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Wenn der FCL-Finanzchef vom Stuhl fällt
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Richard Furrer (rechts, im März 2017 in einer Diskussion mit dem früheren FCL-CEO Marcel Kälin) sorgte für einen Schreckensmoment an der GV. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Zum zweiten Mal in Folge weist der FCL Gewinn aus Wenn der FCL-Finanzchef vom Stuhl fällt

3 min Lesezeit 07.11.2019, 22:31 Uhr

Am Tag, an dem die verfeindeten Investoren ein weiteres Mal Zeugnis ihrer Verantwortungslosigkeit gegenüber der Institution FCL ablegten, hielt die FC Luzern-Innerschweiz AG ihre Generalversammlung ab. Dabei gab es kritische Voten und einen Moment des Schreckens.

Der 7. November wird im Gedächtnis des einen oder anderen FCL-Anhängers haften bleiben. An diesem Tag ritt die Aktionärsgruppe um Marco Sieber die nächste Attacke auf Machthaber und Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg, ihren Gegenspieler in der FCL-Holding (zentralplus berichtete).

Und am Abend regierte in und um Luzern das Verkehrschaos. Darum fing die letztlich gut zwei Stunden dauernde Generalversammlung (GV) der FC Luzern-Innerschweiz AG, einer von drei Tochtergesellschaften der Holding, in der Swissporarena mit Verspätung an.

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Viel Getöse zum GV-Start

Sie begann mit viel Getöse. Ein Aktionär kritisierte den Termin und Beginn der GV unter der Woche, die Art und Weise, wie die Kleinaktionäre zur GV eingeladen wurden, und den Ort der Veranstaltung.

Als sich Philipp Studhalter, Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer des FC Luzern in Personalunion, daran machte, den Jahresbericht zu verlesen, wollte der neben ihm sitzende Finanzchef Richard Furrer seinen Stuhl neu ausrichten, um einen besseren Blick auf die Anzeigetafel zu erhaschen. Dabei geriet er mit seinem Stuhl über den Rand des Podiums hinaus und stürzte hinunter.

Nach bangen Momenten erhob sich Furrer und gab Entwarnung. Zum Glück ist nichts passiert. Später führte Furrer engagiert durch die finanziellen Aspekte des Geschäftsjahres 2018/19, das im Sinne erhöhter Transparenz und Glaubwürdigkeit in einem fast 60 Seiten dicken Geschäftsbericht zusammengefasst ist.

Gewinn um fast 100’000 Franken gesteigert

Die wichtigsten Kennzahlen dabei: Der Gewinn der FCL-Gruppe aus der Jahresrechnung 2018/19 beläuft sich auf 234’000 Franken. Schon in der Vorjahresperiode resultierte mit 143’000 Franken ein Plus.

Der Transferertrag steigerte sich im Vergleich zur Vorsaison um rund 575’000 auf 4,589 Millionen Franken.

Aus Luzerner Sicht unerfreulich ist die Erosion bei Zuschauern und Geschäftskunden. Der mit rund 9’360 Zuschauern tiefste Besucherschnitt seit Eröffnung der Swissporarena im 2011 schlägt mit einem Minus von gut 350’000 Franken zu Buche (zentralplus berichtete). Derjenige bei den Geschäftskunden mit minus 271’000 Fr.

Zwei VR-Mitglieder in der Kritik

Ein weiterer Kleinaktionär – 52 waren es insgesamt – kritisierte Philipp Studhalter für seine Rolle als VR-Präsident und Geschäftsführer in Personalunion (zentralplus berichtete) und forderte, dass diese Doppelfunktion so bald wie möglich aufzulösen sei.

«Wird der durch die FCL-Aktionäre derzeit angerichtete Schaden jemals kompensiert werden können?»

Ein Kleinaktionär des FC Luzern

Zudem warf er Studhalter vor, dass es ihm in seinen FCL-Funktionen nicht gelungen sei, eine schlechte Aussendarstellung des Vereins zu verhindern (zentralplus berichtete). Der Kritiker glaubte, dass es für einen möglichen Geschäftspartner in diesen Tagen und Wochen des Hahnenkampfs unter den FCL-Investoren verantwortungslos wäre, Geld in das Konstrukt FCL zu stecken. Und er fragte sich: «Wird der durch die Aktionäre derzeit angerichtete Schaden jemals kompensiert werden können?»

Zudem forderte er im Verwaltungsrat der FC Luzern-Innerschweiz AG einen Sitz für die Kleinaktionäre, um deren Anliegen besser vertreten zu können. Zwar sind mit Philipp Studhalter als Präsident, Josef Bieri als Aktionär und Vizepräsident sowie Marco Castellaneta alle VR-Mitglieder von der GV bestätigt worden.

Doch besonders Castellaneta kam bei den Kleinaktionären schlecht weg. Sein VR-Sitz wurde von den anwesenden GV-Teilnehmern – die FC Luzern-Innerschweiz AG gehört zu 97 Prozent der Holding – bei einer Konsultativabstimmung mit 13 Nein-Stimmen und 25 Enthaltungen in Zweifel gezogen. Der frühere Moderator eines Lokalradios soll den GV-Termin im Jahr 2016 vergessen haben.

Angesichts des erbitterten Hahnenkampfs auf höchster FCL-Ebene ist das allerdings nichts weiter als eine Randnotiz.

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