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Wenn dem FCL-Goalie der Kragen platzt
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So sieht wachsende Verzweiflung aus: die FCL-Spieler nach der Heimniederlage gegen Thun. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Schon das dritte Meisterschaftsspiel ohne Torerfolg Wenn dem FCL-Goalie der Kragen platzt

4 min Lesezeit 4 Kommentare 11.08.2019, 20:24 Uhr

Der FC Luzern verliert zum zweiten aufeinanderfolgenden Mal in der Meisterschaft und ist beim 0:2 gegen den FC Thun zum dritten Mal in Serie ohne Torerfolg geblieben. Dem Team stehen schwere Zeiten bevor.

Es war eine kuriose Szene, die sich unmittelbar vor Spielbeginn auf dem Rasen der Swissporarena zutrug. FCL-Stürmer Blessing Eleke kniete sich nieder und breitete die Arme aus, als wollte er um göttlichen Beistand bitten. Dem Nigerianer wurde in der zu Ende gehenden Woche nachgesagt, er provoziere seinen Abgang.

Als die erste Halbzeit vorüber war und der FCL 0:1 im Hintertreffen lag, diskutierte Marius Müller eifrig mit seinem Goalie-Betreuer Lorenzo Bucchi. Worum es dabei ging, daraus machte der Deutsche hinterher keinen Hehl: «Wir haben in der erste Hälfte keinen guten Fussball gespielt und darüber war ich sauer.»

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Wie will der FCL Tore erzielen?

Seine Meinung umschrieb die Vorstellung der Luzerner treffend. FCL-Trainer Thomas Häberli stellte seine Offensive abermals um – doch einen Lösungsansatz, wie der FCL zu einem Torerfolg kommen wollte, blieb er nach wie vor schuldig.

Stattdessen kassierte Häberlis Truppe ein vermeidbares Tor nach gut einer halben Stunde. «Wir drücken von hinten raus, obwohl der Gegner zu einem zweiten Ball kam. Das kann es nicht sein. Wir kassieren einfache Tore und müssen wieder an die Abwehrleistungen wie gegen St. Gallen und den FC Zürich anknüpfen», bemängelte Marius Müller.

Zu wenig genau im Spiel nach vorne

Das noch viel grössere Problem hat der FCL aber im Spiel nach vorne. Im dritten Meisterschaftsspiel in Folge kriegt er keinen Treffer zustande, darin eingeschlossen sind die beiden Auftritte vor eigenem Anhang in dieser Saison.

Der FCL hat sich mit Beginn der zweiten Halbzeit zwar «aufgebäumt», um einen Begriff in der Einschätzung seines Trainers zu verwenden. Zwischen der 47. und 53. Minute konnten sich Blessing Eleke, Francesco Margiotta und Ibrahima Ndiaye in Szene setzen. Aber gute Chancen waren das nicht. Häberli, der ehemalige Stürmer, sah es auch so: «Vor dem Tor fehlte uns die Genauigkeit.»

Häberlis Einwechslungen bremsen FCL

Auffällig war gegen Thun nicht nur, dass Häberli noch immer auf der Suche nach der Lösung des Luzerner Offensivrätsels ist (zentralplus berichtete). Sondern auch, dass er mit seinen Einwechslungen nichts bewirken konnte.

Mit der Hereinnahme des formschwachen Pascal Schürpf für Ibrahima Ndiaye (55.) ebbte der Anfangsschwung zur zweiten Halbzeit ab. Aber auch Otar Kakabadze für Francesco Margiotta, der in der 66. Minute mit einem schönen Distanzschuss für das offensive Highlight der Luzerner sorgte (72.) und die FCL-Premiere von Aziz Binous (in der 80. für Christian Schwegler) brachten nichts.

Hingegen sicherte der eingewechselte Chris Kablan den Thunern mit seinem Treffer in der Nachspielzeit den Sieg.

Voca will nichts wissen von Verzweiflung

Der FCL ist seit nunmehr gut 270 Spielminuten ohne Torerfolg. Es ist nicht so, dass es ihm an der Effizienz im Umgang mit Torchancen mangelt. Das Problem ist grösser: Er hat zu wenig Durchschlagskraft und erzeugt kaum Torgefahr. Das erhöht den Druck, eine der raren Torchancen zu verwerten. Wie gross ist die Verzweiflung in der Offensivabteilung inzwischen?

Bezeichnend ist, dass es der FCL-Medienverantwortliche Markus Krienbühl nach der zweiten Niederlage im vierten Meisterschaftsspiel verhinderte, diese Frage einem offensiv orientierten Spieler stellen zu können.

Also beantwortete der defensive Mittelfeldspieler Idriz Voca die Frage nach der wachsenden Verzweiflung so: «Die gibt es bei uns nicht. Auf keinen Fall.»

Zwei Betriebsausflüge in der nächsten Woche

Dem FC Luzern und seinem Resultat-Trainer Thomas Häberli, zu dem er sich selber stempelte (zentralplus berichtete), bleiben nun zwei Wochen, um sich zu sammeln. Die nächsten beiden Spiele sind quasi Betriebsausflüge: Der erste steht am Donnerstag beim Rückspiel auswärts gegen Espanyol Barcelona an. Das Duell zur Europa League ist nach dem 0:3 im Hinspiel so gut wie entschieden.

Der zweite geht am nächsten Sonntag in die Ostschweiz. Dort wartet mit dem interregionalen Zweitligisten AS Calcio Kreuzlingen der erste Gegner im Schweizer Cup. Das darf selbst für einen strauchelnden FCL nichts weiter als eine Pflichtübung sein.

Dann wartet aber eine happige Wiederaufnahme der Meisterschaft. Erst Sion auswärts, dann Meister YB zu Hause, bevor es nach Lugano geht.

Ob der FCL und sein Resultat-Trainer dannzumal göttlichen Beistand erhalten?

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4 Kommentare
  1. Peter Good, 12.08.2019, 07:22 Uhr

    Das kommt schon gut, gemäss Ineichen haben wir ja einen Zauberlehrling an der Seitenlinie.

  2. Jonas87, 12.08.2019, 05:29 Uhr

    Der Goalie hat nach dem Spiel mit seiner Aussage, den Nagel auf den Kopf getroffen. Er kann noch so gute Leistungen zeigen, das nützt nicht wenn die ganze Verteidigung ein einziger Hühnerhaufen ist. Das 0:1 wo war die Verteidigung? Im Tiefschlaf!!! Vor der Pause hatte man sehr viel Glück das Thun nicht schon das 0:2 schoss. Ich habe in meinen Artikeln mehrfach darauf hingewiesen das es Im Mittelfeld noch Spieler braucht!! Bis jetzt.. Ah letzte Woche wurde ein schneller Senegalese geholt der aber meiner Meinung noch sich an den Rhythmus gewöhnen muss. Wieso Holt man niemand der die Liga bereits kennt?? Ein vertragsloser Super oder Challenge League Spieler würde keine Ablöse kosten!!!

  3. Anderhub Sepp, 11.08.2019, 23:01 Uhr

    Unglaublich aber Demhashaj spielt schon wieder, das geht gar nicht. Kakbadske nur Ersatz, obwohl er als Aussenverteidiger der einzige ist der in der Lage ist offensiv etwas zu bewirken. Und dann die Auswechslungen (die niemand nachvollziehen konnte), weder der Neuzugang Ndiaye , noch Margiotta (er endlich mit akzeptabler Leistung) schienen total ausgelaugt oder angeschlagen zu sein, aber sie wurden ersetzt. Häberli scheint der Aufgabe überhaupt nicht gewachsen zu sein, denn der Auftritt der Mannschaft war von Beginn nicht so wie es sich für den FCL zu Hause gehört. Der Gegner Thun, sicher keine übermächtig Mannschaft, kam nie zu spüren wer der Herr im Hause, bezw. in der Swissporarena ist, und das hat mit dem Trainer zu tun, der offenbar nicht in der Lage ist die Mannschaft dementsprechend einzustellen. Nun zeigt sich auch beim dem FCL dass der Abgang von Christian Schneuwly, mit dem Häberli offenbar ein Problem hatte, sich sehr negativ auswirkt. Nun folgen die Spiele der Wahrheit, in Barcelona kann auch mit den Ersatzspielern gespielt werden, nicht dass noch eine Ueberbelastung der Spieler als Ausrede dienen kann für die weiteren Spiele. Dann der “Spaziergang” im Cup nach Kreuzlingen, jYB (h), und danach ……. geht’s über dieBücher. Und der Sportchef Remo Meyer muss wieder für alles “den Kopf hinhalten”, obwohl im Hintergrund andere wursteln!!!!!

  4. Joseph de Mol, 11.08.2019, 21:54 Uhr

    Sie haben einfach keinen, der Tore schiesst! Mal im ernst: Beim Fussball geht es aber gerade DARUM! Es ist das Salz in der Suppe. Beim FCL scheint aber eher das Haar in der Suppe zu schwimmen. Warum schaffen es die Verantwortlichen nicht, einen Stürmer zu beschaffen, der Tore schiesst? Um mal Tacheles zu reden, beim FCL ist das Management trotz pseudo Starallüren, einfach nicht zu gebrauchen!

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