Wenn das Produkt an der Kasse mehr kostet als auf dem Etikett
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Böse Überraschung zuhause: Die Kalbshaxe war deutlich teurer als angepriesen. (Bild: zvg)

Falsche Preise bei neu eröffnetem Spar Hünenberg Wenn das Produkt an der Kasse mehr kostet als auf dem Etikett

3 min Lesezeit 22.04.2019, 12:00 Uhr

Obwohl auf der Computeretikette ein Aktionspreis vermerkt war, wurde an der Kasse ein höherer Preis verrechnet. So erging es einem zentralplus-Leser bei seinem Einkauf im zugerischen Hünenberg. Die Spar-Gruppe erklärt den Vorfall mit einem Wechsel der Filialleitung, welche die Aktionspreise aus dem System löschte.

Kalbshaxen, Aktion! 28,50 Franken pro Kilo! So jedenfalls verkündeten die Etiketten auf den Fleischstücken, die in der Spar-Filiale zu kaufen waren. Ein zentralplus-Leser konnte diesem Angebot nicht widerstehen und kaufte sich davon. Zuhause stellte er überrascht fest, dass er nicht 28,50 sondern 34 Franken pro Kilo bezahlt hatte. Ein Preis, der, ausser auf dem Kassenzettel, nirgends vermerkt war. Die betroffene Person fühlt sich über den Tisch gezogen.

«Solche Fälle sind selten»

Doch wie konnte das überhaupt passieren? Silvia Manser von der Medienstelle der Spar-Gruppe sagt, solche Fälle seien selten. Entsprechende Rückmeldungen von Kunden gäbe es beim Spar so gut wie nie.

Nach einigen Abklärungen konnte Manser eine zwar einleuchtende, jedoch mässig befriedigende Erklärung für das Versehen abliefern. Wenn ein Produkt im Spar heruntergesetzt ist, erscheint der ermässigte Preis im System der Kassen.

Wenn es von einer Aktion zwar noch Bestände hat, das Produkt aber eigentlich wieder zum Normalpreis verkauft wird, müssen die Verkäufer bei diesen Produkten jeweils entscheiden, ob der Standardpreis, oder der ermässigte berechnet werden soll, da beide Preise im System sind.

Die Spar-Filiale in Hünenberg See.

Die Spar-Filiale in Hünenberg See.

(Bild: zvg)

Alte Aktionen werden manuell angepasst

Manser erklärt weiter, dass die ermässigten Preise manuell wieder aus dem System gelöscht werden müssen, sobald alle vergünstigten Artikel eines Produktes verkauft sind. Dies, damit an der Kasse nicht irgendwann bei jedem Produkt eine Auswahl zwischen zwei Preisen getroffen werden muss, obwohl keine ermässigten Produkte existieren.

Am 3. April eröffnete die Filiale Zythus neu unter der Leitung der Familie Hauser. Diese bekamen vom Personal an der Kasse die Rückmeldung, dass der Verkaufsfluss durch zu viele Aktionspreise gestört sei. Der ehemalige Geschäftsführer hatte diese wohl nicht so fleissig aus dem System gelöscht, wie er hätte sollen.

Weil Hauser aber nicht die gesamte Datenbank durchforsten und mit den im Laden vorhandenen Aktionen abgleichen wollte, machte er kurzen Prozess und löschte alle Aktionspreise aus dem System und strich bei sämtlichen ermässigten Produkten den Strichcode durch.

Die Kalbshaxen gingen durch die Lappen

Die Preise mussten dann vom Personal manuell eingegeben werden. Offenbar sind den Angestellten bei der manuellen Nachbearbeitung die Kalbshaxen durch die Lappen gegangen. Weshalb sie zum Vollpreis per Strichcode eingescannt wurden.

Klar ist: Die rechtliche Grundlage, das Geld zurückzufordern, hat der Kunde in einem solchen Fall. Denn Auslagen von Waren mit Preisen sind verbindlich, wie André Bähler von der Stiftung für Konsumentenschutz bestätigt.

Er relativiert: «Ausser es handelt sich um einen offensichtlichen Irrtum. Wenn etwa ein Produkt mit 10 Franken statt 100 Franken angeschrieben ist.»

Der Ratschlag: Geld zurückfordern

Dem Kunden rät Bähler, die Differenz des zu viel bezahlten Betrags in der besagten Spar-Filiale zurückzufordern. «Es geht mir weniger ums Geld» sagt der betroffene Käufer. «Ich frage mich aber, wie so etwas überhaupt möglich ist.»

Der Geschäftsführer lasse seine Entschuldigung ausrichten, erklärt die Mediensprecherin Silvia Manser: «Es tut ihm wirklich leid.» Daneben, dass man den Kunde dazu einlade, das Geld in der Filiale zurückzufordern, liege auch ein Präsent für ihn bereit.

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