Wenn es im KKL verdammt laut wird
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Chilly Gonzales hat den Flügel im KKL «ganz schön vermöbelt». (Bild: Silvio Zeder)

Was plant der «Salad Days Club»? Wenn es im KKL verdammt laut wird

4 min Lesezeit 07.10.2015, 09:47 Uhr

Pop, Rock, Elektro im KKL Luzern – Nein, es geht nicht ums Blue Balls Festival. Das Label «Salad Days Club» hat sich 2014 auf die Fahne geschrieben, Populärmusik ins KKL zu bringen. Das Konzert am letzten Montag war ein echter Erfolg. Aber ein Konzert pro Jahr, ist das alles?

Wenn im Konzertsaal des KKL Luzern statt Klassik und Cüpli Bier und Pop warten, dann sitzt wahrscheinlich der «Salad Days Club» am Hebel.

Im Juni 2014 durfte sich die junge Generation der musikinteressierten Luzerner freuen: Südpol, KKL, Schüür, Sedel, B-Sides und Radio 3FACH und später auch das Treibhaus haben sich zusammengeschlossen, um das KKL Luzern innerhalb des nächsten Jahrzehnts für ein junges Publikum zugänglicher zu machen.

Der zweite Termin ist noch offen

Mit dem gemeinsamen Label werden Acts der alternativen Populärmusik ins KKL geholt, für welche die Bühnen der beteiligten Konzerthäuser zu klein sind. Doch die grosse Ankündigung im Sommer 2014 führte bisher erst zu einem Konzert. Eines im November 2014 musste abgesagt werden, das andere fand nun am ersten Oktoberwochenende 2015 statt.

Weitere Konzerte des Labels sind noch nicht angekündigt. zentral+ hat bei den Veranstaltern nachgefragt. Angela Meier vom B-Sides Festival und ehemals 3FACH-Medienverantwortliche gibt Auskunft.

 

So laut war es im KKL Luzern vermutlich noch nie. Danke, Chilly Gonzales!

Posted by Salad Days Club on Montag, 5. Oktober 2015

 

zentral+: Beim ersten Konzert des Salad Days Club im KKL scheint es ziemlich abgegangen zu sein.

Angela Meier: So ist es. Wir sind sehr zufrieden. Bereits im Sommer haben wir geahnt, dass wir den Konzertsaal gut füllen werden, und schliesslich waren am Konzertabend noch 80 Tickets an der Abendkasse. Also ein fast ausverkauftes Haus mit knapp 1’600 Zuschauern. Das Publikum war auch sehr durchmischt. Schon bei der Türöffnung haben wir bemerkt, wie gross die Altersunterschiede der Zuschauer waren. Viele der Besucher schienen auch das erste Mal im Konzertsaal zu sein, die Reaktionen waren spürbar beeindruckt. Es war eine ganz ungewohnte Stimmung.

«Ich habe noch nie eine solche Lautstärke im Konzertsaal erlebt.»

zentral+: Und wie war die Stimmung beim Konzert?

Meier: Am Anfang waren die Leute noch relativ verhalten. Man sitzt halt im KKL. Doch mit der Zeit wurde die Stimmung immer lockerer und zum Schluss standen die Leute, sie haben geschrien und gepfiffen. Wir haben selbst gestaunt. Ich habe noch nie eine solche Lautstärke im Konzertsaal erlebt. Auch nie am Blue Balls Festival. Chilly Gonzales hat es mit seiner Musik und vor allem auch mit seinen Sprüchen hingekriegt, die Leute vergessen zu lassen, auf welchen Stühlen sie sitzen. Die Anspielungen über «das Schweizer Publikum» halfen sicher auch.

zentral+: Es war aber erst das erste Konzert des Salad Days Club im KKL seit dem Start 2014. Was steht nun an?

Meier: Das ist noch unklar. Wir sind auf der Suche nach dem nächsten Act.

zentral+: Das scheint doch etwas wenig zu sein, so war das ja nicht geplant. Ist es so schwer, im KKL Konzerte auf die Beine zu stellen?

Meier: Geplant war ein Konzert pro Halbjahr. Das ist derzeit leider noch nicht möglich. Zuerst muss man sich in der Bookingwelt einen Namen machen. Wir haben zwar die Leute mit der Erfahrung, aber fürs KKL geht es um andere Grössendimensionen. Da braucht es etwas Zeit, um die Kontakte zu knüpfen und an die richtigen Leute ranzukommen. Wir hätten im vergangenen Jahr diverse Möglichkeiten gehabt, mussten aber aus Belegungsgründen absagen. Oder gewisse Bands veranstaltet man besser im Südpol oder in der Schüür. Dort hat man sicher ein volles Haus, anstatt im KKL vor einem halbleeren Saal zu spielen. Deshalb warten wir lieber und fahren dann mit den grossen Namen auf.

«Die Verantwortlichen vom KKL haben sich zwischenzeitlich etwas Sorgen gemacht.»

zentral+: Ihr habt euch ein Ziel von zehn Jahren gesetzt. Diese Zeit scheint es auch zu brauchen?

Meier: Es ist bestimmt realistisch geplant. Es geht um eine längerfristige Öffnung des KKL für ein jüngeres Publikum. Das ist keine Sache von zwei, drei Jahren. Aber gute Kontakte konnten wir auch jetzt bei diesem Konzert wieder knüpfen.

zentral+: Passen solche Konzerte grundsätzlich überhaupt in den Konzertsaal?

Meier: Chilly Gonzales passte jetzt beispielsweise sehr gut rein – Er am Flügel, ein Hauch Klassik war mit dabei. Obwohl er den Flügel ganz schön vermöbelt hat. Die Verantwortlichen vom KKL haben sich zwischenzeitlich etwas Sorgen gemacht. Es hatte doch etwas von Punk in diesem schicken Saal. Wir haben deshalb natürlich auch den Luzerner Saal im Auge. Denn nicht alles passt in den Konzertsaal, eine Biertrinkatmosphäre kommt dort eher weniger auf. (Lacht)

Ein ungewohntes Bild auch im Publikum des Konzertsaals. (Bild: Silvio Zeder)

Ein ungewohntes Bild auch im Publikum des Konzertsaals. (Bild: Silvio Zeder)

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