Wenn der Coronatest in der Permanence plötzlich kostet
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Eigentlich sind Coronatests für uns gratis – die Kosten werden vom Bund übernommen. (Symbolbild)

Kostenfalle in Luzern? Wenn der Coronatest in der Permanence plötzlich kostet

2 min Lesezeit 23.08.2020, 09:08 Uhr

Die Kosten für den Coronatest werden vom Bund übernommen. Anders erging es einer Frau, die einen solchen Test in der Luzerner Notfallpraxis Permanence machte. Sie bekam eine Rechnung von 150 Franken. Ist da alles mit rechten Dingen zugegangen?

Eigentlich ist ein Coronatest gratis. Wer Corona-Symptome zeigt und sich testen lässt, bei dem werden die Kosten für den Test vom Bundesamt für Gesundheit übernommen.

Anders erging es einer Hörerin des Jugendradios «3fach». Wie «3fach» berichtet, besuchte die Frau diese Woche die Permanence, wo sie einen solchen Corona-Test machte. Zuletzt flatterte ihr eine Rechnung von über 150 Franken ins Haus.

Die Permanence hat nicht nur einen Nasenabstrich gemacht, sondern zusätzlich Blut von der Vene genommen und ausgewertet. Dass sie das zusätzlich kosten wird, sei ihr nicht gesagt worden. «Ich habe nie eingewilligt, die haben mich auch nie gefragt», sagt die «3fach»-Hörerin. Auch den anderen wartenden Patienten sei es gleich ergangen.

Bluttest kann Sinn machen – doch sollten Patienten über Kosten informiert werden

Darf die Permanence das? Daniel Tapernoux, Sprecher der Schweizerischen Patientenorganisation, sagt im Medienbericht: «Wenn Kosten für den Patienten entstehen, wäre es wichtig, dass der Patient darüber aufgeklärt wird.» Sobald also Kosten entstehen, die ausserhalb der Pauschale sind, die der Bund zahlt, müssten diese kommuniziert werden.

Bluttests machen aber Sinn, weil damit Entzündungswerte überprüft werden können. Ärzte haben so Spielraum, welche Krankheiten oder Leiden bei einer Patientin mit bestimmten Symptomen sonst noch in Frage kommen könnten.

Permanence sagt: Patienten werden informiert

Die Permanence sagt im Bericht, dass Patienten jeweils gefragt werden, ob sie zusätzliche ärztliche Untersuchungen wollen, die auch zusätzlich kosten. Wenn ein Patient das verneine, müsse er eine Verzichtserklärung machen. Folglich werde auch nur ein Coronatest durchgeführt. In der Permanence gehe es manchmal «zu und her wie in einem Bienenhaus», sagt der Arzt Dr. Davis im Medienbericht. Pro Tag seien es 30–40 Tests und 80–100 Patienten. Es komme vor, dass die Leute dann nicht immer genau zuhören würden.

Deswegen stünden in der Permanence auch Schilder, mit denen Patienten auf zusätzliche Kosten aufmerksam gemacht werden.

Um aber solche Missverständnisse wie mit der «3fach»-Hörerin zu vermeiden, hat die Permanence nun ihren Ablauf angepasst. Alle Patienten müssen ein Formular ausfüllen, wo sie entweder angeben, dass sie eine Verzichtserklärung wünschen – oder dass sie über zusätzliche Kosten informiert worden sind.

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