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Welt rausputzen: So geht Nachhaltigkeit für junge Firmen
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Das Start-up LenSac aus Sursee macht die Käuferinnen zu Individualistinnen. (Bild: zvg)

40 Miniunternehmen präsentieren sich in der Zuger Metalli Welt rausputzen: So geht Nachhaltigkeit für junge Firmen

4 min Lesezeit 03.03.2020, 14:31 Uhr

Jungunternehmer präsentieren derzeit an der Regionalen Handelsmesse in Zug ihre nachhaltig produzierten Produkte. Teams aus Luzerner und Zuger Schulen verkaufen Innovatives wie Bambuszahnbürsten, ökologische Tragtaschen oder Nahrungsmittel aus fairem Anbau. Auch für eine bessere Welt.

«Wir machen an dieser Schau von 40 Miniunternehmen in der Zuger Metalli mit, weil wir Produkte verkaufen möchten, die der geplagten Umwelt helfen. Und weil wir so gegen das Plastikproblem auf der Welt ankämpfen können», sagt Jonas Kneubühler von Greenbrush. Er hat dieses Jungunternehmen mit fünf anderen Kantonsschülern im Alpenquai Luzern gegründet. Und stellt mit seinem Start-up nachhaltige Zahnbürsten her: «Wieso nicht Plastik mit kompostierbarem Bambus ersetzen?» Und damit ein bisschen die Welt rausputzen.

Jeden Tag bis am Freitag stellen jeweils sieben neue Miniunternehmen anlässlich der Regionalen Handelsmesse in Zug ihre nachhaltig produzierten Produkte aus, was den Besuchern die Möglichkeit gibt, täglich neue Stände zu entdecken. Im Rahmen des «Company Programme» von Yes (Young Enterprise Switzerland), einer seit 15 Jahren tätigen Schweizer Non-Profit-Organisation, haben Schülerinnen und Schüler im vergangenen August schweizweit reale Miniunternehmen gegründet und lernen ihren jeweiligen Rollen als CEO, Marketingchef oder Produktionschef wahrzunehmen und als Team ihre Geschäftsidee überzeugend zu vermarkten.

So auch Jonas Kneubühler und das Greenbrush-Team mit ihrem Stand in der Einkaufs-Allee Metalli Zug: Die umtriebigen Luzerner Kantischüler wurden mit ihrer einfachen, aber durchdachten Idee durch ihr Umfeld unterstützt. Bald schon liessen sich Interessierte als Sponsoren gewinnen, die Partizipationsscheine kauften. Die Jungunternehmer zeigen keine Angst vor der Zukunft. Denn die Privilegien dieser Jugend sind es, dass sie unverbraucht, voller Elan und Zukunftsoptimismus ist. So auch Jonas Kneubühler, der erklärt: «Ich hoffe, dass die Menschen bis in ein paar Jahren endlich gemerkt haben, wie wichtig Umweltschutz ist.»

Ökologisch produzierte Baumwolltaschen 

Hier setzen auch die Surseer Kantischüler um Elena Wyss an, die Baumwolltaschen ökologisch produzieren lassen und dann mit verschiedenen Motiven im Siebdruckverfahren bedrucken. «Wir wollen ein Produkt herzustellen, das wir selber brauchen können und weitaus weniger als die standardmässigen 30 Franken kosten soll», sagt Elena Wyss, die mit sechs anderen Mädchen zwischen 15 und 18 Jahren den Start-up LenSac gründete. 

«Wieso nicht Plastik durch kompostierbaren Bambus ersetzen?»: Greenbush-Zahnbürste. (Bild: zvg)

Mit ihren Taschen, die sie am Mittwoch in der Metalli präsentieren werden, wollen sie die unnötigen und umweltbelastenden Plastiksäcke ersetzen. Als Beispiel haben sie sich eine typische Tasche genommen, die jedes zweite Mädchen besitzt, die Fizzen-Bags. Wer aber jetzt eine LenSac-Tasche kauft, macht sich zur Individualistin.

Nervosität vor dem Auftritt 

Mit einer besonderen Problematik setzte sich Valentino Boldini mit seinem Team auseinander: «Viele Leute benutzen Schoggipulver in Milch und können dann oft gar nicht den echten Geschmack einer heissen Schokolade geniessen», erklärt der Schüler von der Wirtschaftsmittelschule Luzern. QualiChoc heisst das Produkt, das er mit seinem sechsköpfigen Team entwickelte: «Wir stellen Schokolade her, die an einem Holzlöffel haftet, der gleich zum Umrühren benutzt wird.» 

Das QualiChoc-Team aus Luzern mit Valentino Boldini in der Mitte. (Bild: zvg)

Obwohl es wie andere der Jungunternehmer schon an zwei Weihnachtsmärkten teilgenommen hat, berichtet das Team um Boldini von Nervosität vor ihrem Auftritt an der Messe in der Metalli, an der sich 40 Miniunternehmen zeigen. Man hat Pläne für die Zukunft: «Ziel ist es, uns von der besten Seite zu zeigen und einige neue Kunden für uns zu gewinnen.» Sie werden sich am Dienstag präsentieren. 

Valentino Boldinis Lebensmotto lautet: «Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.» Und so liess er sich mit seinem Team vom Businessplan eines Rock ‘n’ Rollers aus der Modebranche inspirieren: vom Deutschen Philipp Plein. Boldini: «Er hat es geschafft, ohne fremde Finanzmittel an die Spitze der Modewelt zu kommen.» Auch der Luzerner Jungunternehmer will komplett eigenfinanziert bleiben.

Gesunde Snacks

Mit gesunden Snacks möchte eine Gruppe von Kantonsschülern aus Zug Geschäfte machen: BeNuts nennen sie ihr Start-up, und sie bieten diverse gebrannte Nüsse an: Mandeln, Haselnüsse, Macadamianüsse werden im Beutel und im Glas verkauft. Englisch «to be nuts», das hat übersetzt mit Verrücktsein zu tun – aber auf sehr sympathische Weise. Das fand auch Organisator Yes und lud Mühlemanns Team ein zu lernen, was es heisst, Unternehmer zu sein. 

Zuger Pioniere: das beNuts-Team mit Sanna Mühlemann, Zweite von links. (Bild: zvg)

BeNuts-Teamchefin Sanna Mühlemann erklärt: Ziel der Teilnahme in der Zuger Metalli sei es, ein gutes Ranking des Organisators Yes zu erreichen. Denn die regionalen Siegerteams dürfen die Schweiz an der Europäischen Handelsmesse in Kaunas (Litauen) vertreten. 

Und falls das nicht klappt? «Wir glauben, dass das Beste an dieser Woche eh die gesammelte Erfahrung im Umgang mit Kundschaft ist.»

Öffnungszeiten der Messe in der Zuger Metalli bis am 7. März: 10.00 – 17.00 Uhr. Anbei eine Übersicht der ausstellenden Miniunternehmen.

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