Wenn jede Minute zählt: Luzern setzt auf «First Responder»
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Gleich beim Eingang des Bildungs- und Kulturdepartements des Kantons Luzern befindet sich ein Defibrillator. (Bild: les)

Freiwillige sollen bei Herzstillstand überbrücken Wenn jede Minute zählt: Luzern setzt auf «First Responder»

2 min Lesezeit 29.03.2019, 10:49 Uhr

Was andere Kantone bereits kennen, will nun auch der Kanton Luzern aufbauen: Ein Netz aus freiwilligen Helfern, die bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand innert Minuten am Einsatzort sein können. Das soll die Überlebenschancen der Betroffenen deutlich erhöhen. 

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Deshalb setzt der Kanton Luzern auf Freiwillige und baut ein sogenanntes «First-Responder»-System auf. Die Idee: Ehrenamtliche Helfer überbrücken die kritische Zeit bis zum Eintreffen der professionellen Rettungskräfte. Das kann die Überlebenschancen der Betroffenen erhöhen, wie entsprechende Erfahrungen in anderen Kantonen zeigen. 

Das System wird vom Luzerner Kantonsspital LUKS aufgebaut und vom Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Luzern ideell und finanziell massgeblich unterstützt, wie es in einer Mitteilung am Freitag heisst. Die ersten «First Responder» starten im Kanton Luzern am 1. Juli 2019.

Erste Minuten entscheiden

Im Kanton Luzern sind statistisch gesehen jährlich rund 400 Personen von einem Herz-Kreislauf-Stillstand betroffen. Bis der Rettungsdienst nach der Alarmierung vor Ort ist, vergehen durchschnittlich zehn bis zwölf Minuten. Unter Umständen massgebliche Minuten: Ist der Blutherzkreislauf unterbrochen, drohen innert kürzester Zeit Organ- und insbesondere Hirnschädigungen und letztlich der Tod. 

«Es ist deshalb zentral, dass die betroffene Person innert drei bis fünf Minuten medizinisch versorgt wird, um das Überleben bestmöglich zu sichern», begründet der Kanton Luzern die Initiative. Derzeit liegt die Überlebenschance bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand in der Schweiz durchschnittlich bei fünf bis acht Prozent. Erfahrungen zeigen, dass sie durch ein gut funktionierendes «First Responder»-System bis auf 50 Prozent und mehr erhöht werden kann, schreibt der Kanton weiter. 

Alarm über eigene App

«First Responder» sind Laien, die über eine spezielle Ausbildung in Wiederbelebung und der Anwendung von automatischen Defibrillatoren verfügen. Die Alarmierung erfolgt über eine speziell dafür entwickelte App. Erhält die Notrufzentrale 144 einen Notruf mit dem Einsatzstichwort «Herz-Kreislauf-Stillstand», werden zeitgleich der Rettungsdienst sowie die für die entsprechende Gemeinde hinterlegten «First Responder» alarmiert.

Wer Zeit hat, meldet sich und wird geortet. Darauf gestützt wird derjenige gewählt, der sich gerade am nächsten vom Einsatzort aufhält, und mit weiteren Informationen versorgt.

Geplant ist im Kanton Luzern ein sukzessiver Aufbau zu einem flächendeckenden System. Eine Evaluation ist Anfang 2022 vorgesehen. Mehrere Kantone haben bereits ein ausgebautes Netz an «First Respondern», darunter zum Beispiel das Tessin, Bern oder Obwalden. 

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