeindepräsident Georges Helfenstein hat das Wort. Da die Servierdame mit den vielen Bestellungen überfordert ist (das ist verständlich, da die Teilnehmer während des Abends von Tisch zu Tisch rotieren), verkündet Helfenstein, das heute ausnahmsweise auf Gemeindekosten getrunken wird. Die Menge johlt. Und wechselt den Tisch. Händeschütteln. Wieder wird es ruhig.

Organisatorisch und logistisch nicht ganz ohne

Es sind 34 Männer, 15 Frauen und elf Jugendliche, die heute am Start sind und über die Geschicke der Gemeinde mitbestimmen. Für Cham ist dieser Abend nämlich nicht ohne Bedeutung. Kommt der Donnschtig-Jass tatsächlich, dürfte das für die Gemeinde viel Arbeit bedeuten. Dann werden nämlich, je nach Wetterlage, 1’500 bis 5’000 Gäste anreisen. «Und weil es sich um eine Live-Sendung handelt, müssten die Abläufe natürlich reibungslos funktionieren, was einen grossen organisatorischen und logistischen Aufwand mit sich bringen würde», sagt Husar.

Eine schöne Chance für Cham. «Erschwert wird das Ganze etwas, da wir erst eine Woche vor der Live-Sendung wissen, ob der Anlass bei uns oder in Oberägeri durchgeführt wird.»

Der Gemeindepräsident ist Feuer und Flamme

Der Gemeindepräsident Georges Helfenstein freut sich jedenfalls auf den Grossanlass, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent in Cham stattfindet. «Gerade weil ich selber ein begeisterter Jasser bin, finde ich das toll.» Helfenstein ist natürlich vom Spiel ausgenommen, und fungiert am Abend der Vorausscheidung bloss als Schiedsrichter. Er hätte wohl gerne mitgespielt. «Es ist schon ein wenig schade. Trotzdem ist es sehr spannend, auf diese Weise so viele engagierte Leute kennenzulernen», sagt er.

Es wird ein langer Abend werden, bis die vier besten Chamer Jasser auserkoren sind. Kurz nach 21 Uhr sind zwei der vier Runden gespielt. Die Rangverkündigung ist für 22.30 Uhr angesetzt. Für die anwesenden Teenager dürfte das kein Problem sein. Denn die dürfen dank Lehrerkonferenz morgen ausschlafen.

Jasskönig wird schliesslich der 52-jährige Hansruedi Hofstetter. Den Platz als Telefonjasserin hat sich die 58-jährige Erika Unternährer erkämpft. Beste Dame ist die 46-jährige Ester Schey und als bester jugendlicher Jasser entpuppt sich der erst 11-jährige Lars Baumann. Die Vier dürfen dann zum Duell gegen Oberägeri antreten.

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