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Wenn die 80er-Jahre einen Takt zu lange dauern
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Schrill und bunt wie die 80er-Jahre ist das Musical «Summer of ’85». (Bild: zvg)

Kriens: Premiere des Musicals «Summer of ’85» Wenn die 80er-Jahre einen Takt zu lange dauern

2 min Lesezeit 13.11.2016, 14:30 Uhr

Das Musical «Summer of ’85» würzt eine wilde Familiengeschichte mit den Hits der 80er-Jahre und fulminanten Tanzszenen. Die ausverkaufte Premiere des Jubiläumsstücks des Le Théâtre in Kriens enthielt einige Längen. Dennoch war das Publikum begeistert.

Es ist eine emotionsgeladene Geschichte, welche die Musicalbesucher im Le Théâtre Kriens erleben. Sie erzählt aus dem Leben einer quirligen Familie. Im Zentrum steht die Tanzschule des Familienvaters Julian, der seine Midlife-Crisis ausserhalb der Familie zu bewältigen versucht.

Nichtsdestotrotz pflegen die Töchter ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater. In seiner Tanzschule üben sie fleissig an ihren Einlagen für die neue Show «Summer of ’85», sofern sie nicht gerade mit den Wirren der Liebe zu kämpfen haben.

Die Mutter steht ihren Töchtern in nichts nach, wenn es um ein chaotisches Gefühlsleben geht. Sie lebt mit ihren zwei Töchtern zusammen und muss sich ihren Gefühlen über Julian, den von ihr getrennt lebenden Ehemann, klarwerden. Zusammen ergibt das eine wundervoll lebhafte Story mit dem obligaten Happy End, untermalt von den grossen Popklassikern der Babyboomer-Generation.

Gehobenes Publikum, grosser Applaus

Die Uraufführung des Musicals «Summer of ’85» – eine Eigenproduktion im Rahmen des zehnten Geburtstags des Le Théâtre Kriens – diesen Samstag war ein voller Erfolg. Das Theater war voll besetzt und das gutbürgerliche und teils gehobene Publikum schien interessiert, erwartungsvoll und neugierig, die Stimmung war fröhlich. Am Ende wurden die Künstler mit Standing Ovations gefeiert.

Die Luzernerin Irène Straub spielt die Freundin der Mutter.

Die Luzernerin Irène Straub spielt die Freundin der Mutter.

Auch die Veranstalter schienen sich vor Begeisterung ob der erfolgreichen Premiere kaum mehr halten zu können. Gemessen am euphorischen Publikum schien diese Freude durchaus berechtigt zu sein.

Die Geschichte geht unter

Das Ziel des Abends, leichte Unterhaltung in mitreissender Form zu präsentieren, wurde im Grossen und Ganzen erreicht. So waren die Licht- und Videoeffekte oft sehr gekonnt inszeniert und verliehen der Show zeitweise die Aura des grossen Showbusiness. Die grösstenteils witzigen Dialoge provozierten manchen Lacher und Applaus im Publikum.

 «Girls wanna have fun», einer der Hitparadenstürmer aus dem Musical «Summer of ’85».

 «Girls wanna have fun», einer der Hitparadenstürmer aus dem Musical «Summer of ’85».

(Bild: zvg)

Trotz alldem: Die Story überzeugt nicht vollends, und zwar aus dem einfachen Grund, weil sie kaum vorhanden war. Es wurde viel gesungen und getanzt. Die Ohrwürmer der 80er, die wohl manche in Erinnerungen an geliebte Kuschelrock-CDs versinken lassen, machten den Löwenanteil der Show aus. Dass viele dieser Songs im Original von Künstlern mit einzigartigen Stimmen gesungen werden, machte es nicht einfacher. Dies zu imitieren, gelang den Darstellern in «Sommer of ’85» nicht immer.

Vielleicht schlichen sich deshalb einige Längen in das Musical hinein. Das Sprichwort «in der Kürze liegt die Würze» hätte dem Stück als Motto gut getan. Etwas weniger Länge und im Gegenzug etwas mehr Handlung hätten womöglich geholfen, den einen oder anderen Schlummerimpuls zu unterdrücken.

 

 

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